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Nationalpark Schwarzwald Besucherzentrum "schafft" es ins Schwarzbuch

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Eine Wanderin steht vor dem im Bau befindlichen Besucherzentrum im Nationalpark Schwarzwald am Ruhestein. Das Projekt wird im aktuellen Schwarzbuch des Bundes der Steuerzahler erwähnt. Foto: Gollnow

Baiersbronn/Ruhestein -  Erst 25,5, dann 32, und jetzt 50 Millionen Euro Baukosten: Das Besucherzentrum des Nationalparks Schwarzwald, das derzeit auf dem Ruhestein gebaut wird, hat es ins Schwarzbuch des Bundes der Steuerzahler (BdSt) geschafft.

In der Ausgabe 2019/2020, die am Dienstag vorgestellt wurde, werden die gestiegenen Kosten des Projekts in der Gemeinde Seebach an der Grenze zur Gemeinde Baiersbronn angeprangert. Im Jahr 2014 wurden die Gesamtbaukosten mit rund 25,5 Millionen Euro kalkuliert, inklusive einer Risikovorsorge über drei Millionen Euro. Bereits bei knapp 32 Millionen Euro lagen die Schätzungen im Sommer 2016. Enthalten waren hierin die Kosten für die öffentliche Erschließung mit vier Millionen Euro, weitere zwei Millionen Euro waren für Parkplätze und zusätzliche drei Millionen Euro für die Dauerausstellung und die Inneneinrichtung kalkuliert.

Kosten verdoppeln sich nahezu

Insgesamt beliefen sich die Schätzungen für das Gesamtprojekt im Sommer 2017 bereits auf rund 37 Millionen Euro. Der Betrag beinhaltete zudem zwei Millionen Euro für die Errichtung eines Hauses für pädagogische Zwecke.

Im Sommer 2019 nannte Jon-Nicolas Heinemann vom baden-württembergischen Finanzministerium auf Anfrage unserer Zeitung die Summe von 50 Millionen Euro, die das Gesamtprojekt am Ende wohl verschlingen werde. Das ist nahezu eine Verdoppelung der ursprünglich veranschlagten Kosten. Bereits 2017/18 stand das Besucherzentrum am Ruhestein im Schwarzbuch der Steuerverschwendung.

Den Grund für die enormen Kostensteigerungen sieht das Ministerium vor allem in den gestiegenen Kosten durch die Preiserhöhungen in der Baubranche. So nannte der Ministeriumssprecher im Sommer eine Preissteigerung um 71 Prozent allein für die Dachschindeln, des überwiegend aus Holz erstellten Bauwerks. Zudem habe es Änderungen – etwa im Bereich der Technik – gegeben, die auf zwingende gesetzliche Regelungen zurückzuführen seien, hieß es seinerzeit. Auch die Entscheidung, überwiegend heimisches Holz zu verwenden, wurde als Grund für die Kostensteigerung angeführt.

Das Besucherzentrum des Nationalparks auf dem Ruhestein soll ein Vorzeigeprojekt werden und jährlich rund 100.000 Besucher anlocken. Die langen, übereinander liegenden Riegel des neuen Nationalparkzentrums sollen das Bild einer natürlichen Waldsituation aufnehmen und es in eine dreidimensionale Form übertragen. Besondere Attraktionen könnten der offene "Skywalk", den die Besucher auf Höhe der Baumwipfel begehen können, und ein schräger Aussichtsturm sein.

Eröffnung verzögert sich

Ein Drittel der 3000 Quadratmeter Nutzfläche sind für Ausstellungen vorgesehen. Nicht nur die Baukosten sind beim Großprojekt gestiegen. Der Eröffnungstermin hat sich erheblich verschoben. Ursprünglich wollte man die Tore des neuen Besucherzentrums bereits Anfang 2019 öffnen. Dann war die Rede von Anfang 2020, doch jetzt geht man von Ende 2020 aus, falls es nicht weitere Verschiebungen gibt.

Immerhin steht der Rohbau des markanten Bauwerks und die Innenausbauarbeiten haben begonnen, teilte Charly Ebel, Leiter des Fachbereichs Besucherzentrum beim Nationalpark, auf Anfrage mit. Der Bau sei dicht, und der bevorstehende Winter könne somit das Projekt vermutlich nicht wesentlich verzögern. Als Einweihungstermin stehe noch Ende 2020. Zur Kostensituation kann Ebel nichts sagen. "Wir sind nicht der Bauherr", betont er.

Bereits fertiggestellt ist ein neues, kleineres Gebäude, das hinter dem ehemaligen Naturparkhaus auf der gegenüberliegenden Seite des Nationalparkzentrums liegt. Mitte November, verspricht Ebel, würden dort etwa 20 Mitarbeiter einziehen, die bisher im Forstgebäude Klosterreichenbach in der Gemeinde Baiersbronn und im ehemaligen Winterdienstgebäude an der Bundesstraße 28 bei der Alexanderschanze auf dem Gebiet der Stadt Freudenstadt untergebracht waren.

Fast die Hälfte der laufenden Bauprojekte des Bundes werden später fertig. Das treibt die Kosten nach oben. Ein Teufelskreis.

Wir durften im Juli die Baustelle des Besucherzentrums besuchen:

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