Ihren Hauptsitz hat die Aquavilla in St. Georgen – von hier aus wacht das Unternehmen auch über das örtliche Leitungsnetz. Foto: Helen Moser

Das Wasser geht St. Georgen so schnell nicht aus: Die örtlichen Quellen und der Anschluss an den Bodensee sichern die Versorgung. Nur eine besorgniserregende Tendenz gibt es – und die möchte die Aquavilla ab 2024 wieder in den Griff bekommen.

Wie steht es um St. Georgens Trinkwasserversorgung? Und wie blickt das Betreiberunternehmen Aquavilla in die Zukunft? Darüber gab nun Geschäftsführer Michael Dold Auskunft. Die gute Nachricht vorweg: Das kühle Nass geht in St. Georgen noch lange nicht aus. Die Trinkwasserversorgung ist gesichert, berichtete Dold dem Gemeinderat in jüngster Sitzung.

 

Etwa 526 000 Kubikmeter Wasser wurden 2023 in der Bergstadt verbraucht – rund zwei Drittel davon kamen aus den sieben ortseigenen Quellen. Die schütteten 2023 sogar genug Wasser, um die Bergstadt überwiegend allein zu versorgen, erklärte Dold – zumindest theoretisch. Denn in der Praxis bezieht die Stadt zusätzlich Wasser von der Bodensee-Wasserversorgung. Angesichts der Trockenheit vergangener Jahre habe man diesen Anschluss auch gebraucht, erklärte Dold – und perspektivisch wird die Zahl solcher Sommer steigen.

Nicht ganz so rosig sag es 2023 in puncto Wasserverluste aus: Durchschnittlich 14 Prozent des Trinkwassers, das durch die St. Georgener Leitungen strömte, kam nie in den Haushalten der Stadt an. Seit 2019 hatte die Aquavilla diesen Prozentwert stetig senken können – bis hinunter auf 8,6 Prozent im Jahr 2022. Dass es nun wieder aufwärts ging, erklärte Dold mit einer erhöhten Anzahl von Rohrbrüchen – 15 waren es 2023 –, die teils aufwendig zu reparieren waren.

Zwei größere Schäden repariert

Demnach konnten Ende 2023 und Anfang 2024 zwei Stellen, an denen viel Wasser verloren ging, geortet und die Schäden repariert werden. 2024 werden sich die Wasserverluste daher aller Voraussicht nach wieder auf einem niedrigeren Niveau einpendeln.

Bei Instandhaltung im Hintertreffen

Aktuelles Sorgenkind ist eher die Instandhaltung des Wassernetzes: Bereits 2022 hatte die Aquavilla das Ziel, jährlich rund ein Prozent des etwa 115 Kilometer langen städtischen Wassernetzes zu erneuern, nicht einhalten können. Damals lag die sogenannte Rehabilitationsquote bei 0,47 Prozent – unter anderem wegen der vollen Auftragsbücher vieler Tiefbauunternehmen, die dafür sorgten, dass einige Straßensanierungen in der Bergstadt verschoben werden mussten. Patrick Gaus hatte, als er im vergangenen Jahr den Aquavilla-Bericht für 2022 im Gemeinderat vorstellte, von einem hoffentlich „einmaligen Ausrutscher“ gesprochen. Das klare Ziel für 2023: wieder auf ein Prozent Rehabilitationsquote kommen.

Geglückt ist das nicht: Auch im vergangenen Jahr blieb die Aquavilla deutlich hinter dem Ein-Prozent-Ziel zurück. Mit Baumaßnahmen in der Spittelbergstraße, der Gewerbehallestraße sowie im Bereich des Erlen-, Tannen-, und Rupertsbergwegs wurden rund 660,5 Meter Wasserleitung erneuert – das entspricht 0,57 Prozent des Gesamtnetzes.

Für 2024 steht das Ein-Prozent-Ziel

„Etwas holprig“ sei es in diesem Bereich in den vergangenen Jahres gewesen, räumte Dold ein. Das liege unter anderem daran, dass Wasser- und Gasleitungen in der Vergangenheit stets in einem Zug erneuert wurden – und das klappte gut, bis die Stadtwerke Villingen-Schwenningen (SVS) sich entschlossen, ihre Sanierungsbemühungen zurückzufahren. „Wir müssen künftig auch Leitungen pflegen, ohne dass die Gasversorgung an Bord ist“, stellte Dold klar – sonst könne man das Ziel, jedes Jahr ein Prozent des Leitungsnetzes zu sanieren, nicht mehr erreichen. Dold ist zuversichtlich, dass im laufenden Jahr wieder eine bessere Rehabilitationsquote drin sein wird. „Jetzt haben auch die Tiefbauunternehmen wieder mehr Luft.“