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Sulz a. N. Maskenpflicht: Reporterin macht den Test

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Ein selbst genähter Mundschutz kommt zum Einsatz. Foto: Bültel

Sulz - Unsere Redakteurin - vermummt mit einem Mund-Nasen-Schutz - hat sich in die verlassenen Straßen von Sulz rausgewagt. In der Stadt, in der bereits seit Freitag Maskenpflicht herrscht, nachdem die Fallzahlen stark angestiegen sind. Von dem Drang, ständig an dem Stoff zu zupfen und weiteren Erfahrungen lesen Sie in unserem (SB+)Artikel.

Ein Blick in die spiegelnde Scheibe eines Schaufensters - was zurückblickt, könnte ein Bankräuber sein: vermummt mit Maske und Sonnenbrille. Dass der Stoff farbenfroh und mit einem Zebra bedruckt ist, verzerrt das Bild nur noch mehr. In Sulz wird dieser Anblick bereits zur Normalität, seitdem am Freitag die Maskenpflicht in Kraft getreten ist.

Kein Ansturm auf Geschäfte

Es ist nicht viel los in der Stadt. Die Abstandsregelung von 1,5 Metern kann problemlos eingehalten werden. Kein einziges Mal muss von dem schmalen Fußweg auf die Straße ausgewichen werden. Tatsächlich sind mehr Autos als Menschen unterwegs. Von einem Ansturm auf die seit Montag wieder geöffneten Geschäfte ist nichts zu bemerken.

Die Verkäufer stehen meist einsam im Laden, mit oder ohne Mundschutz. Eine Mitarbeiterin putzt außen das Fenster, ihre Maske baumelt um ihren Hals. Die Abstandsmarkierungen vor der Eisdiele sind verwaist, die Tür ist geschlossen. In der Bäckerei sind Tische und Theke mit Absperrband abgetrennt. Nur zwei Menschen sind im Laden erlaubt, trotzdem bildet sich draußen keine Schlange. Überall in der Stadt hängen Plakate, die entweder auf die Abstandsregelung oder die Mundschutzpflicht hinweisen.

Einzelne Menschen stehen auf dem Marktplatz beieinander und unterhalten sich, ihre Stimmen klingen durch den Stoff gedämpft. Beim einen ist die Bedeckung von der Nase gerutscht, ein anderer hält die Maske an den Gummibändern locker in der Hand, ein Dritter trägt den Mundschutz um den Hals anstatt um den Kopf, um in Ruhe rauchen zu können.

Bürger ohne Mundschutz bilden Ausnahme

Ein vorsichtiges Nachjustieren der Maske, ein Zupfen und Ziehen, bis sie richtig sitzt - dabei immer darauf bedacht, die potentiell erregerhaltige Außenseide nicht zu oft anzufassen und ja nicht an die möglicherweise kontaminierte Innenseite zu packen. Ein bisschen stellt man sich so das Entschärfen einer Bombe vor - eine falsche Bewegung und es macht Boom!

Schließlich wird die Maske so gelassen, wie sie gerade sitzt. Hauptsache, sie bedeckt Mund und Nase. Auch die Sonnenbrille wird gerade gerückt. Überraschenderweise funktioniert es sehr gut, beides auf einmal zu tragen. Die nervösen Hände kommen in die Hosentaschen, damit sie nicht in einem unbedachten Moment den Stoff berühren können.

In den leergefegten Straßen von Sulz muss nicht unbedingt eine Maske getragen werden. Schließlich gilt die Pflicht nur dann, wenn der Kontakt mit anderen Menschen nicht vermieden werden kann. Dazu gehören Wochenmarkt, Geschäfte, öffentlicher Personennahverkehr, Dienst- oder Handwerkerleistungen sowie der Aufenthalt in geschlossenen Räumen mit mindestens einer anderen Person, die nicht im gleichen Haushalt lebt.

Die Pflicht gilt nicht, wenn man alleine oder mit einer Person aus demselben Hausstand im Auto sitzt, oder beim Aufenthalt unter freiem Himmel, solange ein Mindestabstand möglich ist. Trotzdem bilden Bürger ohne Mundschutz die Ausnahme. Auch einige Autofahrer, die allein in ihrem Fahrzeug sitzen, tragen eine Maske. Wer keine besitzt, benutzt einen Schal oder ein Tuch. Zugelassen ist alles.

Edeka bietet Kunden Masken an

Es wird warm unter der Maske, der frische Wind ist da sehr willkommen. Mit jedem Atemzug klebt der Stoff an Mund und Nase, die Luftfeuchtigkeit steigt schnell an. Aber: das Atmen fällt nicht schwer, man hat nicht das Gefühl keine Luft mehr zu bekommen. Zurück im Auto kommt die Maske trotzdem sofort ab. Die Luft im Innenraum ist stickig, trotzdem irgendwie auch angenehm.

Weiter geht es zum Supermarkt. Schnell die Maske aufziehen, den Sitz überprüfen und dann geht es in die Filiale.

Doch was, wenn man keine Maske dabeihat? Edeka Fauser stellt gegen eine Spende von einem Euro an das Pestalozzi Kinder- und Jugenddorf Einwegmasken zur Verfügung. Anders bei Lidl: "Wir stellen unseren Mitarbeitern Mund-Nasen-Schutzmasken zur Verfügung. Eine kostenlose Ausgabe an Kunden ist aktuell nicht geplant", sagt Sprecherin Sonja Kling. Wie die Filiale an der Stuttgarter Straße auf Kunden ohne Mundschutz reagiert, beantwortet Kling nicht. "Grundsätzlich appellieren wir an jeden Einzelnen, verantwortungsvoll mit der Situation umzugehen."

Beim Blick in die unteren Regale rutscht der Mundschutz über die Nase nach oben, der Stoffrand pikst im Auge. Heftiges Blinzeln ist die Folge. Also immer geradeaus blicken. Zwischendurch kommt die freie Hand wieder in die Hosentasche, um ein automatisches Zupfen am Stoff zu verhindern.

Endlich wieder draußen. Die Maske wird im Auto sofort wieder abgelegt. Eines ist sicher: Die Mehrheit der Bürger hält sich an die Pflicht und viele tragen die Masken sogar, wenn sie es nicht müssen. Die Sulzer wollen ihre Mitmenschen schützen. Auch wenn das Tragen des Mund-Nasen-Schutzes zuerst gewöhnungsbedürftig ist.

Ihre Redaktion vor Ort Sulz

Marzell Steinmetz

Fax: 07454 95806-19

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