Ein letztes Bier am Wochenende? (Symbolfoto) Foto: ANGHI – stockadobe.com

"Einige Gäste kommen jetzt bewusst nochmal vor dem Lockdown." Wirte haben "Todesangst".

Region - Ab dem 2. November müssen Restaurants, Bars und Kneipen aufgrund der neuen Corona-Maßnahmen schließen. Wird es also einen Ansturm auf die Gastronomie geben, da jeder noch vor dem Lockdown ausgehen möchte?

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"Einige Gäste kommen jetzt bewusst nochmal vor dem Lockdown", erklärt Beate Gaiser, Kreisvorsitzende des Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) Freudenstadt und Betreiberin des Hotels Adler. Es sei aufbauend für die angeschlagenen Wirte, dass viele noch für dieses Wochenende reservieren, um ihre Lieblingslokale zu unterstützen. Es helfe, nach vorne zu schauen. Denn: "Die nächsten Wochen werden hart", befürchtet Gaiser.

Einige Menschen wollen laut der Dehoga-Kreisvorsitzenden jetzt noch einmal ausgehen, da sie befürchten, dass nach dem Lockdown nur wenige Lokale übrig blieben.

Wirte haben "Todesangst" vor Lockdown

Diese Ängste kennt auch Markus Holweger von seinen Gastronomie-Kollegen. Er ist Wirt des Cafés Catrina in Balingen und Dehoga-Kreisvorsitzender im Zollernalbkreis.

Von "Todesangst" spricht er im Hinblick auf die Corona-Maßnahmen im November. Jeder Wirt werde dieses Wochenende vor dem Lockdown noch nutzen, um Schadensbegrenzung zu betreiben. Denn die Lager seien wieder voll, die Bierfässer angezapft. Was an diesem Wochenende nicht wegkommt, müsse unter Umständen weggekippt werden.

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Das nun die Branche schließen muss, hält Holweger für einen "Schnellschuss" und für "irrsinnig". Denn die Gastronomie habe es bisher geschafft, die Lage zu entzerren. Im Lokal könne der Wirt die Abstandsregeln kontrollieren, bei privaten Treffen nicht.

Letzte Einnahmen vor der Schließung

Die Wirte würden mit dem Rücken zur Wand stehen, beschreibt der Kreisvorsitzende im Zollernalbkreis die finanziellen Sorgen. Da weiterhin die volle Gewerbesteuer abgebucht werde und es hier keine Entlastung gebe, würde vielen die "Luft zum Atmen fehlen." Die bisherigen staatlichen Hilfen seien "eine Lachnummer." Holweger verweist auch auf die gesamte Lieferkette, die unter dem neuen Lockdown leide.

Bei ihm sei jedenfalls dieses Wochenende ausgebucht - so weit, wie es das Hygienekonzept eben erlaubt. Sollten seine Branchenkollegen an diesem Wochenende jedoch das Hygienekonzept ignorieren, um sich noch mit den letzten Einnahmen über Wasser halten zu können, könne er ihnen dies nachsehen.

Denn einige werden es nicht schaffen. Von mindestens drei "Freunden" der Branche berichtet er, die aufhören wollen. Und man könne ihnen nicht zur Seite stehen, da jeder gerade selbst Probleme habe.

Doch er meint: "Wir geben nicht auf. Wir lassen uns nicht in die Knie zwingen." Auch Gaiser schließt mit zuversichtlichen Worten ab, die ihr zugesandt wurden: "Bleiben Sie positiv im Herzen und negativ beim Test."

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