Höhere Transportkapazität für Schadholz. Foto: dpa/Sebastian Gollnow

Ein Erlass des Landes-Verkehrsministeriums für schwerere Holztransporte unterstützt die Waldwirtschaft und könnte Schäden, die durch Unwetter und Borkenkäfer verursacht wurden, teilweise ausgleichen. Darüber haben wir mit dem Forstamt gesprochen.

Unwetter, Stürme, Borkenkäfer und Trockenperioden frustrieren nicht nur die Waldwirtschaft, sondern schaden dem Ökosystem Wald nachhaltig. Ein neuer Erlass des Verkehrsministeriums in Stuttgart könnte eine kleine Abhilfe schaffen – zumindest wenn es um tonnenweise Totholz in den Wäldern geht. Für Burladingen, als fünftgrößter kommunaler Waldbesitzer im Land, könnten die schwereren Schadholztransporte eine große Hilfe sein und auch eine finanzielle Entlastung bedeuten.

 

Transporte mit bis zu 44 Tonnen, sollen künftig erlaubt werden

„Die starke Trockenheit im vergangenen Sommer und Herbst sowie der Schädlingsbefall belasten die Wälder in Baden-Württemberg. Um die negativen Auswirkungen dieser Entwicklung abzuschwächen und betroffenes Schadholz zügig aus dem Wald abfahren zu können, ermöglicht das Verkehrsministerium mit einem Erlass ausnahmsweise schwerere Schadholztransporte als sonst“, hieß es dazu in der Pressemitteilung des Ministeriums.

Auf Grundlage des Erlasses können Speditionen der Holzlogistik beim Regierungspräsidium Transporte mit einem Gesamtgewicht von bis zu 44 Tonnen beantragen – das erhöht den Abtransport um bis zu vier Tonnen pro Fahrzeug.

Christian Beck, Leiter des Forstamtes Zollernalb, erklärt dazu: „Wir verkaufen unser Holz frei Waldweg, und unsere Kunden, die Sägereien, werden die Möglichkeit nutzen.“ Das sorge dafür, dass das Schadholz entsprechend schneller aus dem Wald komme, ohne das dadurch Mehrkosten entstehen. Die Kosten des Transportes werden pro Kilometer abgerechnet.

Durch den Erlass könnte sich die Preisdifferenz zum Schadholz ausgleichen

Auch wirtschaftlich lohnt sich dieses Unterfangen in doppelter Hinsicht. Zum einen kann das Holz dadurch besser vermarktet werden, und zum anderen ist weniger Schadholz auch ein Schutz gegen den Borkenkäfer. Denn in zwei bis drei Monaten wäre das Totholz für den Borkenkäfer sehr attraktiv.

Das Schadensausmaß in Burladinger Wäldern durch Schadholz betrug im letzten Jahr etwa 20 000 Festmeter, verteilt auf unterschiedliche Schwerpunkte in den Waldgebieten. Da die Ernte von Sturmholz teurer ist und dieses zu günstigeren Konditionen verkauft wird, sinkt der Gewinn. Dabei hilft der Erlass des Verkehrsministeriums, wie Beck bestätigt: „Die Prozesse könnten sich dadurch gegenseitig aufheben.“

Privatwaldbesitzer sollten mehr auf ihre Wälder achten

Dennoch schwelt, auch bezüglich des Borkenkäfers, die „große Unbekannte“ darüber – der Privatwald –, auf den das Forstamt keinen Zugriff hat. Forstamtleiter Beck sagt dazu: „Eigentum verpflichtet“ und dass man Privatwaldbesitzer bereits mehrfach aufgefordert habe, nach ihrem Besitz zu schauen. Der Borkenkäfer kennt nun mal keine Grenzen.

„Um den betroffenen Speditionen der Holzlogistik Planungssicherheit zu geben, gilt der Schadholzerlass bis zum 31.Dezember 2027. Gleichwohl ist dieser lange Gültigkeitszeitraum mit der Aufforderung an Forstverwaltung und Unternehmen verbunden, dauerhafte Lösungen zu entwickeln und umzusetzen, die keiner weiteren Ausnahmegenehmigung bedürfen“, beendet das Verkehrsministerium in Stuttgart seine Pressemitteilung und macht damit deutlich, dass die Waldwirtschaft sich neue, zukunftsfähige Konzepte erarbeiten muss.