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Horb a. N. Stadt kauft die Kipp-Gebäude

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Das Kipp-Ensemble (Gebäude rechts, rosa, gelb und grün) auf dem oberen Marktplatz gehört jetzt der Stadt Horb. Foto: Lück

Horb - Das ging jetzt schnell: Das Gebäude-Ensemble vom Café Kipp ist verkauft! Zugeschlagen hat die Stadt Horb. Und dahinter steckt ein klarer Hintergedanke.

15 Zimmer, 490 Quadratmeter Wohnfläche, Gastronomie, Ausbaureserven, Kaufpreis: 395 000 Euro. So hatte der Immobilienmakler von Poll die drei nebeneinanderstehenden Gebäude angepriesen.

Nachdem Helmut Kipp seinen Café-Betrieb aufgegeben hatte, kam er zu dem Entschluss, das Gebäude-Ensemble zu verkaufen. Und er musste nicht lange suchen.

"Der Gemeinderat hat die Stadt in nicht-öffentlicher Sitzung beauftragt, die Gebäude zu kaufen", erklärt Oberbürgermeister Peter Rosenberger auf Anfrage und fügt hinzu: "Das ist mittlerweile auch schon passiert. Auch notariell ist alles abgeschlossen." Zum Kaufpreis will Rosenberger keine genauen Angaben machen. "Aber in der Regel bleibt man meistens ein bisschen unter dem gewünschten Kaufpreis."

Doch warum haben sich Gemeinderat und die Stadt zu diesem Schritt entschlossen? Der OB nennt drei Dinge, die dem Gemeinderat wichtig gewesen seien. Erstens: Zwei Wohnungen seien in den Gebäuden eh frei. "Wir benötigen Wohnungen in der Kernstadt. Es soll bezahlbarer Wohnraum sein, es wird dort also keine Luxuswohnungen geben."

Zweitens hätten die Gebäude an sich einen wichtigen, historischen Wert. "Es ist die Rückseite der Stadtsilhouette, da wollen wir nicht, dass die Gebäude in die Hände von merkwürdigen Eigentümern fallen. Wir können uns nicht vorstellen, dass ein Wettbüro oder eine Shisha-Bar auf dem oberen Marktplatz aufmacht."

Und der dritte entscheidende Faktor: "Wir wollen dort eine besondere gastronomische Nutzung. Wir gehen auf die Suche nach einem geeigneten Mieter oder Pächter, Wir als Eigentümer haben dann die Gestaltungsfeiheiten." Die Stadt habe dadurch auch den Mietpreis in der Hand, der nicht überteuert sein soll. "Wir als Stadt wollen keine große Rendite machen. Uns geht es darum, dass dort was Sinnvolles passiert."

Schon der bisherige Eigentümer habe einige Anfragen gehabt. Nun wolle man mit den Interessenten in die Gespräche gehen. "Wir beteiligen an dem Verfahren die Wirtschaftsförderung und das Stadtmarketing – insbesondere mit dem Citymanagement." Rosenberger kann sich durchaus vorstellen, dass man auch den Runden Tisch der Gastronomen nach einer Einschätzung fragt.

Grundsätzlich sei auch möglich, dass ein Investor mit schlüssigem Konzept die Gebäude von der Stadt kauft, "doch wir gehen derzeit von einer Miete oder Pacht aus".

Für die bestehenden Mieter ändere sich nichts, so Rosenberger. "Kauf bricht Miete nicht. Und außerdem bekommen sie mit der Stadt eine sehr souveräne Vermieterin." Auch Helmut Kipp werde als Mieter bleiben. Spannend sei auch, dass man das Gebäude mit Gastronomie in der Tiefe weiterentwickeln könne.

Auch Kipp ist froh über diese Entwicklung. "Wir hatten immer einen guten Kontakt und ihm ist auch daran gelegen, dass sich die Gebäude positiv weiterentwickeln.

Klar ist: Eine Erweiterung der Verwaltung in diese Gebäude ist nicht geplant. "Das kommt garantiert nicht. Die Verwaltung wird nicht expandieren."

Dass eine Stadt sich so ins Immobiliengeschäft einschaltet, ist nicht ungewöhnlich, wie OB Rosenberger unterstreicht. "Es gibt viele Städte, denen gehört der gesamte Marktplatz."

Ist der Kauf der Gebäude also der Startschuss für weitere Immobilien-Aufkäufe auf dem oberen Marktplatz? "Nein, wir können nicht jedes Gebäude kaufen. Es muss vom Gesamtkonzept und den Argumenten her Sinn machen, in diesem Fall war es so." Auch in der gesamten Stadt werde man auf Gebäude in wichtiger Lage, die zum Verkauf stehen, einen prüfenden Blick werfen. "So wie es in Talheim geschehen ist und wie wir es gerne beim Belle Arti machen würden." Doch beim Sebastian-Lotzer-Haus gibt es keine positiven Neuigkeiten.

Und wie geht es mit dem Marktplatz insgesamt weiter? Der OB: "Das ›Schiff‹ hat für den öffentlichen Betrieb zugemacht, den Marktplatz nur über Festle zu beleben, bringt nichts. Die Besucher wollen das Rathaus betrachten und die Stiftskirche, und danach wollen sie einkehren. Diese Möglichkeit gibt es derzeit nicht, aber das wollen wir ändern."

In Bezug auf das neue Einzelhandelsgutachten habe es den Hinweis gegeben, dass die Stadt zu viele Mittelpunkte habe. "Der Mittelpunkt ist da, wo es Händler gibt", so Rosenberger.

Ihre Redaktion vor Ort Horb

Florian Ganswind

Fax: 07451 9003-29

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