Freuen sich über einen wiederum gelungenen Feierabendmarkt: (von links) Lothar Kopf (Wifög Oberndorf), Künstler Jörg Schlenker, Daniel Repp (Geschäftsführer des Hotels Sombea), der den ersten Preis beim Fotowettbewerb spendiert hat, Karin Pehlic (Wifög SBH), Vincent und Dirk Werner sowie Wifög SBH-Geschäftsführerin Henriette Stanley. Foto: Kratt

Der "Markt in der Halle" wurde vor rund einem Jahr aus der Taufe gehoben und hat sich als ein beliebter Feierabend-Treffpunkt etabliert. Doch was ist das Besondere an diesem Konzept?

VS-Schwenningen - Jeden letzten Donnerstag im Monat strömen Schwenninger und Nicht-Schwenninger ab 17 Uhr in das ehemalige Fabrikgebäude der Stahlbaufirma Haller in der Lichtensteinstraße, das sich dafür in einen regelrechten Szene-Treffpunkt verwandelt. Dann kann nach Herzenslust geschlemmt, angestoßen, geshoppt und vor allem geplauscht werden.

"Mittlerweile kommen auch Besucher aus Furtwangen, Neuhausen ob Eck oder Balingen", freut sich Dirk Werner, der das Projekt im Rahmen von "Die Halle – Das Gründer- und Kreativzentrum" mit Unterstützung der Wirtschaftsförderung (Wifög) Schwarzwald-Baar-Heuberg ins Leben gerufen hat.

Viele Stammtische treffen sich hier

Nicht nur Privatpersonen treffen sich hier zu einem Feierabendbier oder -wein, sondern auch verschiedene Berufs- oder Vereinssparten. Werner verweist unter anderem auf dem Stammtisch der H2 Regio SBH+, auf den Gründerstammtisch der Wirtschaftsförderung beziehungsweise HFU oder auf den #Afterschool-Stammtisch, ein Zusammenschluss verschiedener regionaler Unternehmen.

Bessere Einbindung von Direktvermarktern

"Eigentlich ist der Feierabendmarkt rundum gelungen", kann Werner als Resümee nach einem Jahr sagen. Das Einzige, bei dem noch nachjustiert werden müsse, sei die Platzierung der Direktvermarkter. "Wie können wir die Direktvermarkter besser einbinden", sei dabei laut Werner die Leitfrage. Auch wenn der "Markt in der Halle" kein klassischer Wochenmarkt sei, müssten die Direktvermarkter noch stärker ins Bewusstsein der Besucher gerückt werden.

Feierabendmarkt geht "on tour"

Und das schon allein wegen der Wirtschaftsförderung: Mit ihrer Webseite https://vom-bauern-sbh.de/ bietet sie einen Pool aus Direktvermarktern in der Region an, aus dem "Die Halle" schöpft. Um den Gedanken also noch mehr zu forcieren und das Konzept auch in anderen Orten in der Region zu etablieren, soll der Feierabendmarkt künftig nicht nur in und um die Fabrikhalle bleiben, sondern "on tour" gehen, wie Dirk Werner erklärt. Mit zwei Kommunen sei man bereits im Gespräch, eine davon ist die Gemeinde Blumberg-Achdorf. Dort soll es am Donnerstag, 21. Juli, rund um das Haus des Gastes ein kulinarisches Angebot aus Direktvermarktern und Streetfood-Wagen geben.

Regionalität im Fokus

Regionalität steht auch bei der Wirtschaftsförderung ganz oben auf der Agenda, betont Geschäftsführerin Henriette Stanley. Im Rahmen des Standort-Marketings "Dreiklang SBH" soll ein noch größeres Bewusstsein dafür geschaffen werden. "Wir möchten die Menschen noch mehr mit der Region in Kontakt bringen." Diverse Aktionen sollen bei den Feierabendmärkten dazu beitragen. Am Donnerstagabend ist es ein Fotowettbewerb mit den schönsten Bildern der Region, zu dem im Mai über die sozialen Medien der WiFög aufgerufen wurde, wie Mitarbeiterin Karin Pehlic erläutert. Aus 200 Bildern hatten Wifög und "Die Halle" die zehn besten ausgewählt, am Donnerstagabend wurden dann die drei schönsten von den Besuchern selber bestimmt.

Künstler Jörg Schlenker ist diesmal mit dabei

Vor Ort ist diesmal auch der Schwenninger Grafiker und Künstler Jörg Schlenker. Er präsentiert einige seiner Werke, unter anderem auch die siebenfarbige Serigrafie "Solide Preise", seine neueste Druckgrafik. Die legendäre Silbersack-Ecke mit 115 bunten Kacheln – der Teil einer Außenfassade einer Kult-Kneipe auf St. Pauli, wo es Schlenker seit mehr als 30 Jahren immer wieder hinzieht – inspirierte ihn zu diesem Handsiebdruck. Er entstand während der Corona-Pandemie, sein Verkaufserlös sollte der Kneipe ein Stück weit durch die schwierige Zeit helfen. Jörg Schlenker freut sich, für den Feierabendmarkt eingeladen zu sein. Denn die Begegnungen und die Zusammentreffen von all den kreativen Menschen, die durch das St. Pauli-Projekt entstanden seien, passten perfekt in das Konzept vom "Markt in der Halle".