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Burladingen Neuer Bürgermeister tritt schwieriges Erbe an

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Am Sonntag wird der neue Rathaus-Chef von Burladingen gewählt. Foto: Rapthel-Kieser

Burladingen - Die Bürger von Burladingen (Zollernalbkreis) hoffen auf einen Neuanfang. Nach fünf kommunalpolitisch bewegten Jahren mit einem AfD-Bürgermeister an der Spitze sind am kommenden Sonntag, 20. September, genau 9998 Wahlberechtigte an die Urne gerufen. Es gilt, einen neuen Verwaltungschef zu finden.

Das Stadtleitbild des rund 12.160 Einwohner zählenden Ortes am Flüsschen Fehla – es glich in den vergangenen Jahren eher einem Stadt-Leid-Bild. Die Außenwirkung wurde nämlich überlagert von den Schlagzeilen um den Rahaus-Chef. Im Frühjahr dann bat Harry Ebert, nach fast zwanzig Jahren als Verwaltungschef und mittlerweile 60 Jahre alt, um seine Entlassung. Am 31. Mai schied er aus dem Amt.

Rückhalt im Gemeinderat bröckelte

Fast zwei Jahrzehnte war der ehemalige Polizeibeamte Bürgermeister des Städtchens im Herzen der Schwäbischen Alb. Er wurde erstmals 1999 als Nachfolger von Michael Beck gewählt, schaffte bei den Bürgermeisterwahlen 2007 und 2015 jeweils den Wiedereinzug ins Rathaus. Nennenswerte Gegenkandidaten hatte er nicht. Die Wahlbeteiligung allerdings lag 2015 nur noch bei schwachen 28,2 Prozent.

Als Ebert kurz darauf in den sozialen Netzwerken anfing, sich flüchtlingsfeindlich und rechtspopulistisch zu äußern, ehrenamtliche Kommunalpolitiker im polternden Stil zu beleidigen und immer wieder das Amtsblatt unverhohlen für persönliche Meinungsäußerungen zu missbrauchen, bröckelte auch der Rückhalt im Gemeinderat. Es folgten Rücktritte der ehrenamtlichen Stellvertreter und eine Dienstaufsichtsbeschwerde beim Landratsamt, die mit einem Verweis endete.

Harry Ebert blieb zuletzt vielen Sitzungen fern

Als der Rathauschef, der einst als Parteiloser angetreten und als Freier Wähler im Kreistag vertreten war, dann vor zwei Jahren in die AfD eintrat, war das Tischtuch zwischen ihm und den Räten – aber auch so manchem Bürger – endgültig zerschnitten. Nahezu jede Zusammenkunft des Gemeinderates war geprägt von verbalen Scharmützeln, Beleidigungen und der Verweigerungshaltung des Stadtchefs, der in den letzten Monaten seiner Amtszeit den Sitzungen häufig fern blieb. Denn so mancher Burladinger hakte in der Bürgerfragestunde kritisch nach.

Die AfD hingegen warb bei überregionalen Veranstaltungen mit "ihrem Bürgermeister" und dem gelang es, für die Kommunalwahl im Mai 2019 eine AfD-Liste aufzustellen. Die zog mit vier Männern in den Gemeinderat ein. Sie sitzen jetzt neben Vertretern der CDU, der Freien Wähler und der Grünen am Ratstisch.

Live-Wahltalk am 17. September

Dieses schwierige Erbe wird einer der fünf Kandidaten, die sich als Bürgermeister beworben haben, antreten. Außer dem in der Region als Dauerkandidaten bekannten Sozialmediziner Horst-Ernst Raichle (61) haben der Bremer Architekt Michael Ohm (59), seit einem Jahr Mitglied der Grünen, der Calwer Verwaltungsfachmann Davide Licht (31) sowie die Burladinger Hans-Walter Hellbach (48) und Axel Niedenthal (47) ihren Hut in den Ring geworfen. Bis auf Ohm sind alle Kandidaten parteilos. Es wäre wohl auch fraglich, ob ein Parteibuch bei den Burladingern überhaupt den Ausschlag geben würde.

Am 17. September beginnt um 18.30 Uhr ein Live-Wahltalk zur Bürgermeisterwahl in Burladingen, der unter www.schwabo.de/bm-wahl verfolgt werden kann.

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