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Calw Brücke sorgt für lange Umwege

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Zu Fuß und mit dem Auto ist hier am Adlereck in nächster Zeit kein Durchkommen. Foto: Rousek

Calw - Wir stehen in Calw am Adlereck. Weiter kommen wir nicht in die Stadt, denn hier ist die Eisenbahnbrücke gesperrt. Da akute Einsturzgefahr besteht, dürfen weder Fußgänger noch Autos hier hindurch. Als Alternative gibt es einen Shuttlebus-Service, der aber alles andere als reibungslos laufen soll. Andere Möglichkeit wäre eine "Fußweg-Umleitung", doch was ist die sinnvollere Variante? Wir wollen es testen, denn die Sperrung wird noch eine Weile aufrecht erhalten.

Vor uns stehen mehrere Schilder, die für den Shuttle-Service werben. Allerdings sorgen diese eher für Verwirrung: Mal ist die Rede von einem Zehn-Minuten-Takt, mal von einer halben Stunde. Außerdem fahre der Bus laut dem einen Schild bis 0.30 Uhr, laut einem anderen nur bis Mitternacht.

Zu Fuß oder mit dem Bus?

Direkt darunter wird auf eine "Fußweg-Umleitung" hingewiesen, die wir testen wollen. Schon nach einigen Metern bergauf wird schnell klar, dass der Fußweg nur für Menschen geeignet ist, die gut zu Fuß sind. Auf dem Weg nach oben warten eine ganze Menge Treppenstufen. Während uns die Sonne in den Nacken brennt, lassen wir es gemütlich angehen. Dennoch ist die Steigung nicht zu unterschätzen. Hat man diese endlich geschafft, geht es eine ebenso lange Strecke wieder nach unten. Am Fuß des Weges angekommen geht es unter einer anderen Brücke in den Calwer Westen.

Leicht durchgeschwitzt und außer Atem stellen wir fest, dass der Fußweg etwa 20 Minuten in Anspruch nimmt. Den Rückweg wollen wir gemütlich angehen und den Bus nehmen. Am Busbahnhof herrscht erst einmal Verwunderung. Keine Hinweistafeln, die normalen Abfahrtszeiten und viele wartende Menschen. Im Gespräch erzählt uns Anwohner Gerd Stuffler, der ebenfalls auf den Bus wartet, dass er bislang nicht zufrieden sei mit dem Shuttle. Beim letzten Mal habe er 35 Minuten gewartet, bis der Bus gekommen sei. Wir haben Glück: bei uns sind es nur etwas mehr als zehn Minuten.

Der Bus fährt ein - und sorgt für weitere Verwunderung. Statt seine Fahrt direkt fortzusetzen, macht der Fahrer noch eine kleine Pause. Die Menschen um uns herum sind verärgert. Zudem handelt es sich nur um einen kleinen Bus mit Platz für etwa 30 Fahrgäste, in dem es schnell warm und kuschelig wird. Dann noch ein Kinderwagen und der Bus ist voll.

Das unendliche Warten

Am Bahnsteig sitzen noch Fahrgäste, die auf einen anderen Bus warten. Einen Bus, der dort nie ankommen wird, wie wir später von einem anderen Busfahrer erfahren werden. Viele Linien, die vor der Sperrung am Busbahnhof begannen, starten jetzt an der Haltestelle "Linde" auf der anderen Seite der Brücke. Die Fahrgäste vom Busbahnhof müssten also mit dem Shuttle mitfahren - leider sagt ihnen das nur keiner.

Nach etwas mehr als fünf holprigen Minuten über sanierungsbedürftige Seitenstraßen sind wir auf der anderen Seite der Brücke angekommen. Wir steigen aus, andere Fahrgäste wollen einsteigen. Nein, das dürfen sie aber nicht, denn der Fahrer macht erneut eine Pause. Er kann sich trotzdem an seine Fahrzeiten halten: Wie das Busunternehmen auf seiner Internetseite mitteilt, fahre der Shuttle nämlich nur im 20-Minuten-Takt an jeder Haltestelle. Eine Info, die auf keinem der vielen Schilder steht.

Wenn wir also 25 Meter Brücke umgehen wollen, sind wir, je nach Wartezeit, bis zu 25 Minuten mit dem Bus unterwegs. Für Menschen, die in der Mittagspause kurz in die Stadt fahren wollen, unmöglich. Wenn man einigermaßen trainiert ist also doch lieber den Fußweg nehmen, der auch eine tolle Aussicht über Calw bietet. Vor der Brücke treffen wir einen weiteren Anwohner: Klaus-Peter Immisch, der uns einen Tipp gibt: Die Ortskundigen kürzen sogar noch etwas ab, indem sie direkt über die stillgelegten Bahnschienen laufen. So sei man noch schneller als auf dem Fußweg und habe kaum Steigung.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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