Was für ein Rennwochenende: Mit dem ersten „ultimativen“ Bobbycar-Rennen in Albstadts City haben die Veranstalter von BeSave den Malus der Ebinger Fußgängerzone zum Bonus gemacht. Das Gefälle war die ideale Rennstrecke – und alle hatten riesigen Spaß.
Ein City-Race? Da haben bisher die meisten an den Albstadt-Bike-Marathon gedacht, doch der Sonntag war die Zeitenwende: Ab sofort ist Albstadt die Bobbycar-Hochburg der deutschen Renn-Szene – vom Mini bis zum weit mehr als Erwachsenen. Mit der Idee, das für Fußgängerzonen eher ungünstige Gefälle zur Rennstrecke zu machen, hat das Team von BeSave einen Meilenstein in der Belebung der Innenstadt gesetzt und die Finanzspritze aus dem Förderprogramm „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“ so eingesetzt, dass vom jüngsten bis zum ältesten Teilnehmer, von der jüngsten bis zur ältesten Zuschauerin alle riesigen Spaß hatten.
Der neue City-Manager feiert ausgelassen mit
Vor dem neuen Arbeitsplatz des ersten Albstädter City-Managers Ulrich Daum, der ausgelassen die Teilnehmer anfeuerte, starteten um 11 Uhr die Erwachsenen, unter ihnen auch die BeSave-Chefs Martin Braun und Markus Ringle, die sich wacker schlugen, aber nicht ins Finale kamen.
Auf der langen Strecke bis zum Kurt-Georg-Kiesinger-Platz, wo das BeSave-Team alle von Platz zwei bis Platz vier mit einem Kreuzchen schmückte – nur wer keines hatte, kam weiter –, waren andere schneller. Matthias Strähler zum Beispiel: Der Sportmediziner hatte sein stylishes Bobbycar von Norbert Wagner mit flotten Gummireifen tunen lassen und fuhr vielen jüngeren davon. Nämliches galt für Mona Lehmann und ihre Kinder. Die persönliche Referentin des Oberbürgermeisters rettete damit auch die Ehre von Roland Tralmer, der mit steifem Genick kurzfristig hatte absagen müssen. Nur das Daumendrücken funktionierte noch.
Der Museumsdirektor ist ein Renner
Ebenfalls am Start: Kai Hohenfeld, Direktor des Kunstmuseums Albstadt, und Axel Mayer, der Leiter des Stadtplanungsamtes, dessen Kollegin Ronja Schumacher ihn freilich deklassierte. Sie schaffte es als einzige Frau ins Finale.
Mehr und mehr Zuschauer strömten ab Mittag in die Stadt und bejubelten die Starter in den Altersklassen „Jung & Wild“ von 16 bis 24, „Juniors“ von zehn bis 15 und „Rookies“ von sechs bis neun Jahren. Dass es nicht noch mehr waren, dürfte Frau Holle geschuldet sein, die am Samstagabend – ausgerechnet! – die Betten geschüttelt und wohl manche veranlasst hatte, andere Pläne zu schmieden.
Die Rennen der Minis von drei bis fünf Jahren waren der absolute Höhepunkt des Tages: Dies- und jenseits der Rennstrecke, die auf halber Strecke einen kleinen Bogen machte, fieberten die Familien mit den Nachwuchs-Flitzern, die ein drolliges Bild abgaben und sich mächtig ins Zeug legten.
„Die Ortskenntnis ist entscheidend“
In den kurzen Pausen zwischen den Klassen genossen die Zuschauer köstliche Spießchen vom Team des „Schiller“, Getränke und Heißes aus dem kürzlich eröffneten „Chef Arat“, das die Chance nutzte, seine Küche anzuheizen. In den Finals ging es dann ums Ganze und Markus Reichenberger, der am Start für Ordnung und Fairness sorgte, schaute noch genauer hin, dass kein Rädchen zu früh die Rampe berührte.
Die Spannung erreichte ihren Siedepunkt, als die schnellsten Erwachsenen Aufstellung nahmen, darunter Ronja Schumacher, Timo Krebs vom Team der Albstadtwerke – und Matthias Strähler. Wie man es als Fast-Ruheständler schaffe, ins Finale zu kommen, fragte ihn Moderator Stephan Salscheider und bekam eine kecke Antwort: „Die Ortskenntnis ist entscheidend!“
Am Ende war Strähler gar der Erste im Ziel, Timo Krebs in einem Foto-Finish aber nur ein Muggaseggele dahinter – und BeSave hatte plötzlich „ein Problem“, wie Jannik Nölke vom Team BeSave im Ziel verkündete. Denn Strähler war auch um eine Nasenlänge früher gestartet. Pokale standen aber nur für die Erstplatzierten bereit – und auseinanderschneiden lassen sie sich nun mal nicht. Den Plan, trotzdem zwei Sieger zu küren, vereitelte Strähler allerdings selbst und rief aus: „Timo Krebs ist der Sieger!“
Nase vorn – und dann ganz gönnerhaft
Der freute sich umso mehr, ebenso wie die anderen Sieger, die Martin Braun, Markus Ringle und Ulrich Daum gemeinsam kürten: Bei den Minis siegte Mick Conzelmann vom Team „Autohaus Müller“ und jubelte wie ein Weltmeister, zumal sein Team auch die Mannschaftswertung gewann. Vera Liebchen vom Team „Gühring Azubi“ ließ bei den „Rookies“ alle hinter sich, Leon Simson vom Team des ADAC-Ortsclubs Zollernalb bei den „Juniors“ und Jakob Krall vom Team „Nüsse“ in der Klasse „Jung & Wild“.
Aus Ulrich Daum holte Stephan Salscheider, ehe alle auseinanderströmten, dann aber doch noch die Ansage heraus, dass dies das erste, aber nicht das letzte Bobbycar-Rennen in der Ebinger City war. Nächstes Jahr, so heißt es, soll es dann aber im Mai stattfinden – dann kann Frau Holle die Albstädter mal gerne haben.