Der Neubau soll Abhilfe schaffen: Durch die Erweiterung der Räumlichkeiten kann die Kita Regenbogen in Binsdorf schon bald mehr Kinder aufnehmen. Doch der Bedarf an Kitaplätzen wird wohl in den kommenden Jahren weiter steigen.
Die Plätze bei der Kita Regenbogen in Binsdorf sind rar: Im vergangenen Kita-Jahr hatte die Einrichtungen einen Aufnahmestopp verhängt, trotz einer Warteliste von mehr als 30 Kindern. Eine Erweiterung der Kindertagesstätte für rund 850 000 Euro schafft nun neue Plätze – und auch sonst warten mit dem Neubau einige Veränderungen auf die Kinder und Erzieherinnen.
Was ändert sich mit der Erweiterung der Kita?
Insgesamt zehn zusätzliche Krippenplätze soll es künftig an der Kita Regenbogen in Binsdorf geben, sagt Tanja Schick, Leiterin der Einrichtung. Hierfür wurden an der Südseite des Gebäudes rund 85 Quadratmeter angebaut. Dort soll ein neuer Schlafraum für die Krippenkinder sowie ein weiterer Gruppenraum entstehen. Durch einen zusätzlichen Eingang im Anbau kann die Krippe im Kindergarten künftig separat betreten werden. Diese Lehre hätten sie aus der Corona-Zeit gezogen, erzählen Schick und Ortsvorsteher Hans-Jürgen Weger bei einem gemeinsamen Rundgang.
An der Nordseite des Gebäudes soll durch den Durchbruch von zwei Wänden zudem der Küchen- und Essbereich erweitert werden. In einem weiteren Anbau von 34 Quadratmetern werden künftig eine weitere Mitarbeitertoilette sowie zusätzliche Toiletten und eine Dusche für die Kleinen zur Verfügung stehen.
Wie ist der momentane Stand der Bauarbeiten?
Bis zur Fertigstellung wird es noch einige Monate dauern, erklärt Schick. Der Rohbau steht bereits, und auch Strom und Sanitäranlagen sind verlegt. Der Keller des alten Gebäudes, das bereits in den 1960er-Jahren erbaut wurde, wurde im Zuge der Bauarbeiten nach heutigen Standards isoliert.
Was muss noch getan werden bis zur Einweihung?
In den nächsten Wochen werde die Fußbodenheizung eingebaut und der Bodenbelag verlegt, sagt Weger. Darauf folgt die Verkleidung der Wände, und die Decke im Krippenbereich werde mit einem Schallschutz abgehängt. Zudem fehlen noch die Durchgangsmöglichkeiten zum bestehenden Gebäude. Das Dach des Neubaus soll anschließend begrünt werden.
Zudem sollten zwei weitere Erzieherinnen eingestellt werden, „das ist heutzutage sehr schwer“, sagt Weger. Eine neue Erzieherin sei glücklicherweise schon gefunden – eine zweite Stelle gilt es noch zu besetzen.
Bis wann werden die Bauarbeiten noch andauern?
Bis zum Beginn des neuen Kita-Jahres soll die Erweiterung fertig sein, kündigt Schick an. Die Eröffnung sei am 1. September geplant. Die Vergrößerung soll zudem mit einer offiziellen Einweihungsveranstaltung gefeiert werden – ein Datum hierfür steht noch nicht fest.
Wie viele Plätze gibt es ab dem kommenden Kita-Jahr?
Durch die Erweiterung werden in der Kita Regenbogen in Binsdorf insgesamt 20 Krippenplätze und 45 Plätze in der gemischten Gruppe zur Verfügung stehen. Das sind zehn Krippenplätze mehr als bisher – für Kinder über drei Jahren werden durch die Erweiterung keine zusätzlichen Plätze geschaffen. In der Schwestereinrichtung in Erlaheim sind es insgesamt 36 Kita-Plätze in einer gemischten Gruppe von Kindern älter und jünger als drei Jahre. Ob diese Plätze den Bedarf in den kommenden Jahren decken werden, das lässt sich laut Schick noch nicht voraussagen.
Voraussichtlich wird es in den nächsten Jahren noch mehr Kinder in Binsdorf geben, schätzt Weger. Bald schon soll ein Neubaugebiet mit insgesamt 65 Wohneinheiten erschlossen werden – wo viele junge Familien einziehen. „Der Bedarf wird in den nächsten Jahren sicher hochgehen“, prognostiziert der Ortsvorsteher.
In einer jüngsten Gemeinderatssitzung kritisierte Ratsmitglied Gerhard Mozer das geplante Neubaugebiet als „deutlich überdimensioniert und am Bedarf vorbei“. Der Bedarf an Kitaplätzen in Binsdorf könne daher trotz des Anbaus nicht gedeckt werden, sagte er.
Wie werden diese begrenzten Plätze vergeben? In Geislingen, Binsdorf und Erlaheim erfolgt die Vergabe nach einem einheitlichen Punktesystem, erklärt Schick. Dabei kommt es nicht darauf an, wer am längsten auf der Warteliste steht, sondern hängt von Faktoren wie dem Alter der Kinder, dem Wohnort und dem Arbeitsplatz der Eltern ab. Geschwisterkinder erhalten einen Bonus, der gewährleisten soll, dass sie den gleichen Kindergarten besuchen können.