Die Narrenfiguren in Schömberg stehen wieder auf festem Boden. Foto: Volker Schweizer

Volksfest-Stimmung im „Städtle“: Die Narrenzunft Schömberg feiert die Einweihung der sanierten Skulpturen mit Weihwasser, einem Umzügle und viel Musik.

Ob der Narrenmarsch noch gespielt wurde – vielleicht zu vorgerückter Stunde – bleibt wohl ein Geheimnis, in (Fasnets-)Stimmung waren die Schömberger am Pfingstmontag freilich schon, denn einmal mehr rückte ihr geliebtes Brauchtum, und das bei sommerlichen Temperaturen, für ein paar Stunden in den Mittelpunkt.

 

Die Narrenskulpturen auf dem Zehntscheuervorplatz haben einen neuen Untergrund, der Fuchswald endlich seine Sandwurst, und eine neue Lampe sorgt dafür, dass auch nachts der Ungeweihte erkennt, dass er durch eine Hochburg der schwäbisch-alemannischen Fasnet fährt.

Die Narrenräte haben sich schick gemacht

Diese so vielbedeuteten Anlässe sorgten dafür, dass schon um die Mittagszeit viel Volk unterwegs war, um einer kleinen Feierstunde beizuwohnen. Die Narrenräte hatten sich dafür richtig schick gemacht: In weißen Hemden und roten Krawatten gruppierten sie sich um Zunftmeister Bernhard Wuhrer (BeWu).

Der erinnerte, dass ein unerwarteter Geldsegen die Arbeiten an den mittlerweile 26 Jahren alten Skulpturen erst möglich gemacht hätte. Vor allem der Sockel, der renovierungsbedürftig gewesen sei, habe ihm und seinen Zunftkollegen nicht mehr gefallen.

Die vier Traditionsfiguren erstrahlen in neuem Glanz

Nun aber präsentieren sich die vier Traditionsfiguren der Schömberger Fasnet – der Fransennarr, der Fuchswadel, der Harzer und der Husar – in voller Montur auf einem neuen bepflasterten Hügel, „bestrahlt“ von einer wieder aufgetauchten historischen Lampe.

Die Leuchte, die die Zunft für 2500 Euro im Internet bestellt hatte, erfüllt ihre Anforderungen ganz und gar nicht. Bernhard Wuhrer brachte es auf den Punkt: „Des war a hollauses Glomb.“ „Mögen die Skulpturen die nächsten 30 Jahre behütet und sicher stehen“, lautete sein Wunsch für die Zukunft.

Den Segen „von oben“ spendete Diakon Oliver Pfaff mit viel Weihwasser – attestiert von Zunftschreiber Marc Schwarz, der früher schon auf dem Palmbühl ministriert hatte. Die Fasnet sei ein christliches Fest, das man pflegen sollte und das nie in Vergessenheit geraten dürfe, appellierte Pfaff. In sein Gebet schloss er alle Menschen ein, „die hier sich begegnen, vorübergehen, Gott möge sie vor Unfällen schützen“.

Karl-Josef Sprenger spricht von einer „echten Aufwertung“

Bürgermeister Karl-Josef Sprenger sprach von einer „echten Aufwertung“, die geschwungene Plattform symbolisiere die traditionelle Umzugsstrecke. Auch erinnerte er daran, dass der Narrenbrunnen 60-jähriges Bestehen feiern kann. All dies zeige, wie tief in den Herzen und Seelen der Schömberger die Fasnet verankert sei.

Nach dem offiziellen Teil marschierten die Narrenräte stolz erhobenen Hauptes – angeführt vom stellvertretenden Zunftmeister Roland Wuhrer, der die Narrenfahne trug – mit musikalischer Unterstützung und zahlreichen Gästen zur Alten Schule, wo auf dem Hof und im Zelt zu den schmissigen Klängen der „Plettenberg Stammtischmusig“ weiter gefeiert wurde.

Die passende Musik durfte nicht fehlen. Foto: Schweizer

Und dann durfte auch noch zugeschaut werden, wie der „Allebär“ entsteht. Der „Allebär“ ist ein uralter Brauch, den die 19er und die Narrenräte schon seit vielen Generationen pflegen.

Dabei wird ein Mann komplett in Flieder eingebunden und von Treibern an Seilen durch die Stadt und von Wirtschaft zu Wirtschaft geleitet. Sehr eigentümlich hört sich der monotone Singsang dazu an.

Der „Allebär“ soll der Überlieferung nach den Sommer symbolisieren. In Schömberg ist die warme Jahreszeit jedenfalls angekommen, denn bei dem „Narrentreffen“ am Montag herrschte schon mal T-Shirt-Wetter.