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Horb a. N. Verbrechen in Nordstetten wird immer mysteriöser

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Entdeckte hier die Spurensicherung Fingerabdrücke des zweiten Tatverdächtigen? Foto: Lück

Horb-Nordstetten - Das Rätsel um die Tötung des Immobilienunternehmers Michael Riecher (57): Jetzt gibt es eine völlig unerwartete Wendung. Es wurde ein zweiter Mann verhaftet.

Und damit wird der Fall noch mysteriöser. Denn: Der jetzt verhaftete 32-Jährige hatte wohl überhaupt keine direkte Verbindung zum Opfer und ist, so ist aus dem Umfeld des bisher Tatverdächtigen zu hören, in Horb offenbar nicht bekannt – im Gegensatz zu dem 27-jährigen Mohammed O., der als enger Freund von Michael Riecher galt.

Doch wie kam die Sonderkommission (Soko) auf die Spur des zweiten Tatverdächtigen, dem laut Haftbefehl Beteiligung am Mord vorgeworfen wurde?

Die Polizisten haben aufgrund der Spurenlage ermittelt, dass die Tötung Riechers "mutmaßlich nicht nur von einer Person begangen wurde". Die Beamten der Soko hätten akribisch alle bisherigen Erkenntnisse zusammengetragen, um den Mittäter zu ermitteln.

Dann in der Früh am Dienstag: Ein Spezialeinsatzkommando (SEK) macht sich im Morgengrauen auf, den 32-jährigen Staatenlosen, der laut Staatsanwalt Frank Grundke aus dem Palästinensergebiet stammt, im Bereich Ludwigsburg festzunehmen. Das SEK muss aber feststellen: Er ist nicht mehr da. Doch die Beamten können ermitteln, auf welchen Weg er sich gemacht hat.

Wollte der zweite Tatverdächtige ins Flugzeug steigen?

Er hat den Frühzug nach Frankfurt genommen. War der Flughafen sein Ziel? Bis zur Endstation lassen sie den dringend Verdächtigen allerdings nicht kommen. Denn am Darmstädter Bahnhof ist Schluss für ihn. Die Bundespolizei nimmt ihn im Zug fest. Der Festgenommene wird nach Rottweil gebracht. Es wird ein Haftbefehl erlassen, und der 32-Jährige kommt in Untersuchungshaft.

Wenn der zweite Tatverdächtige keine Verbindung zum Opfer hatte, muss es wohl so sein, dass Mohammed O. und der 32-Jährige sich kannten. Doch woher? Dass sie sich im Deutsch-Kurs in Horb kennengelernt haben, kann das Hesse-Kolleg auf Anfrage nicht nachvollziehen.

Auch über die Rollenverteilung ist noch nichts bekannt. War Mohammed O. der Komplize des 32-Jährigen? Oder umgekehrt? Wer hat was genau gemacht? Wer hat welche Schuld am Tod von Michael Riecher? Und was wollten die beiden vom Opfer? Staatsanwalt Grundke sagt: "Die Rollenverteilung wird weiter ermittelt."

Auch zum Tatmotiv sind noch viele Fragen offen. War es Heimtücke, ein klares Mordmerkmal? Grundke hält sich zurück: "Von Heimtücke kann derzeit nicht die Rede sein."

Die Ermittler haben bis Dienstag das Haus von Michael Riecher nach Spuren abgesucht. Insbesondere an der Tür zum Souterrain-Eingang und an der Terrassentür wurden Fingerabdrücke genommen. Diese Terrassentür war für Freunde von Riecher der eigentliche Eingang ins Haus. Meistens soll sie der Immobilienunternehmer offen gelassen haben. Wurden hier auch Abdrücke des 32-Jährigen gefunden und waren sie in der Polizei-Datenbank?

Klar scheint auch, dass die Ermittler erst noch den Aufenthaltsort des 32-Jährigen ermitteln mussten. Es habe "weitreichende Umfeldermittlungen zu dieser Person und deren Aufenthalt" gegeben, heißt es in der Pressemitteilung.

Gehörte der 32-Jährige zu einem neuem Freundeskreis von O.?

Mohammed O. hatte in Horb einen großen Freundeskreis, von dem er sich aber in den vergangenen Monaten zurückgezogen haben soll. Seine früheren Freunde, die mit unserer Zeitung in Kontakt stehen, sind ratlos, um wen es sich bei dem 32-jährigen Staatenlosen handeln könnte. Hatte der 27-jährige Syrer mittlerweile einen neuen Freundeskreis, aus dem der zweite Tatverdächtige stammt?

Direkte Nachbarn in Nordstetten berichten, dass Mohammed O. oft Besuch hatte. Die Besucher halfen auch bei handwerklichen Arbeiten mir. Der 27-Jährige, dessen syrische Herkunft laut "Bild" angezweifelt wird, wohnte im stark sanierungsbedürftigen Elternhaus von Michael Riecher. Riecher hatte ihm sein Elternhaus zur Miete angeboten, dafür half ihm der syrischstämmige Mann bei Arbeiten im Garten und anderen handwerklichen Tätigkeiten.

Die Soko scheint vor einem besonders komplizierten Kriminalfall zu stehen. "Nach wie vor dauern die kriminalpolizeilichen Ermittlungen zu dem Tötungsdelikt an", heißt es in der Mitteilung. Doch die 50-köpfige Soko scheint zügig voranzukommen und hat in kürzester Zeit schon einige Ermittlungserfolge vorzuweisen.

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Florian Ganswind

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