Der Felgenhersteller BBS Autotechnik aus Schiltach kann seit Monaten keine Räder an Kunden verkaufen und ausliefern. Der Grund ist ein Streit zwischen dem neuen Eigentümer und dem Altgesellschafter KW Automotive. Was dahinter steckt.
Nachdem BBS im vergangenen September zum vierten Mal Insolvenz angemeldet hatte, ist nach der Übernahme durch den Investor ISH Management-Services im Dezember neue Hoffnung aufgekommen. Nun gibt das Unternehmen jedoch eine weitere Hiobsbotschaft bekannt: Seit der Übernahme kann BBS keine Räder an Kunden verkaufen und ausliefern. Und das trotz einer hohen Nachfrage auf dem sogenannten Aftermarket. Darüber informiert die PR-Agentur Sympra im Auftrag von BBS in einer Pressemitteilung.
Brohammer: Zusagen nicht eingehalten
Der Grund sind „unterschiedliche Auffassungen zwischen dem neuen Eigentümer und dem Altgesellschafter KW Automotive über die Rechte an der Marke ‚BBS‘“, wie es in der Mitteilung heißt. Martin Brohammer, Betriebsratsvorsitzender der BBS Autotechnik, wird darin wie folgt zitiert: „Die ursprüngliche Zusage, einer Komplettlösung für die damals insolvente BBS nicht im Wege zu stehen und damit die Arbeitsplätze in Schiltach zu schützen, hat die KW-Geschäftsführung leider nicht eingehalten. Wir haben kürzlich herausgefunden, dass KW-Geschäftsführer Klaus Wohlfarth bereits wenige Monate nach der Übernahme die Markenrechte auf sich übertragen hat. Es scheint, dass er die Marke BBS von Anfang an von ihren Wurzeln in Schiltach trennen wollte.“
Der Vorwurf des Betriebsratsvorsitzenden wiegt schwer: „Klaus Wohlfarth sieht sich noch immer als Teil der BBS, obwohl sein Konzept beinahe den Verlust nahezu aller Arbeitsplätze verursacht und zur Insolvenz geführt hat.“
Altgesellschafter KW Automotive äußert sich nicht
Zudem entstand laut Mitteilung das Gerücht, dass KW günstig Räder aus Niedriglohnländern beschaffen und unter der Marke BBS verkaufen wolle. „Dies ist für uns Mitarbeiter und den neuen Eigentümer undenkbar“, teilt Brohammer weiter mit. „Viele der Mitarbeiter sind bereits seit über 30 Jahren für das Unternehmen tätig und tragen die Marke in ihrem Herzen. BBS-Räder werden auch künftig nur in Schiltach produziert.“ Der Betriebsrat appelliere daher an den Altgesellschafter KW Automotive die Übergabe der Markenrechte schnellstmöglich voranzutreiben, damit das Unternehmen BBS Autotechnik wieder eigenständig handeln könne, heißt es in der Mitteilung.
Appell an Altgesellschafter
KW Automotive äußert sich nicht
Der Altgesellschafter äußert sich indes nicht zu den Vorwürfen: „Die KW automotive GmbH äußert sich grundsätzlich nicht zu laufenden Verhandlungen mit Geschäftspartnern. Wir können die gemachten Aussagen daher weder kommentieren noch bestätigen“, teilt Unternehmensredakteur Christian Schmidt auf Anfrage unserer Redaktion mit.