63 Prozent der Fläche des Landkreises Calw sind Wald. Das entspricht rund 50 000 Hektar. 17 Prozent davon befinden sich in privater Hand. An eben diese Zielgruppe richtete sich der Infoabend des Landratsamts Calw vor Kurzem in Wildberg.
Jan Eugen Heckmann von Malotka, stellvertretender Leiter der Unteren Forstbehörde, Harald Nüßle (Privatwaldbetreuung und Förderung), Marc Vollmer (Holzernte, Maschineneinsatz) sowie Thomas Hingsberg, Wildbergs Revierförster, luden vor Kurzem zu einem Novum in Wildberg ein. Die Männer vom Fach informierten erstmals Privatwaldbesitzer über Veränderungen im Wald, Bewirtschaftung sowie Unterstützungsangebote. Mit rund 90 Teilnehmern überstieg die Resonanz die Erwartungen der Organisatoren bei Weitem.
Die Förster betrachteten zunächst die allgemeine Situation und berichteten von ihrer Arbeit im Wald. Das Landratsamt Calw engagiert sich für kommunale und private Waldbesitzer generell mit der Wiederbewaldung, beispielsweise durch die Aufarbeitung von Schadholz sowie den Umbau vom Nadel- zum Laub-/Mischwald. Aber auch mit der Jungbestandspflege samt Steuerung der Baumartenmischung.
Besonders spannend dürften für die Besucher aber die vorgestellten Unterstützungsmöglichkeiten sein. Privatwaldbesitzer können vor Beginn einer Maßnahme einen Antrag über die Calwer Forstbehörde stellen. Auf folgende Angebote gingen die Referenten detaillierter ein.
Diese Angebote gibt es
Grundsätzliche Beratung Kostenfrei und unbürokratisch berät Thomas Hingsberg Waldbesitzer direkt im Forst, im persönlichen Gespräch. Dabei werden alle Fragestellungen von Pflanzung über Bestandspflege bis zur Holzernte erörtert.
Fallweise Betreuung Über eine PW1-Privatwald-Vereinbarung ist eine Beratung im Einzelfall möglich. Die Vertragslaufzeit beträgt fünf Jahre, die Vereinbarung kann mit einer Holzverkaufsvollmacht kombiniert werden. Inbegriffen ist die Unterstützung bei der Umsetzung forstlicher Maßnahmen. Kosten fallen erst mit der konkreten Beauftragung des Försters durch den Waldbesitzer an, beispielsweise für die Auszeichnung von Holz oder die Organisation des Hiebvollzugs. Förderungen werden über das Landratsamt abgewickelt, was das Förderverfahren für den Waldbesitzer vereinfacht.
Waldinspektionsvertrag Ein solcher Vertrag wird zwischen Waldbesitzer und Forstbehörde geschlossen. Die Laufzeit beträgt zehn Jahre, zum Leistungsumfang gehören Beratung und Unterstützung in Sachen forstliche Maßnahmen und Fördermöglichkeiten sowie eine jährlicher Inspektion durch den Förster. Der Waldbesitzer entscheidet, welche Maßnahmen er umsetzen möchte und spricht sich dazu mit dem Förster ab.
Holzvermarktung Das Landratsamt Calw arbeitet mit mehr als 50 Säge- und holzverarbeitenden Betrieben zusammen. Auf Wunsch können auch Privatwaldbesitzer von diesem Netzwerk profitieren und ihr (auch aufgearbeitetes) Holz über das Landratsamt vermarkten lassen. Das Holz wird in laufenden Verträgen an überwiegend lokale Sägewerke geliefert. Wichtig: Länge, Durchmesser und Qualität müssen besprochen werden, solange das Holz noch steht.
Weitere Informationen
Eigener Wald
Wer Fragen zu seinem Wald oder zur Förderung hat, kann sich an seinen Förster wenden, im Falle von Wildberg Thomas Hingsberg, E-Mail Thomas.Hingsberg@kreis-calw.de, mobil 0175/2 22 65 76.
Anträge stellen
Fragen zu Förderanträgen und der Antragstellung beantwortet Harald Nüßle vom Landratsamt Calw, E-Mail Harald.Nuessle@kreis-calw.de, Telefon 07051/16 06 75. Weitere Informationen auch unter www.kreis-calw.de/wald.