An dem Zebrastreifen in Nordstetten gab es einen Unfall, bei dem ein Kind verletzt wurde. Foto: Florian Ganswind

Vor einigen Wochen kam es bei einem Zebrastreifen in Nordstetten zu einem Unfall, bei dem eine Grundschülerin verletzt wurde. Doch wie sieht die Verkehrserziehung im Kreis Freudenstadt aus und wie häufig sind solche Unfälle? Wir haben bei der Polizei nachgefragt.

Im November war ein siebenjähriges Mädchen auf dem Zebrastreifen auf der Hauptstraße in Höhe des Fabrikwegs in Nordstetten von einem Auto erfasst worden. Rektorin Annekathrin Scharf erklärt, dass Verkehrssicherheit ein wichtiges Thema im Schulalltag sei. So käme die Verkehrspolizei zu den Vorschülern, als Erstklässer behandelten sie den Schulweg erneut intensiv, ebenso wie das Verhalten am Bus. „In der vierten Klasse gibt es dann das Fahrradtraining“, schließt sie den Maßnahmenkatalog an der Grundschule ab.

 

Fester Bestandteil im Schulwegtraining

Frank Weber vom Polizeipräsidium Pforzheim ergänzt, dass es beim Schulwegtraining auch eine Veranstaltung für Erziehungsberechtigte gäbe, die dabei noch einmal an ihre Vorbildfunktion im Straßenverkehr erinnert würden. „Das Thema Überqueren einer Straße mit oder ohne Zebrastreifen ist fester Bestandteil des Schulwegtrainings“, erläutert er. Dabei würden den Vorschülern wichtige Regeln eingeübt.

Viele Regeln zu beachten

So müssten die Kinder zuerst mehrmals nach links und rechts schauen, ob die Straße auch wirklich frei sei. Erst dann dürften sie zügig losgehen.

„Nicht hinter Autos vorrennen, sondern sich ab Höhe des Blinkers versichern, dass wirklich nichts kommt“, weist Weber auf eine weitere Vorsichtsmaßnahme hin.

Bevor die Kinder auf dem kürzesten – also dem geraden – Weg über die Straße gingen, sollten sie auch darauf achten, dass ein dort parkender Pkw nicht gerade im Begriff sei, nicht rückwärts zu fahren.

Räder müssen stillstehen

Ebenfalls sollten sich die Kindergartenkinder bewusst sein, dass Elektroautos beim Fahren leiser seien als Fahrzeuge mit Verbrennermotor. Deshalb sollten sie sich nicht nur auf ihr Gehör verlassen.

Bei einem Zebrastreifen sieht das Schulwegtraining noch weitere Maßnahmen vor.

„Die Kinder sollen erst gehen, wenn die Räder der Kraftfahrzeuge tatsächlich still stehen“, mahnt der Polizist. Sind die jungen Verkehrsteilnehmer mit dem Fahrrad unterwegs, gelte es, vor dem Zebrastreifen abzusteigen und das Rad schiebend über die Straße zu gehen.

Zebra und Fußgänger-Führerschein

Im Anschluss erhalten die Kinder noch ein „Kleines Zebra“. Gemeint ist damit ein Bastelheft mit Puzzle, in dem sie das Gelernte mit ihren Eltern noch einmal zusammen nachlesen und basteln können.

Ebenfalls bekommt jeder der Teilnehmer einen Fußgänger-Führerschein. In diesen kann jedes Kind, das an einem Training teilgenommen hat, ein eigenes Bild von sich kleben.

Eltern sollten üben

Sieht man auf die Zahlen, scheint die Verkehrsprävention zu wirken. „Im Landkreis Freudenstadt gab es 2022 insgesamt drei Schulwegunfälle“, weist Weber auf die Statistik des vergangenes Jahres hin.

Doch sei es allein mit dem Schulwegkurs nicht getan, gibt er zu bedenken. „Eltern sollten mit ihren Kindern eine selbstständige Teilnahme am Straßenverkehr üben und ihnen das auch zutrauen“, rät Weber. Ein Schritt in diese Richtung sei etwa, „Elterntaxis“ zur Schule zu vermeiden.

Allerdings ist ein sicheres Miteinander keine Einbahnstraße. „Würden sich alle Verkehrsteilnehmer an die geltenden Regeln halten – und etwa an einem Zebrastreifen anhalten –, sollte die Verkehrssicherheit eigentlich gewährleistet sein“, äußert sich Nordstettens Ortsvorsteher Markus Bok.

Verkehrsprävention

Schulwegtraining
An insgesamt 141 Kindergärten im Kreis Freudenstadt hat die Polizei im Schuljahr 2022/23 Kurse zum „Sicheren Schulweg“ durchgeführt.

Fahrradausbildung
Wie man sich sicher auf zwei Rädern verhält, konnten 50 Klassen (mit rund 900 Schülern) der 4. Jahrgangsstufe im Rahmen der Radfahrausbildung lernen.