Tierschützer gehen seit Jahren gegen die so genannte Anbindehaltung vor. Dieses Foto zeigt angebundene Kühe aus einem anderen Stall. (Archivfoto) Foto: Danner

Peta stellt Strafanzeige wegen Anbindehaltung von Rindern. "Bedürfnisse der Tiere werden komplett ignoriert."

Zimmern o. R. - Die Tierrechtsorganisation PETA hat bei der Staatsanwaltschaft Rottweil Anzeige gegen einen Flözlinger Landwirt erstattet, der Rinder in sogenannter Anbindehaltung halten soll. Bei dieser Haltungsform sind die Tiere mit Ketten oder anderen Vorrichtungen am Hals festgebunden.

Die Staatsanwaltschaft Rottweil bestätigt auf Anfrage des Schwarzwälder Boten, dass ein Ermittlungsverfahren läuft. Der betreffende Landwirt war jüngst wegen Missständen in der Schweinehaltung angezeigt worden.

Schweinezucht stillgelegt: Landwirt nimmt Stellung

PETA prangert an, dass sich Tiere in Anbindehaltung nicht einmal umdrehen können und teilweise jahrelang an einem Platz ausharren müssen.

Auch in Biobetrieben sei diese tierquälerische Praxis über die langen Wintermonate hinweg erlaubt, "obwohl die empfindlichen Tiere infolgedessen oft Schmerzen haben, etwa durch entzündete Gelenke oder Quetschungen am Hals", heißt es in einer Pressemitteilung zu dem Fall. Die Tierrechtsorganisation appelliert nun an die Bundesländer sowie an die Bundesregierung, die "Anbindehaltung" von Rindern bundesweit zu verbieten.

Bedürfnisse der Tiere komplett ignoriert

Verbrauchern werde eine "Idylle mit glücklichen Kühen und grünen Wiesen vorgegaukelt", während die Realität eher an Arrest in mittelalterlichen Einrichtungen erinnert. In der Anbindehaltung würden die Bedürfnisse der Tiere komplett ignoriert, so Edmund Haferbeck, Leiter der Rechts- und Wissenschaftsabteilung bei PETA. Die Bundestierärztekammer fordere seit Jahren ein Ende dieser Haltungsform.

Ein Urteil des Verwaltungsgerichts Stade habe die Forderung bekräftigt: Das Gericht verkündete 2012, dass die Anbindehaltung der verhaltensgerechten Unterbringung sogenannter Milchkühe entgegenstehe.

Zum Laufenden Verfahren kann die Staatsanwaltschaft noch nichts Näheres sagen. Die Ermittlungen seien noch nicht abgeschlossen.

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