Silke Edele Foto: Visel/Visel

Hell, modern und farbig: Beim Betreten des Zimmers der Bürgermeisterin fällt sofort auf: Hier hat eine Frau das Sagen. Silke Edele ist seit vier Monaten im Amt und hat sich schon gut eingerichtet – nicht nur im Rathaus.

Noch keinen Moment habe sie bereut, in Weilen als Bürgermeisterin kandidiert zu haben, sagt Edele (47), und findet es ganz toll, „dass die Weilener sich getraut haben, mich zu wählen.“ Am 19. März war sie im zweiten Wahlgang mit 53,1 Prozent der Stimmen gewählt worden. Für sie ist klar, dass sie eine zweite Amtsperiode anstreben werde.

 

Edele war zuvor als kommunale Gleichstellungsbeauftragte im Landratsamt des Zollernalbkreises tätig. Weil sie sich schon immer dafür einsetzte, dass mehr Frauen in die Kommunalpolitik gehen, habe sie sich auch in Weilen beworben. Nun sieht sie sich in ihrem neuen Amt gewissermaßen als „Vorbild“. Denn mit ihr und der Dotternhausener Bürgermeisterin Marion Maier gibt es bislang nur zwei Verwaltungschefinnen im Zollernalbkreis – dafür aber 23 Bürgermeister: „Das ist ausbaufähig.“ So hofft Edele auf die Kommunalwahl 2024 und darauf, dass dann mehr Frauen für die Ehrenämter kandidieren. Aus diesem Grund wird sie auch am 13. Oktober bei den Landfrauen ein Referat zu diesem Thema in der Bauernschule in Bad Waldsee halten.

Großes Netzwerk

„Sie kann auf ein großes Netzwerk zurückgreifen, was ihr natürlich beim Start in Weilen geholfen habe. Am Amt der Bürgermeisterin findet sie interessant, „dass ich dabei alle kommunalen Themen bearbeiten kann“ und sie dabei auf ihre Verwaltungserfahrungen zurückgreifen kann.Sie sei in Weilen „ganz überwiegend mit offenen Armen und herzlich empfangen worden“. Wichtig sei ihr gewesen, dass man ihr Zeit zum Einarbeiten gelassen habe. Das Amt sei herausfordernd und aufwendig, aber interessant und mit einer großen Verantwortung verbunden. „Es macht mega Spaß. Und ich sehe schon Erfolge.“ Mit der Familie sei ihre neue Arbeit gut zu vereinbaren: „Manchmal mache ich einfach auch Home-Office.“

Viele Aufgaben

An Aufgaben, die es zu bewältigen gibt, mangelt es in Weilen nicht. Als Erstes nennt Edele das seit Langem geplante Baugebiet Wettegärten mitten im Ort. Das Verfahren, das nach Paragraf 13b des Baugesetzbuchs durchgeführt worden war, sei nun aber „leider wieder auf Null gesetzt worden“, weil der Verwaltungsgerichtshof den Paragrafen gekippt habe. Nun gelte es zunächst mit den Naturschutzverbänden das Ganze neu zu planen. Dass es in der Gemeinde Bedarf an Bauplätzen gibt, untermauert Edele mit einer Umfrage in Weilen: „Es hat 22 Rückmeldungen von jungen Bürgern gegeben, die hier einen Bauplatz suchen.“ Und denen, sagt sie weiter, müsse man im Ort eine Zukunft bieten.

Weitere Themen auf ihrer Agenda sind ein Schuppengebiet, eine neue Heizung für die Gemeindehalle, die Digitalisierung der Verwaltung und die Unterstützung der Vereine, die für eine Gemeinde wie Weilen eine sehr große Rolle spielten. Bei den Öffnungszeiten im Kindergarten hinke man etwas hinterher. Edeles Motto: „Da müssen wir uns an die Bedürfnisse der Bürger anpassen.“

„Fortschrittlicher Gemeinderat“

Und dann steht auch die Aufstellung des Haushalts 2024 an: Die Heizung in der Halle werde ein großes Thema sein. Eine Klausurtagung mit dem Gemeinderat ist geplant, um die weiteren Prioritäten festzulegen. Mit den Gemeinderäten, bekennt Edele, arbeite sie gut zusammen: „Es ist ein gut besetztes und fortschrittliches Gremium. Jedes Mitglied ist eine Fachperson für einen bestimmten Bereich.“

Als Erfolg verbucht die Edele die von ihr initiierte Veranstaltung am 13. Juli unter dem Motto „Die Bürgermeisterin räumt auf“. 51 Bürger seien gekommen, die sich mit verschiedenen Themen wie Halle, Kindergarten und Rathaus befasst hätten. Unter Mithilfe der Eltern werde danach in Kürze ein Raum in der Kita renoviert, und es seien Ehrenamtliche für die Grünpflege gefunden worden.

Gewerbe im Ort ist ein wichtiges Thema

Ein weiteres wichtiges Thema für sie ist das Gewerbe im Ort. So möchte sie für die Gewerbetreibenden einen Themenabend anbieten, um zu erfahren, wo bei ihnen der Schuh drückt. Auch ein „Tag der offenen Tür“ in Weilen schwebt ihr vor. Weitere Abende sollen den Bereichen Jugendliche, Senioren und Vereine gewidmet werden. „Dabei ist mir wichtig, die Betroffenen zu hören um zu erfahren, was anliegt.“ Aus diesem Grund, sagt sie, werde sie auch am Seniorenausflug der Gemeinde am 25. September teilnehmen: „Diesen Tag habe ich mir schon reserviert.“