Als einzige Gemeinde im Land hat Nusplingen zum dritten Mal die Landesflorianifeier ausgerichtet.
Wenn es eines Beweises bedurfte, wie wichtig die Feuerwehr ist, ist er beim Hochwasser in Bisingen einmal mehr erbracht worden. Wie wichtig es für die Floriansjünger selbst ist, Unterstützung zu erfahren, weiß Weihbischof Matthäus Karrer aus eigener Erfahrung – als Notfallseelsorger für Rettungskräfte und als Feuerwehrmann, der er in jungen Jahren war.
Bei seiner Predigt im Festgottesdienst zu Ehren des Heiligen Florian, Schutzpatron der Feuerwehrleute, aus Anlass der Landesflorianifeier – der dritten in Nusplingen nach 1998 und 2012 – berichtete er von der Auswertung des Ahrtal-Einsatzes. Diese habe gezeigt, was es für die Opfer bedeute, nicht im Stich gelassen zu werden. „Ich gebe Ihnen heute die Zusage, dass wir ökumenisch an Ihrer Seite stehen“, sagte Karrer auch mit Blick auf seine evangelischen Kollegen und dankte den Feuerwehrleuten aus ganz Baden-Württemberg für ihre Einsatzbereitschaft und für das „Signal, das Sie täglich senden: nicht nur auf sich zu schauen, sondern auch auf die anderen. „ In keinem Land gebe es so viele Freiwillige Feuerwehrleute wie in Deutschland, so Karrer. „Behüte Sie Gott bei allen Ihren Einsätzen!“
Das große Besteck liegt auf
Beim Gottesdienst und schon zuvor beim Festumzug vom Heira-Platz zur Kirche Maria Königin haben die Nusplinger alles aufgefahren, was sie an Musik zu bieten haben: Der Fanfarenzug unter der Leitung von Sandra Klaiber zog in prächtigen Gewändern vorneweg, der Musikverein um den Dirigenten Franz Dett spielte Marsch- und in der Kirche Gänsehaut-Musik, garniert mit festlichem Glockenspiel. Etwas Besonderes war für viele der Klang der Bärataler Alphornbläser um ihren Leiter Walter Klaiber, der als Feuerwehrkommandant die erste Landesflorianifeier nach Nusplingen geholt hatte, und als der Männergesangverein unter der Leitung von Josef Vinskis die Lieder „Frieden“ und „Engel des Herrn“ anstimmte, lauschten die Gäste ergriffen. Bei den Fürbitten wurde deutlich, wie viele Organisationen mit der Feuerwehr zusammenarbeiten: Sie sprachen Vertreter des Technischen Hilfswerks, des Roten Kreuzes, der Jugend- und der Alterswehren sowie Kurt Schwalb, stellvertretender Leiter der Polizei Albstadt.
Konzelebranten beim Gottesdienst, dessen Opfer einer Stiftung für Angehörige im Einsatz verstorbener Feuerwehrleute zu Gute kommt, waren Dekan Pater Augusty Kollamkunnel, der Hausherr, Pfarrer Safi Powath, und sein Ebinger Kollege Uwe Stier, Notfallseelsorger im Dekanat Balingen, der vor dem Segen den Feuerwehrleuten zurief: „Für meinen Dank können Sie sich nichts kaufen – aber mögen Sie immer wieder spüren, dass Gott Ihnen für Ihren Einsatz dankt!“
„Jeder von Ihnen ist ein Teil des Uhrwerks, das nur läuft, wenn sich alle Räder drehen“, betonte Bürgermeister Jörg Alisch nach dem Festzug zur frisch renovierten Turn- und Festhalle und begrüßte die Ehrengäste, darunter Kreis-Jugendfeuerwehrwartin Monja Haas und Pfarrer Edwin Müller, den Feuerwehr-Seelsorger des Landesverbands, ehe er die Gemeinde und deren Wehr mit 36 Aktiven, 28 Jugendlichen und Kindern und zwölf Männern in der Altersabteilung vorstellte.
Frank Knödler, Präsident des Landesfeuerwehrverbands, baute Schiller-Gedichte in seine schwungvolle Rede ein und ehrte Matthäus Karrer sowie Jörg Alisch mit dem Landesfeuerwehr-Ehrenteller – schließlich sei Alisch „unser Haus- und Hof-Ausrichter der Landesflorianifeier“.
Ehrenmedaille für Ruß
Die Ehrenmedaille des Landesfeuerwehrverbands in Gold hatte Knödler für Armin Ruß mitgebracht, dem er für seine Leistungen und seine Kompetenz dankte. Der Erste Landesbeamte Matthias Frankenberg überbrachte die Grüße des Landkreises Zollernalb und unterstrich die Kameradschaft, die Feuerwehrleute auszeichne und die sich in Bisingen einmal mehr bewiesen habe. Ruß gratulierte er zur „hochkarätigen und allemal verdienten Auszeichnung“.
Die Feuerwehr Nusplingen repräsentiere die „tolle Arbeit der 87 Feuerwehrabteilungen im Zollernalbkreis“, die im Durchschnitt sechs Einsätze pro Tag leisteten, unterstrich Stefan Jetter, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes Zollernalb. Er bedauerte, dass Knödler bei der nächsten Wahl nicht mehr antreten wolle, wie der zuvor verraten hatte, und beschenkte ihn mit einem Feuerwehrauto samt Fahrer, eigens für ihn entworfen und gelötet.
Kreativ hatten sich auch die Gastgeber betätigt und die Tische, an denen die Kameraden anschließend gemeinsam ihren Schutzpatron feierten, mit Blumen geschmückt – in Feuerwehrschlauch-Stücken als Vase.