Gegen eine eigene städtische Forstverwaltung entscheidet sich der Gemeinderat. Foto: © Kletr – stock.adobe.com

Gemeinderat stimmt überarbeitetem Vorschlag zu. Kosten steigen trotz Verschlankung.

Rottweil - Das Thema war umfassend hinter verschlossenen Türen vorberaten – im Gemeinderat wie in den sechs Ortschaftsräten: Gestern Abend nun haben die Stadträte in öffentlicher Sitzung einen Knopf dran gemacht an die Neuorganisation der Forstverwaltung. Notwendig gemacht hatte dies ein Kartellverfahren mit der Folge, dass das Landeswaldgesetz zum 1. Januar geändert wird.

Die Auswirkungen sind durchaus beträchtlich, denn der gesamte Staatswald –­ im Landkreis Rottweil insgesamt 2300 Hektar, in Rottweil rund 300 Hektar – wird aus der bisherigen Struktur herausgelöst, also nicht mehr mit im bisherigen Einheitsforstamt für Staats-, Kommunal- und Privatwald geführt.

Mit dem ersten Vorschlag, berichtete Bürgermeister Christian Ruf, habe sich der Rat nicht anfreunden können. Zu zergliedert hätte das ihrer Meinung nach die Reviere der Stadt Rottweil, denn mit Blick auf die Kosten sollten aus 21 im Kreis 17 gemacht werden. Nun wird es ein Rottweiler Revier geben, das sich zum Großteil aus dem Stadtwald zusammensetzt, zudem Kirchen- und Privatwald beinhaltet. Das Revier Deißlingen/Rottweil gewinnt etwas Stadtwald hinzu, ebenso das Revier Rottweil/Wellendingen.

Doch auch mit der gestern verabschiedeten Neustrukturierung, machte Ruf deutlich, werden die Kosten steigen – von rund 142.000 auf etwa 170.000 Euro. Eine ebenfalls untersuchte Variante, bei der die Stadt eine eigene Forstverwaltung gegründet und nicht auf die Untere Forstbehörde beim Landkreis zurückgegriffen hätte, wäre indes mit Kosten von 180 000 Euro verbunden gewesen. Ausschlaggebend waren indes nicht finanzielle Überlegungen, sondern die personelle Situation etwa im Krankheitsfall und das fachliche Know-how der Forstbehörde.

Günter Posselt (CDU) begrüßte die Lösung und baut auf die Fortsetzung der guten Zusammenarbeit mit dem Landkreis. Gegen den Vorschlag stimmte lediglich Jochen Baumann (Grüne), der im Streichen einer Revierleiterstelle ein falsches Signal sieht. Jens Jäger (fraktionslos) und Karl-Heinz Weiss (FWV) enthielten sich.

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