Mit einem Lastwagen haben die Windkraftgegner ihre Einwendungen vor die Geschäftsstelle des Regionalverbands Neckar-Alb nach Mössingen gebracht. Foto: Edele

Zum Ende des Beteiligungsverfahrens haben die Gegner der Windkraft ihre Einwendungen dem Regionalverband gegeben. Deren Anzahl wirkt beeindruckend, doch interessant daran ist etwas anderes.

Der Zuspruch, den die Bürgerinitiativen gegen Windkraft in den vergangenen Wochen erhalten haben, ist überwältigend: 438 921 Einwendungen haben sie dem Regionalverband in Mössingen zum Ende des Beteiligungsverfahrens am 11. April übergeben.

 

Ein Stapler hebt Kisten palettenweise auf den Boden

Dafür mussten sie schon mit schwerem Gerät anrücken: Ein Lastwagen transportierte die tonnenschwere Fracht vor die Geschäftsstelle. Auf einem Video, dessen Urheber die Windkraftgegner sind, sieht man, wie die Plane des Anhängers beiseite geschoben wird und den Blick auf die Ladefläche freigibt. Etliche Kisten sind gefüllt mit Einwendungen, die ein Stapler palettenweise auf den Boden hebt. Ganz gleich wie das Thema Windkraft ausgeht: Die Gegner wussten die Übergabe wirksam zu inszenieren.

Windkraftgegner überzeugen viele Besucher

Diese Übergabe setzt den vorläufigen Schlusspunkt unter viele Info-Veranstaltungen der vergangenen Wochen. Die positive Resonanz war allerorten ausgesprochen groß. So waren es alleine in Rangendingen gut 400 Interessierte, die den Vortrag des Physikers Michael Thorwart hörten. Der Verein „Gegenwind Hohenzollern“ und die Bürgerinitiative „Pro Natur Starzach“ waren bestens vorbereitet: Im Eingangsbereich lagen vorgefertigte Einwendungen aus, und augenscheinlich hat die Veranstaltung zahlreiche Besucher motiviert, die Formulare mit ihrer Adresse zu versehen und mit ihrer Unterschrift zu signieren.

Standardisierte Einwendungen, standardisierte Antworten

In der Summe, alle weiteren Gegen-Windkraft-Veranstaltungen einbezogen, steht im Ergebnis die Zahl von rund 440 000 standardisierter Einwendungen. Diese erscheint beeindruckend hoch, ermöglicht dem Regionalverband aber auch eine ebenso beeindruckend hohe Zahl standardisierter Antworten zu verschicken.

Die schiere Zahl unterstreicht indes die Haltung vieler Bürger. Dem entsprechend heißt es in einer Pressemitteilung des Vereins Bürgerinitiative Gegenwind Hohenzollern zur Übergabe: „Diese für uns unerwartet hohe Zahl an Einwendungen aus der breiten Mitte der Gesellschaft sollte allen politisch Verantwortlichen im Land klar und deutlich aufzeigen, dass sehr viele Menschen sich gegen den Angriff auf unsere Gesundheit und gegen die sinnlose Zerstörung von Natur und Landschaft durch riesige Windindustrieanlagen wehren und für den Erhalt ihrer Heimat einsetzen.“

Sieben Bürgerinitiativen in einem Verbund organisiert

Die Bürgerinitiative Gegenwind Hohenzollern ist es auch, unter deren Federführung sich ein „Verbund Gegenwind Neckar-Alb“ gebildet hat. Dazu gehören zudem: Pro Natur Starzach, die Bürgerinitiative Windkraft Bitz/Winterlingen, die Gegenwind-Kraftgruppe Sulz-Dornhan- Vöhringen, MenschNatur Bodelshausen, Gegenwind Rottenburg, MenschNatur- NeckarAlb - Ortsgruppe Gomaringen, Pro Natur Härten, Rettet den Rammert, Freie Horizonte Herrenberg, und Gegenwind Steinhilben.

Dieser „Verband von sieben Bürgerinitiativen der Region Neckar-Alb koordiniert und sammelt eine riesige Anzahl von Stellungnahmen gegen die Planungen zu Windindustrieflächen“, informiert die Pressemitteilung. In den Einwendungen geht es unter anderem um Themen wie Gesundheitsschutz, Natur-, Arten-, Landschaftsund Grundwasserschutz, Flächenversiegelungen, Mikroplastik und Schattenwurf.