Jutta Stern spricht sich gegen den Ausbau von 5G aus. Sie fürchtet sich dabei unter anderem vor hoher Strahlung. Foto: Wallburg

Die Bürgerinitiative 5G-freies Bad Liebenzell rief am bundesweiten Protest- und Aktionstag der Bürgerinitiativen am Samstag zu einer Aktion vor dem Bürgerzentrum in Bad Liebenzell auf. Ihre Sprecherin Jutta Stern suchte dabei zusammen mit Ihrer Kollegin Marion Stemmler den Dialog mit Bürgern.

Bad Liebenzell - Während die Mobilfunkbetreiber 5G flächendeckend konsequent einführen und darüber eher positiv berichten, fordern die Bürgerinitiativen, so auch Jutta Stern, 5G solange zu stoppen, bis die Unschädlichkeit für Natur und Mensch zweifelsfrei bewiesen sei. Das war auch die Stoßrichtung einer Aktion vor dem Bürgerzentrum in Bad Liebenzell am Samstag.

"Smart City": Manche sehen darin Segen, andere einen Fluch

Stern hatte unlängst zusammen mit Rüdiger Flick (von der Initiative für umweltverträgliche Kommunikationstechnik Pforzheim-Nordschwarzwald) bereits eine Unterschriftenliste gegen den neuen Standard 5G an Bad Liebenzells Bürgermeister Dietmar Fischer übergeben.

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Hochentwickelte Industrialisierung, Forschung, Entwicklung, Sicherheit und Kommunikationstechnik setzen eine schnelle und umfassende Digitalisierung voraus, argumentieren indes die Befürworter von 5G.

"Was ist smart an einer verstrahlten Zukunft?"

Stern und ihre Bürgerinitiative stellen sich nicht zuletzt zudem gegen die sogenannte "Smart City". Unter diesem Sammelbegriff werden Ideen und Konzepte für urbane Räume beschrieben, mit denen Städte durch moderne Technologien effizienter und klimaschonender sowie lebenswerter werden sollen. Um diese Ziele in wachsenden Städten zu erreichen, so die Betreiber, brauche es Produkte, Dienstleistungen, Prozesse und Infrastrukturen, die durch hochintegrierte und vernetzte Informations- und Kommunikationstechnologien gestützt werden.

Auf einem Banner der Bürgerinitiative in Bad Liebenzell heißt es dagegen: "5G: Was ist ›smart‹ an einer verstrahlten Zukunft?" Stern und ihre Mitstreiter sehen insbesondere in der Aufstockung der Sendemasten und Satelliten eine überhöhte Strahlungsgefahr. Ihre alternativen Vorschläge stoßen andererseits in der Industrie auf erheblichen Widerstand.

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