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Horb a. N. Umstrittene Skulpturen kommen weg

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"Die Zufriedene" macht den Abflug aus der Neckarstraße. Foto: Lück/Straub

Horb - Die Neckarstraße vor dem Luziferturm ist ein Stück langweiliger geworden. Mayk Herzog hat jetzt die Miriam-Lenk-Skulptur "Die Zufriedene" weggeschafft.

"Sie ist weg, und ich bin wieder allein, allein" – so singen die Fanta 4 in ihrem Hip-Hop-Klassiker. Das gilt jetzt auch für die Neckarstraße. Denn Mayk Herzog hat jetzt die weiße, rundliche Frau wegschaffen lassen. Die Fotos dokumentieren, wie die schwere Skulptur mit den prallen Brüsten auf einen Lastwagen gehoben und dann woanders abgeladen wird. Hier sonnt sie sich im grünen Schatten und lächelt zufrieden.

Monate vorher hatte der umstrittene Besitzer des Sebastian-Lotzer-Hauses schon Schilder vor den vielen Skulpturen aufgehängt, die er an seinen Häusern oder davor installiert hatte. Text der Schilder, die auch am ehemaligen Belle Arti hängen: "Liebe Stadtführer, zeigt Charakter und führt die Besucher nicht zu meinen Skulpturen." Haben die Stadtführer keinen Charakter gezeigt?

Fakt ist: Die Skulpturen sind provokant und sorgten seit der Installation immer wieder für Diskussionen. Beispielsweise "Leda und der Schwan" von Peter Lenk, dem umstrittenen Bildhauer vom Bodensee. Letzte provokante Aktion: Gegenüber der Springer-Zentrale am Haus der Taz installierte er eine Skulptur, die den ehemaligen Bild-Chefredakteur Kai Diekmann mit einem Riesen-Penis zeigt, der über fünf Stockwerke geht.

Lenks Tochter Miriam ist nicht ganz so hart drauf. Ihr Thema: Füllige, barocke Frauen wie die "Die Zufriedene" aus der Neckarstraße. Doch die ist ja jetzt weg…

Doch wo? Herzog zum Schwarzwälder Boten: "Die Zufriedene ist jetzt in Sindlingen (Kreis Böblingen) – bei Nikolaus und Laura Skolis." Die beiden wollten ihr "El Greco" eigentlich im Lotzer-Haus eröffnen. Doch durch den Stress zwischen Mayk Herzog und der Stadtverwaltung, die seine Baustelle wegen fehlender Unterlagen vor mehr als einem Jahr stillgelegt hatte, haben sich die Besitzer des "Grünen Baums" in Ihlingen dann umentschieden und im Sommer ihr neues El Greco in Sindlingen eröffnet.

Herzog reagierte zuletzt mit dem Transparent: "Kronenbitter. Wann darf ich weiterbauen? Drei Jahre Baustopp." Baurechtsamtsleiter Wolfgang Kronenbitter ist jetzt nicht mehr im Amt – und es hat laut Herzog neue Gespräche zwischen dem Rathaus und Herzog gegeben. Ohne Ergebnis, wie er behauptet. Das Rathaus versuche jetzt eine Zwangsenteignung. Von neuen Gesprächen wisse man im Rathaus jedoch nichts, so die Stadtverwaltung auf Anfrage. Den Bauherren sei bekannt, welche Auflagen und Voraussetzungen es zu erfüllen gebe.

Zur Behauptung über eine Zwangsenteignungen erklärt die Stadt, dass man diese Äußerungen von Herzog als "sehr seltsam und befremdlich erachte". "Zwar wurde die Verwaltung und auch einzelne Gemeinderäte bereits verschiedentlich aus der Bevölkerung mit dem Hinweis darauf angesprochen, man müsste den Eigentümer zwangsenteignen – allerdings hält sich die Verwaltung (im Gegensatz zu anderen Personen) an Recht und Gesetz. Eine Enteignung ist so nicht möglich. Weshalb Herr Herzog trotzdem solche Behauptungen aufstellt, ist nicht nachvollziehbar und entbehrt jeder Grundlage", sagt Stadtsprecher Christian Volk.

In diesem Hin und Her "rettet" Herzog jetzt seine Kunst. Deshalb ist nicht nur die aufsehenerregende "Zufriedene" weg. Herzog: "Die drei Skulpturen von Peter Lenk, welche im Mühlgässle stehen, folgen in den nächsten Tagen und bilden dort zusammen mit der Zufriedenen, den ›Skulpturengarten Sindlingen‹."

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