Ein 700-Tonnen-Kran wird am 25. Mai die Fußgängerbrücke, die vom ZOB zu den Gleisen der Hesse-Bahn führen soll, an ihren Platz hieven. Ein echtes Spektakel – allerdings herrscht dafür vom 21. bis zum 29. Mai kein Durchkommen auf der Bischofstraße.
In den vergangenen Woche und Monaten ist der Turm auf dem Dach des Calwer ZOBs beständig in die Höhe gewachsen. Etwa elf Meter, um genau zu sein.
Seit mehr als einem Jahr laufen hier die Arbeiten, um das Gebäude gewissermaßen fit für die Hesse-Bahn zu machen. Der vielleicht wichtigste Punkt, die Verbindung zwischen Turm und den Hesse-Bahn-Gleisen, die oberhalb jenen der Kulturbahn verlaufen, fehlt aber noch.
Das soll sich in rund drei Wochen ändern. Am Samstag, 25. Mai, wird die Fußgängerbrücke, die vom Turm zu den Schienen führt, eingehoben. Ein riesiges, 30 Tonnen schweres Bauteil wird dann an einem bis zu 50 Meter langen Kran-Arm etwa 30 Meter in die Höhe gewuchtet.
Dabei ist der etwa 700-Tonnen-Kran selbst eine Sehenswürdigkeit – und der größte seiner Art in Europa, meinte unlängst Jürgen Ott (GfC) im Calwer Gemeinderat.
Weiträumige Umleitung über Ottenbronn
Die weniger gute Nachricht: Für diese Maßnahme muss die Bischofstraße in der Zeit vom 21. bis 29. Mai voll gesperrt werden. Diese Sperrung, so heißt es in einer Pressemitteilung des Calwer Landratsamtes, betrifft den Bereich zwischen Esso-Tankstelle und Adlereck, wobei das Adlereck in Richtung Nagoldtal für den Verkehr in beide Richtungen frei bleibe.
Der Verkehr, der sonst durch die Calwer Innenstadt fließen würde, muss dagegen weiträumig über Ottenbronn, Neuhengstett und Althengstett umgeleitet werden.
Dauerparker im Parkhaus ZOB können dieses während der Sperrung indes weiter aus Richtung Adlereck anfahren. Und auch für den Notfall ist gesorgt: Im Bereich der Marktbrücke soll laut Landratsamt eine Autospur für Rettungs- und Löschfahrzeuge freibleiben.
Einschränkungen gibt es auch bei den öffentlichen Verkehrsmitteln. Die Kulturbahn etwa wird am Tag des Brückeneinhubs, also am 25. Mai, aus Sicherheitsgründen nicht verkehren. Kaum verwunderlich – immerhin wird die 30-Tonnen-Brücke an diesem Tag zeitweise nur am Kran hängend genau über den Schienen schweben.
Dafür soll eine innerstädtische Shuttelbusverbindung zwischen den Bushaltestellen Linde und Brühl eingerichtet werden. Der überörtliche Schienenersatzverkehr fährt von der Stuttgarter Straße bis zur Haltestelle Hirsau.
Innerstädtisch sind Shuttlebusse unterwegs
Für die Busverbindungen werden jeweils im Bereich Stuttgarter Straße und Kaufland entsprechende Ersatzhaltestellen eingerichtet, zwischen denen der innerstädtische Shuttlebus verkehrt.
Der ZOB kann während der Vollsperrung von keinem Bus angefahren werden.
Die Busse aus Richtung Wimberg und Hirsau fahren bis zu einer Ersatzhaltestelle im Bereich Kaufland/Untere Brücke. Aus Richtung Nagold, Bad Teinach, Heumaden, Stammheim und Weil der Stadt beginnen und enden die Linien an der Haltestelle Calw/Linde.
Informationen zu den Fahrplänen soll es rechtzeitig geben
Zwischen den beiden Haltestellen kann mit der Shuttleverbindung oder zu Fuß gependelt werden.
Informationen zu den Fahrplänen soll es rechtzeitig auf der Internetseite der VGC (www.vgc-online.de) zu finden geben.
Am Tag des Einhubs soll gefeiert werden
Die Sperrung der Calwer Hauptverkehrsader sorgte indes auch im Calwer Gemeinderat für gemischte Gefühle – vor allem aufgrund der befürchteten Konsequenzen für Handel und Gastronomie.
Ott, der auch als Co-Vorsitzender des Gewerbevereins fungiert, meinte dazu, „wir sind da dran“. Gerade der Tag des Brückeneinhubs gebe Anlass für ein Fest. Das kündigte an diesem Freitag auch die Stadt Calw in einer Mitteilung an. Einzelheiten wurden jedoch noch nicht bekanntgegeben.