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Calw Einsturzgefährdete Brücke: Sperrung wird aufgehoben

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De einsturzgefährdete Brücke wird mit mehreren Stahlkonstruktionen von oben und unten ­stabilisiert. Foto: Fuchs, Buck, Rousek

Calw - "Brücke einsturzgefährdet", "Lebensgefahr", "geteilte Stadt" – diese Schlagworte hielten die Calwer Bürger, die Verwaltung und natürlich die Deutsche Bahn in den vergangenen drei Wochen auf Trab. Am Samstag, 11. Mai, ab 18 Uhr soll die Sperrung der Bundesstraße am Adlereck aufgehoben werden. Eine Bilanz.

Ab dem Abend des 17. April war die Bundesstraße 296 unterhalb der stillgelegten Eisenbahnbrücke am Adlereck dicht. Auch für Fußgänger. In den sozialen Netzwerken verbreitete sich die Nachricht rasend schnell und sorgte für ein entsprechendes Echo: Ärger über die Deutsche Bahn, die Eigentümer der Brücke ist, Spott, dass nach dem Rathaus nun auch die Brücke einsturzgefährdet ist, Erleichterung darüber, dass nichts weiter passiert ist.

Für die Stadtverwaltung und vor allem den Baubetriebshof ging es zunächst ausschließlich um eines: die sofortige Ausschilderung der Umleitung. Was bei einer "normalen" Sperrung über Wochen geplant und ausgearbeitet werden kann, musste in diesem Fall in einer "Nacht- und Nebelaktion" bewerkstelligt werden. "Für eine sehr kurzfristige Aktion verliefen Ablauf und Organisation sehr gut", resümiert Marco Strauß von der Bußgeld- und Straßenverkehrsbehörde der Stadt Calw. Der Dank der Verwaltung gelte den Mitarbeitern vom Baubetriebshof Calw, die bis in die Morgenstunden auf den Straßen unterwegs waren, um Verkehrszeichen aufzustellen und die Umleitungen auszuschildern. Und die auch jetzt nochmals in den Abendstunden unterwegs sein werden, um die Sperrung wieder abzubauen, betont Strauß.

Wie so oft, gab es aber auch bei dieser Maßnahme trotz aller Beschilderungen und Halteverbote Bürger, die versuchten, ihren Weg abzukürzen.

Obwohl die Hindenburgstraße und die Eduard-Conz-Straße in Calw als Einbahnstraßen deklariert wurden und lediglich für Anlieger, Rettungskräfte und die Shuttle-Busse frei waren, habe es dort teils regen Verkehr gegeben. "Die genannten Straßen wurden gerne als Abkürzung von ausgeschilderten Umleitungsstrecken genutzt, beziehungsweise es wurde versucht", sagt Strauß. "Dies sorgte bei Anwohnern für verständlicherweise sehr viel Unmut."

Stahlträger montiert

Eingedämmt werden konnte das Problem schließlich dadurch, dass der Gemeindevollzugsdienst, wie auch die Polizei, täglich kontrollierte. "Hierbei wurden sehr viele Ermahnungen ausgesprochen", sagt er. Die Autofahrer seien dazu aufgefordert worden, zu wenden. Darüber waren sie aber teils gar nicht "amused" – unsachliche Diskussionen und Beleidigungen waren die Folge.

Und als wäre das nicht schon schlimm genug, befuhren einige Autofahrer auch noch die ausgeschilderte Einbahnstraße bei der Fuchsklinge – teils vorsätzlich – entgegen der Regelung, erzählt der Vertreter der Straßenverkehrsbehörde. Bewohner beschwerten sich überdies darüber, dass die Fahrer zum Teil zu schnell unterwegs waren. Kontrollen, beziehungsweise Geschwindigkeitsmessungen sollten auch hier das Problem eindämmen. ­ Viel los war während der Sperrung zudem im Bereich des Öländerle und Schleiftal. Problem dabei: Die Strecke ist eng und nur bis sechs Tonnen zugelassen. Das schien zahlreiche Verkehrsteilnehmer nicht weiter zu stören, weshalb die Anwohner mit Lärm, und Beleidigungen zu kämpfen hatten und es teils zu Schäden an Autos kam. Ganz zu schweigen davon, dass das erhöhte Verkehrsaufkommen eine Gefahr für sie und andere Fußgänger darstellte. Bei einer Kontrolle wurde laut Strauß sogar ein 7,5 Tonnen-Lastwagen auf der engen Straße erwischt. ­­ Direkt am Ort des Geschehens, also am Adlereck, sei es verhältnismäßig ruhig zugegangen. Lediglich in den ersten Tagen habe man dort Bürger zurückweisen müssen, die versuchten, über die Absperrung zu kommen oder die Schienen zu überqueren. Ihnen sei wohl nicht bewusst gewesen, dass sie sich damit in Lebensgefahr begeben, vermutet Strauß.

Denn die Einsturzgefahr der Eisenbahnbrücke war akut. So sehr, dass am Tag nach der Sperrung erste Sicherungsarbeiten hatten abgebrochen werden müssen. Inzwischen hat die Deutsche Bahn jedoch Stahlträger montiert – einer oberhalb der Betonbrücke, weitere unterhalb – um das Bauwerk zu stabilisieren.

"Wir haben Tag und Nacht gearbeitet", erzählt ein Arbeiter am Freitagnachmittag an der Brücke, wo gerade die letzten Stahlteile angebracht werden. Nur deshalb sei es möglich gewesen, die von der Bahn veranschlagten drei Wochen einzuhalten. ­ "Nachdem das Kind in den Brunnen gefallen war, hat alles gut funktioniert", bestätigt Oberbürgermeister Ralf Eggert. Auch wenn er nach wie vor perplex darüber sei, dass es überhaupt so weit kommen konnte. "Aber zum Glück ist die Sperrung jetzt vorbei – eine für alle äußerst anstrengende Zeit", freut er sich. ­­ Ab 18 Uhr soll dann wieder gelten: "Freie Fahrt für freie Bürger", scherzt ein Bahnsprecher am Freitagnachmittag. Immerhin war die Hesse-Stadt in den vergangenen Wochen geteilt – nur durch Umwege war es überhaupt möglich gewesen, auf die andere Seite zu gelangen. "Aber wie heißt es doch so schön", meint der Arbeiter an der Brücke, "Ende gut, alles gut".

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