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Kreis Rottweil Coronavirus: Mit neun Gerüchten rund um die Maske aufgeräumt

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Ein Mundschutz aus Baumwollstoff, Gummibändern und einer Slipeinlage soll als Spuckschutz dienen. Foto: (dpa)

Kreis Rottweil - Aus Kaffeefilter und Gummibändern lässt sich eine alternative Maske basteln, Stoffmasken müssen nicht in der Waschmaschine gewaschen werden und Einmalmasken können öfters getragen werden - es ranken sich viele Gerüchte um den Mund-Nasen-Schutz. Doch was ist dran? 

Gibt es alternative Waschmöglichkeiten?

Nach dem Tragen sollte man den Mund-Nasen-Schutz bei mindestens 60 Grad waschen, rät das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) auf seiner Website. Das kostet nicht nur Wasser und Energie, sondern ist auch belastend für die Umwelt. Deshalb gibt es alternative Pflegemöglichkeiten.

Das Wasser im Wasserkocher erhitzen und in ein Waschbecken gießen, dann mit Waschmittel mischen und die Maske darin säubern. Dabei aufpassen, dass man sich nicht die Finger verbrennt.

"Mit kochendem Wasser übergießen geht natürlich auch, das ist ja das händische Adäquat vom 90-Grad-Waschen in der Waschmaschine", erklärt Susanne Bosch, Fachkraft für Krankenhaushygiene in der Helios-Klinik Rottweil.

Reinigen Ofen und Bügeleisen den Stoff?

Den Backofen auf mindestens 60 Grad vorheizen und die Maske für zirka 30 Minuten reinlegen hilft bereits. "Wenn das Material die 60 Grad im Backofen aushält - zielführend ist das auf jeden Fall, die Viren überleben diese Temperatur nicht", erklärt Bosch. "Auch auf höchster Wärmestufe bügeln, am besten mit einem Dampfbügeleisen, ist eine sehr gute Möglichkeit - der Dampf ist über 100 Grad heiß und lässt Viren und Bakterien keine Chance." Der Stoff sollte trotzdem immer mal wieder gewaschen werden.

Vorsicht bei der Mikrowelle

Auf die Mikrowelle sollte man jedoch lieber verzichten. "Sie erhitzt nur organisches Material - Stoff ist nicht organisch, deshalb wird er nicht heiß und damit überleben die Viren", erklärt die Expertin. Masken, die einen Draht erhalten, sollten auf keinen Fall in die Mikrowelle. Dieser könnte den Stoff in Brand setzen.

Droht Kindern unter der Maske Atemnot?

Im Internet kursieren Gerüchte, dass sich unter dem Stoff Kohlendioxid (CO2) sammelt, das bei Kindern zu Atemlähmungen führen kann. "Atemmasken sind jedoch viel zur grobmaschig, als dass sie CO2 zurückhalten könnten", informiert das Land Baden-Württemberg auf seiner Website. Selbst durch die FFP3-Masken können die Kohlendioxid-Moleküle noch entweichen.

Die Maskenpflicht gilt in Baden-Württemberg für Kinder ab sechs Jahren. "Sechsjährige können sich bereits gut artikulieren, wenn sie etwas unangenehm finden", sagt Bosch. Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes und das Atmen durch den Stoff ist jedoch nicht nur für Erwachsene gewöhnungsbedürftig. "Ansonsten muss bei Kindern wie bei Erwachsenen darauf geachtet werden, dass die Masken möglichst gut anliegen, damit nicht zu viel Luft an der Maske vorbei eingeatmet wird", informiert Bosch.

Helfen Slipeinlagen?

Im Internet tauchen viele vermeintliche Tricks auf, um die Schutzwirkung der Stoffmasken zu verbessern. Einer davon lautet, eine Slipeinlage im Innenteil des Mundschutzes einzunähen oder zu kleben. Bosch sieht das kritisch. Slipeinlagen "dienen der Feuchtigkeitsaufnahme", erklärt die Fachkraft für Krankenhaushygiene. 

Das regelmäßige Wechseln der Maske ersetzt die Slipeinlage nicht. Denn sowohl Einlage, als auch Maske durchfeuchten. Ein Ausflug in den Backofen macht die Maske rasch virenfrei. Die Einlage muss aber nach jedem Tragen entsorgt werden.

Wie gut sind Behelfsmasken?

Was tun, wenn man keine Maske mehr bekommt, nicht nähen kann und auch weder Schal noch Tuch zur Hand hat? Im Internet tauchen immer wieder Ideen für Behelfsmasken auf - beispielsweise, aus Kaffeefilter und Gummibändern eine Maske zu basteln. "Das halten wir nicht für empfehlenswert", rät Bosch davon ab.

Wie wäre es stattdessen mit einer Unterhose um Mund und Nase gebunden? "Der beste Stoff für eine selbstgemachte Maske ist ein feiner, eng gewebter Baumwollstoff - Unterwäsche ist aus einem weniger eng gewebten und elastischen Stoff und deshalb nur äußerst bedingt geeignet", zerschlägt die Expertin diese Idee.

Kann man sich selbst anstecken?

Es gibt drei unterschiedliche Arten von Masken: FFP2-Maske für den klinischen Bereich, Mund-Nasen-Schutz - zu dem OP-Masken gehören- sowie selbst genähte Masken aus Stoff. "Nur eine FFP2-Maske schützt den Träger vor Ansteckung", sagt die Expertin für Krankenhaushygiene. Vorraussetzung dafür sei, dass man die hygienischen Regeln zum An- und Ausziehen der Maske anwendet.

Siehe auch: Fünf Tipps, damit die Maske schützt

Die anderen Maskenarten hingegen schützen den Träger nicht. Ist man jedoch an dem Coronavirus erkrankt, ohne es zu merken, senkt die Stoffmaske die Gefahr, andere anzustecken. "Zu denken, dass man mit einer normalen Maske komplett vor Ansteckung geschützt ist, ist deshalb ein Denkfehler und vermittelt eine falsche Sicherheit", betont Bosch. Sie weist deshalb daraufhin, dass man trotz der Maskenpflicht weiterhin den Mindestabstand einhalten sollte.

Kann man Einmalmasken öfters benutzen?

OP-Masken oder weitere Mund-Nasen-Schutze können laut Bosch "bei 60 Grad im Backofen getrocknet und wiederverwendet werden". Einen Waschgang hält das Material allerdings nicht aus. "Im Zweifelsfall einfach ausprobieren", rät die Expertin.

Sind FFP-Masken für den Alltag geeignet?

Beim Einkaufen, auf dem Wochenmarkt oder beim Busfahren wird laut Bosch keine FFP-2-Maske benötigt. "Diese Masken sind sehr dicht und sollten dort eingesetzt werden, wo sie tatsächlich benötigt werden, nämlich in Krankenhäusern, Pflegeheimen, bei Zahnärzten oder sonstigen Berufsgruppen, die direkt und sehr eng an Patienten arbeiten."

Ihre Redaktion vor Ort Rottweil

Armin Schulz

Fax: 0741 5318-50

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