Die Ausstellung wurde von Kalin Lindena mit beeindruckender Performance „Faiding Rain“ eröffnet. „Aipriling“ im Forum Kunst ist noch bis 28. April zu sehen.
Mit der beeindruckenden Performance „Faiding Rain“ haben die Künstlerin Kalin Lindena und ihre Studenten Martha Burkart, Sabrina Weißinger, Ian Batchelor, Felix Jacob und Jessi Reiter von der Stattlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe, am Freitagabend die Ausstellung im Forum Kunst eröffnet.
Ganz in Anlehnung an das triadische Ballett von Oskar Schlemmer, bei dem aus Kostüm, Bewegung und Musik, Figur, Form und Farbe, Kreis, Quadrat und Dreieck ein Gesamtkunstwerk entsteht, hat Lindena mit ihren Studierenden eine Performance mit schwarzen Regenschirmen dargeboten, und dabei auch das Publikum „bewegt“. Vor dem Bürgersaal begannen die Regenschirme zu tanzen und fanden in dem überdimensionalen Schirm, der im Zentrum des Bürgersaals von der Decke hängt, ihren Abschluss.
Besucher werden zu Versuchsobjekten
Aber nicht nur die Performance hat beeindruckt, sondern auch die Art und Weise wie sich die Künstlerin mit ihren Werken den Raum ganz zu Eigen gemacht hat. Für ihre Arbeiten weiß Kalin Lindena Linien als Übergänge und Verbindungen zu nutzen, um Räume zu gestalten, in denen ihre Kunst sich als Hybrid entfalten kann. „Sich auf nur eine Technik, einen Stil oder ein Genre zu beschränken, liegt ihr nicht“, sagte Fabian Goppelsröder in seiner Einführung.
Wie auch beim Universalgestalter Schlemmer sei auch bei Kalin Lindena Kunst eine Melange von Künsten. „Doch sind ihre Projekte zugleich als Experimentalsysteme angelegt, in denen die Besucher gewissermaßen zu Versuchsobjekten werden. Man könnte es auch milder formulieren: entscheidend ist in Kalins Ausstellungen nicht, was man zu sehen meint, sondern wie man den Raum als ganzen wahrnimmt und erfährt.“ Es gehe nicht um den einen Gegenstand, um dieses eine Bild, diese Skulptur, nicht einmal um die einzelne Performance. Sie alle seien vor allem Mittel einer allein am Ort gelingenden Intervention.
Mehr als eine Ausstellung
Die reliefartigen Bilder, die „Tulpen und Narzissen“, die im Forum Kunst von der Wand in den Raum ragen, kommunizieren quasi mit dem kopfüber von der Decke hängenden, übergroßen Regenschirm – dunkel schwebend, aber mit einer gleichen Spur der Aneignung gezeichnet. Ein Schirm, der sich weniger schützend über einem wölbt als die Besucher durch seine Größe ihre Kleinheit durchaus spüren lässt.
Es lohnt sich also die Ausstellung im Bürgersaal zu besuchen und sich ganz darauf einzulassen. Man muss sie „erleben“ und den Raum auf sich wirken lassen, denn die Schau von Kalin Lindena, die noch bis zum 28. April zu den üblichen Öffnungszeiten zu sehen ist, ist viel mehr als eine reine „Ausstellung“.