So lautet das Motto der diesjährigen Ausstellung, mit der Künstler und Kunstschaffende aus der Ukraine ihren Aufenthalt in der Klosterbergfabrik abschließen. Ab diesem Montag präsentieren sie eine Werkschau in den Ateliers und Werkstätten.
Kunst schaffen in Sicherheit – das ist der Wunsch derer, die seit Ende des vergangenen Jahres in der Klosterbergfabrik beherbergt sind. Insgesamt zehn interdisziplinäre Künstler und Kulturschaffende aus der Ukraine sind dort derzeit untergebracht.
Eine von ihnen ist Elena Zozulya. Sie ist ausgebildete ukrainische Künstlerin, Architektin, Ikonenmalerin und Designerin. Geboren in Weimar und aufgewachsen in Poltava, kam sie auf Einladung der Klosterbergfabrik mit Unterstützung des Goethe-Instituts und von Artists at Risk, um in ruhiger, entspannter Atmosphäre an der Schaffung neuer Projekte auf diesem Campus zu arbeiten.
Leben und Arbeiten
„Die Klosterbergfabrik erwies sich als ein sehr kreativer und inspirierender Ort. „Mir wurden alle notwendigen Materialien und Werkzeuge sowie ein Arbeitsplatz zur Verfügung gestellt“, erzählt sie. „Ich habe ernsthafte gesundheitliche Probleme, aber in der Klosterbergfabrik wurden mir sehr angenehme Bedingungen zum Leben und Arbeiten an meinen kreativen Ideen geboten“, merkt die Künstlerin an. „Für den persönlichen Transport wurde mir sogar ein elektrischer Rollstuhl zur Verfügung gestellt, mit dem ich durch die Stadt fahren konnte.“
Während ihres Aufenthalts in der Klosterbergfabrik hat sie eine ganze Kollektion geschaffen – eine Reihe kreativer Produkte mit lokalem Themenbezug. „Diese möchte ich der Öffentlichkeit zeigen und in der Abschlussausstellung präsentieren“, so Zozulya.
Unter ihren Werken findet sich eine Postkartenserie mit dem Titel „Offener Brief – Grüße aus dem Schwarzwald“ mit Blick aus den Fenstern der Werkstatt. „Dabei handelt es sich um Landschaften mit natürlichen Pigmenten und Ölfarben“, sagt Zozulya.
Alte Kuckucksuhrenfabrik
Ein interessanter Zufall führte außerdem zur Entstehung einer weiteren Postkartenserie, diese mit dem Titel „Offener Brief – Grüße aus dem Werk Klosterberg“. Denn das Haus, in dem sich die Künstlerresidenz der Klosterbergfabrik befindet, war unter anderem Heimat einer Kuckucksuhrenfabrik. „Mein Nachname, Zozulya, bedeutet aus dem Ukrainischen übersetzt ‘Kuckuck‘. Die Fassade des Hauses, in dem ich wohne, sieht aus wie eine Kuckucksuhr.“ Das erinnert die Künstlerin an die Geschichte „Einer flog über das Kuckucksnest“. Die Handlung dieser Erzählung ist das Leitmotiv für die Serie.
Sinnvolle Ergänzung
Im Rahmen des Programms konnten laut Programmleiter Hansjörg Weisser wertvolle Erfahrungen gesammelt werden, auf welche Art und Weise zukünftig der Residenzbetrieb zeitgenössicher Kunst des Vereins Global Forest in Richtung Kunsthandwerk, Gestaltung und weiteren Disziplinen im Bereich „Kulturerbe“ sinnvoll ergänzt werden kann.
Viele Spenden
„Viele Werke entstanden außerdem dank großzügiger Spenden wie beispielsweise vom St. Georgener Maler Andreas Wiertz, der unter anderem einen Meisterkurs zum Thema Holzstich und Linoleumschnitt gab und wie viele weitere Bürger St. Georgens auf sehr warmherzige Art und Weise bei der Betreuung der Besucher mithalf, zum Beispiel bei interkulturellen Kochabenden“, so Weisser.
Ausstellung und Konzerte in der Klosterbergfabrik
Abschluss
Von Montag, 29. Januar, bis Samstag, 3. Februar, präsentieren die Künstler und Kunstschaffenden von 17 bis 20 Uhr eine Werkschau ihrer Erzeugnisse in den Ateliers und Werkstätten im Erd- und Untergeschoss der Klosterbergfabrik in der Friedrichstraße 5a in St. Georgen. Diese umfasst unter anderem dekorative Accessoires, abstrakte Ölgemälde, Blumengemälde, Landschaften sowie modische handgefertigte Produkte – Stempel, Drucke, Läufer, Taschen und Arbeitsschürzen und Aufnäher, inspiriert vom ukrainischen Modetrend der Zweckentfremdung militärischer Abzeichen.
Musik
Am Freitag, 2. Februar, und Samstag, 3. Februar, planen die musischen Residenzangehörigen gegen 19 Uhr Konzerte und offene Improvisationsbühnen in der Klosterbergfabrik.