Von Seiten der VR-Bank Dornstetten-Horb steht der Verschmelzung mit der Volksbank in der Region mit Sitz in Tübingen nichts mehr im Weg. Mit 119 von 120 Stimmen sprach sich die Vertreterversammlung in Dornstetten klar für die Fusion aus.
Die Abstimmung war am Mittwochabend der wichtigste Punkt bei der Vertreterversammlung der VR-Bank Dornstetten-Horb in der Dornstetter Stadthalle. Protokolliert und überwacht wurde der Tagesordnungspunkt „Verschmelzung“ von Notar Markus Ettwein. Mit 99,17 Prozent der Stimmen (119 von 120) stimmten die Vertreter der Fusion zu und genehmigten den Entwurf des Verschmelzungsvertrags.
Damit ist ein entscheidender Schritt zum Zusammenschluss der beiden Banken getan. Im nächsten Schritt wird die Vertreterversammlung der Volksbank in der Region am 3. Juni über die Fusion abstimmen. Fällt auch dieses Votum positiv aus, erfolgt die Eintragung der Fusion im Genossenschaftsregister. Für das Wochenende 14./15. September ist die technische Fusion vorgesehen, so dass am Montag, 16. September, als gemeinsame Bank im Markt gestartet werden könnte.
Vertreter der Volksbank in der Region waren zahlreich zur Versammlung nach Dornstetten gekommen. Aufsichtsratsvorsitzende Ingrid Zech erinnerte in ihrem Grußwort daran, dass erste Gespräche der Vorstände zur Fusion schnell zu einem Konsens geführt hätten, worauf sich die Aufsichtsratsvorsitzenden beider Banken mit den Vorständen über die Rahmenbedingungen ausgetauscht hätten. Der Aufsichtsrat der Volksbank in der Region habe sich darauf einstimmig für die Aufnahme von Fusionsverhandlungen ausgesprochen und später auch einstimmig dem Entwurf des Verschmelzungsvertrags zugestimmt.
Neue Bank setzt auf alte Stärke
Wichtiges Thema bei den Gesprächen auf allen Ebenen sei immer wieder das Regionalkonzept gewesen, das sich auch im Namen der Bank widerspiegele. „Eine Stärke der genossenschaftlichen Banken gegenüber den Wettbewerbern war und ist, da bin ich überzeugt, ihre regionale Verwurzelung“, so Ingrid Zech. Diese Stärke wolle man auch weiterhin gemeinsam beibehalten.
Thomas Bierfreund, Co-Vorstandssprecher der Volksbank in der Region, betonte, dass die Gespräche von Anfang an von Vertrauen geprägt gewesen seien. „Nicht nur wir freuen uns auf die Verschmelzung, sondern auch unsere Mitarbeitenden.“ Die Projektarbeit sei bereits gestartet. Beide Banken seien überzeugt, dass man den Herausforderungen der Zukunft gemeinsam in größeren Einheiten besser begegnen könne. „Gehen sie mit uns diesen Weg, wir würden uns riesig freuen, wenn sie als sechste Region diese Volksbank in der Region bereichern würden und mit uns gemeinsam dieses Regionenkonzept weiter entwickeln würden“, appellierte Bierfreund an die Vertreter.
Ein Verschmelzungsgutachten des Württembergischen Genossenschaftsverbands hatte im Vorfeld Wirtschaftsprüfer Michael Lauterbach verlesen. Darin ist festgehalten, dass die vorgesehene Verschmelzung im Rahmen einer zukunftsorientierten Geschäftspolitik eine Lösung biete, um den Mitgliedern eine leistungsstarke eigenständige Genossenschaftsbank zu erhalten. Die Verschmelzung trage insbesondere dem aktuellen herausfordernden Umfeld Rechnung.
„Wir freuen uns riesig“, dankte VR-Bank-Aufsichtsratsvorsitzender Michael Mania, der die Versammlung leitete, nach der Abstimmung den Vertretern. „Sie haben eine für unsere Bank weitreichende Entscheidung getroffen. Sie haben den Weg frei gemacht für eine neue starke Bank.“
Zahlen zur VR-Bank
Geschäftsentwicklung
Über eine gute wirtschaftliche Entwicklung der VR-Bank Dornstetten-Horb im vergangenen Jahr berichtete Vorstandsvorsitzender Gottfried Joos. Das Gesamtkundenvolumen erhöhte sich auf 1,148 Milliarden Euro, die Bilanzsumme reduzierte sich leicht. Einlagen wurden teilweise in höherverzinsliche Anlagen umgeschichtet. Beim Kreditgeschäft wurde ein Zuwachs von 17 Millionen Euro verzeichnet. Das Eigenkapital stieg um zwei auf 39 Millionen Euro. Dem Fonds für allgemeine Bankrisiken flossen 4,5 Millionen Euro zu, er umfasst nun 27,7 Millionen Euro. „Die Bank ist stabil und gesund“, so Joos.
Jahresüberschuss
Die Vertreter stimmten unter anderem der Verwendung des Jahresüberschusses in Höhe von 2,165 Millionen Euro und einer Ausschüttung von 3,25 Prozent Dividende auf die Geschäftsguthaben zu.
Aufsichtsrat
Friedrich Bürkle, Thomas Fischer und Bernd Nestle wurden wieder in den Aufsichtsrat gewählt. Die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat führte Bürgermeister Bernhard Haas herbei.