Horb a. N. Talheim 21: Es geht um 1,8 Millionen Tonnen

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Wütende Bürger: In der Info-Veranstaltung war die Stimmung aufgeladen – das wurde durch die neuen Fakten noch verstärkt. Foto: Lück

Horb-Talheim - Gegen 21.35 Uhr steht Dietmar Meintel in der vollbesetzen Steinachhalle auf. Er sagt: "Ich habe hier 1690 Unterschriften in der Hand." Donnernder Applaus. Die Stimmung bei der Info-Veranstaltung der Stadt am gestrigen Abend zu "Talheim 21" war emotional.

Zunächst erläuterte Armin Kaltenbach, Geschäftsführer des gleichnamigen Steinbruchunternehmens, seine Pläne.

Die Zahlen: Es geht um 1,8 Millionen Tonnen Abraum aus der Mega-Baustelle von Stuttgart 21. Das hieße bei 240 Arbeitstagen alle zwölf Minuten ein LKW! Kaltenbach ist aber so ehrlich, um zuzugeben: "Es können auch mehr sein. An Baustellen läuft es nicht immer rund." Bei 180 Arbeitstagen im Jahr wären das 2000 Tonnen pro Tag – und alle 8 Minuten ein Lkw, der in den Steinbruch fährt.

Zwischenrufe aus dem Publikum: "Der fährt auch wieder zurück!" Das heißt also für Talheim, so bestätigen Kaltenbach und auch OB Peter Rosenberger: Ein LKW alle vier bis sechs Minuten.

Und es geht auch um viel Geld. Auf der Powerpoint-Folie steht nur ein Wort: Strukturbeitrag. Kaltenbach sagt: "Dabei geht es um einen höheren sechsstelligen Betrag, den wir der Gemeinde zur Verfügung stellen würden."

Große Aufregung unter den Zuhörern. Viele klagten über die enorme Verkehrsbelastung, über den Lärm und Dreck des alten Steinbruchs. Und es kommt raus, dass der Steinbruchbetreiber wegen "Talheim 21" schon seit 2012 im Gespräch ist!

Werner Finke, Geowissenschaftler und Planer für Kaltenbach, hat schon am 25. September 2012 ein Gespräch im Landratsamt gehabt. Finke: "Wir haben ein erstes Konzept vorgelegt, um zu wissen, welche Verfahren wir einleiten müssen." Auch mit Regierungspräsidium Karlsruhe haben man schon lange diskutiert und geklärt, dass die Verfüllung unter naturschutzrechtlichen Voraussetzungen ginge, falls man einen Großteil der Felswände stehen ließe und einen anderen Steinbruch in Glatten nicht komplett verfüllt, wie geplant.

Im Sommer 2013, so Kaltenbach, habe man die Anfrage an die Stadt weitergegeben. Hier, so OB Peter Rosenberger, wurde beschlossen, das zunächst im Ortschaftsrat zu diskutieren.

Ganz wichtig, so Inge Weber von der Stadtplanung: Das Rathaus kann jederzeit, wenn es will, das Projekt stoppen. Der Grund: In einem notariellen Vertrag zum Abbauende des Steinbruchs hat das Rathaus im Grundbuch das Recht auf eine sogenannte "beschränkte persönliche Dienstbarkeit." Das heißt wohl im Klartext: Die Stadtverwaltung kann das Projekt jederzeit aufhalten.

Übrigens: Nach der Recherche unserer Zeitung widmet sich nun auch das SWR-Fernsehen dem Thema – heute Abend ab 20.15 Uhr im Magazin "Zur Sache Baden-Württemberg!".

  
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