Hinterzarten/Rottweil - Schneebedeckte Straßen, querstehende Lastwagen und umgestürzte Bäume: Der Wintereinbruch hat am Donnerstag zu massiven Problemen auf den Straßen und bei der Bahn geführt. Im Hochschwarzwald und auf der Schwäbischen Alb waren die Räumdienste im Dauereinsatz. Trotzdem waren zahlreiche Steigen gesperrt, vor allem weil Lastwagen quer standen. Es gab dutzende Unfälle.

Auch im Bahnverkehr kam es zu Verspätungen und Zugausfällen. So legte ein umgestürzter Baum den Verkehr auf der Gäubahn bei Rottweil komplett lahm. Hervorragende Aussichten gibt es hingegen für Wintersportler, denn am Samstag öffnen auf dem Feldberg die ersten Skilifte.

Vor allem an vielen Steigen entlang des Albtraufs ging am Morgen nichts mehr, nachdem Lastwagen sich dort festgefahren hatten oder quer standen. Die Polizisten kamen in einigen Regionen mit dem Zählen der Unfälle kaum hinterher. 17 waren es im Kreis Göppingen, 20 im Kreis Biberach, fast 15 im Zollernalbkreis und fast 30 im Kreis Reutlingen. Vor allem in der Nähe von Bad Urach sei es zu „teils chaotischen Straßenverhältnissen“ gekommen, sagte ein Polizeisprecher. 50 Lastwagen und Sattelschlepper standen dort und kamen nicht weiter.

Allerdings blieb es fast immer bei Blechschäden. Im Kreis Esslingen wollten zwei Beamte gerade die Autofahrer vor der Gefahr durch Schneebruch warnen, als ein Ast unter der Schneelast abbrach und genau auf ihren Einsatzwagen fiel.

„Bei diesem Wetter war es schwierig, Busse zu bekommen"

Auch auf mehreren Bahnstrecken kam es zu Problemen. Am schlimmsten traf es die Gäubahn, wo zwischen Rottweil und Horb mehrere Bäume auf die Schienen fielen und den Bahnverkehr den ganzen Tag lang zum Erliegen brachten. Für die Fahrgäste habe es einen „sehr eingeschränkten Busnotverkehr“ gegeben, sagte eine Bahnsprecherin. „Aber es war bei diesem Wetter schwierig, Busse zu bekommen.“ Auch zwischen Tübingen und Sigmaringen gab es Verspätungen.

Bei Bochingen (Kreis Rottweil) wir die Landstraße 415 noch bis Montag gesperrt bleiben, weil Forstarbeiter gar nicht hinterkommen, abgebrochene Äste zu entfernen und wackelige Bäume zu fällen. In Villingen-Schwenningen wurde eine Erddeponie geschlossen, weil man vermeiden wollte, dass die schweren Lastwagen sich trotz der glatten Straßen auf den Weg dorthin durch den Schwarzwald machen.

In den Wintersportregionen freut man sich hingegen über den Schnee. Auf dem Feldberg, dem höchsten Berg im Schwarzwald, wurde der Saisonstart vorverlegt. Schon am Samstag sollen die ersten drei Lifte den Betrieb aufnehmen - der Wetterbericht sagt für diesen Tag sogar Sonne vorher. Die Beschneiungsanlagen seien bereits in Betrieb, um dem natürlichen Schnee noch etwas nachzuhelfen, teilte der Liftverbund mit. Rund 30 Zentimeter dick war die weiße Decke am Donnerstag schon.

Der Grund für die winterliche Weiße ist Tief „Heike“, die den Herbst beendet hat. Für die kommenden Tage sagen die Meteorologen für den Südwesten weiteren Schnee auch in tieferen Lagen voraus.