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Schiltach Käufer für BBS gefunden

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Steht vor einer neuen Zukunft: Der Geschäftsbereich Leichtmetallräder der BBS in Schiltach. Foto: Wegner

Schiltach - Die österreichische Industrieholding Tyrol Equity AG und Co-Investor Udo Wendland wollen neue Eigentümer des Geschäftsbereichs Leichtmetallräder für den High-End OEM- und Tuning-/Aftermarket der BBS International GmbH mit Sitz in Schiltach werden.

Der Abschluss der Transaktion stehe unter den branchenüblichen Zustimmungserfordernissen, die voraussichtlich bis Mitte März vollzogen sind. Der Gläubiger- ausschuss habe dem Verkauf bereits zugestimmt, teilte der Insolvenzverwalter, Rechtsanwalt Thomas Oberle (Wellensiek, Heidelberg) mit.

Nachdem der Bereich Motorsport bereits zum 1. Januar 2012 an die japanische Ono-Gruppe verkauft wurde, sei mit der jetzigen Transaktion auch die Zukunft der Standorte Schiltach und Herbolzheim in der bestehenden Struktur sowie der Erhalt von 340 Arbeitsplätzen gesichert. Der Verkauf stelle einen wichtigen Schritt zur dauerhaften Sicherung aller Unternehmensteile der BBS dar und sei als großer Erfolg zu werten, so Oberle, zumal, so Informationen des Schwarzwälder Boten, in der vergangenen Zeit bereits zwei Interessenten in einem weit fortgeschrittenen Stadium abgesprungen waren.

Bürgermeister Thomas Haas ist froh darüber, dass für BBS endlich ein Käufer gefunden werden konnte, und hofft darauf, dass die Arbeitsplätze auch längerfristig erhalten bleiben. Noch besser hätte er es allerdings gefunden, wenn das Gesamtunternehmen in gleiche Hände gekommen wäre – doch ist auch ihm klar, dass es bei der derzeitigen Situation im Automobilzuliefergeschäft nicht einfach sei.

"Eine elementare Frage für die Beschäftigten", so Uwe Wallbrecher von der IG Metall in Freudenstadt, knüpfe sich an den Prozess nahtlos an, ob und wie die Tarifverträge der Metallindustrie für Südwürttemberg-Hohenzollern vereinbart werden können, da diese bei der BBS seit vielen Jahren Gültigkeit besitzen und bei den Beschäftigten einen hohen Stellenwert genießen würden. Wallbrecher sieht den Verhandlungen jedoch optimistisch entgegen.

Geschäftsbetrieb in vollem Umfang fortgeführt

Die BBS hatte am 30. Dezember 2010 Insolvenzantrag gestellt; am 1. März 2011 wurde das Insolvenzverfahren eröffnet. Der Geschäftsbetrieb wurde vom Insolvenzverwalter mit Unterstützung der Hauptkunden aus der Automobilindustrie im Insolvenzverfahren in vollem Umfang an beiden Standorten mit einem Umsatz von über 80 Millionen Euro fortgeführt sowie Schritte zu einer nachhaltigen Sanierung eingeleitet. Auf diesem Wege konnten die Voraussetzungen für die erfolgreiche Übertragung des Geschäftsbereichs Motorsport sowie des Geschäftsbereichs Leichtmetallräder für den High-End OEM- und Tuning-/Aftermarket geschaffen werden.

Tyrol Equity und "der industrieerfahrene Unternehmer Udo Wendland", so Oberle hätten unter anderem bei der SUSPA, einem weltweit führenden Hersteller von Gasfedern und der RSN Sihn GmbH, einem deutscher Automobilzulieferer, erfolgreich kooperiert und gemeinsam investiert. Durch die Übernahme des High-Tech-Unternehmens BBS werde das Portfolio der österreichischen Industrieholding ergänzt und der Expansionskurs fortgesetzt.

Die übrigen zehn Prozent am Unternehmen werden vom Transaktionsinitiator Lafayette Capital Partners (LCP) gehalten, dem beispielsweise auch der Caravanhersteller Knaus Tabbert gehört.

Das Erwerberkonzept sieht einen Ausstieg aus dem Massengeschäft und die Konzentration auf die Entwicklung und Herstellung von hochtechnologischen Leichtmetallrädern vor. "Bei den Kunden steht der Name BBS weiterhin für höchste Qualität. Dementsprechend ist Potenzial vorhanden, das Unternehmen in eine eigenständige und erfolgreiche Zukunft mit alter Stärke zurückzuführen".

"Geplant sind Investitionen in der Höhe von rund sieben bis acht Millionen Euro zur Optimierung der Produktionslinien und des Produktionsprozesses," so die neuen BBS-Eigentümer Stefan Hamm und Dietmar Gstrein, Vorstände Tyrol Equity, sowie Udo Wendland. Um den Reformprozess zu unterstützen wird Stefan Hamm von den neuen Eigentümern in die Geschäftsführung entsandt.

Tyrol Equity ist eine österreichische Industrieholding mit Sitz in Innsbruck. Das Unternehmen investiert in mittelständische Produktionsunternehmen mit einem Umsatz zwischen zehn und 150 Millionen Euro. Tyrol Equity bietet langfristiges Unternehmerkapital bei Nachfolgelösungen, Wachstumsfinanzierungen und Konzernausgliederungen. Derzeit arbeiten in der Unternehmensgruppe rund 2500 Personen weltweit. Unter anderen werden Gasfedern, Dämpfer, fluidische Verbindungselemente für die Autoindustrie und elektrische Verstellsysteme hergestellt.

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