Jörg Helber stellte im Gemeinderat seine Pläne vor: Er will ein Apartment-Hotel auf dem Hohenberg eröffnen. Foto: Lück

Statt Uni plant Jörg Helber nun Hohenberg-Hotel. Altengerechtes Wohnen kommt nicht voran.

Horb - Jörg Helber traut sich was. Er will ein neues Apartment-Hotel auf dem Hohenberg eröffnen. Im Gemeinderat stellte der Unternehmer (unter anderem Logo-Zeitarbeit) seine Pläne vor. 

Der Hintergrund: Damit in Gebäude Nummer 3 der Kaserne ein Hotel entstehen kann, muss der Bebauungsplan geändert werden. 

OB Peter Rosenberger leitete die Sitzung ein mit einem großen Lob für das Konzept: "Helber sticht hier in eine Lücke in unserer Stadt, die tatsächlich ausbaufähig ist." Denn: Helber plant so einiges in der Kaserne. 

Das alte Wachhaus hat der Unternehmer schon gekauft. Hier soll ab dem nächsten Jahr ein Café oder eine Bäckerei entstehen. Ab Mitte nächsten Jahres plant Helber dann den nächsten Coup. Dann sollten die Bauarbeiten in Gebäude drei starten.

Helber: "Wir wollen das Gebäude in ein Apartmenthaus mit 45 bis 65 Gästebetten umbauen. Dazu sollen drei hochwertige Wohnungen mit 200 Quadratmetern im Dachgeschoss entstehen und bis zu 1500 Quadratmeter Wohnfläche."

Gerade mit dem Apartment-Konzept – welches sich an der bundesweiten Kette "Motel One" orientiert – soll der Mangel an Hotelbetten in Horb ein bisschen besser werden. Laut Helbers Präsentation gibt es in Horb direkt lediglich 85 Betten.

Gästezahlen könnten jährlich um bis zu 8000 Übernachtungen steigen

Die neuen Apartments mit zwei bis vier Betten haben Badezimmer und teilweise eine Küche. Dazu ist eine große Außenterrasse geplant, ein Fahrstuhl und schnelles Internet. Dazu ein Fahrradkeller. Helber: "Eine Gastronomie planen wir nicht – wir hoffen, das die Gäste die bestehenden Horber Lokale beleben."

Er rechnet damit, dass durch das neue Apartment-Hotel sich die Gästezahlen in Horb jährlich um 6000 bis 8000 Übernachtungen steigern lassen. 

Helber: "Wir haben auch schon erste Gespräche mit ahg geführt. Deren Schulungsräume und unsere Übernachtungsmöglichkeiten wären auch eine Option für Kongresse."

Für das Stadtoberhaupt Rosenberger ist klar: "Wenn man weiß, dass wir regelmäßig Hotelbetreiber ansprechen, bei uns zu investieren und sich das bisher alles sehr schnell zerschlagen hat, wissen Sie, warum wir das Thema jetzt schnell entschieden haben wollen. Es macht meines Erachtens nach Sinn, dass jetzt in den Bebauungsplan mit einzubauen."

Helber: "Ich möchte schon bald mit dem Projekt beginnen." In seiner Präsentation verwies er noch auf den "lokalen Investor und Betreiber" und die Vergabe an "lokale Firmen".

Viviane Weschenmoser (SPD) mahnt an, dass man zunächst die Bürgerbeteiligung zur Änderung des Bebauungsplanes hören solle.

OB Rosenberger: "Wenn wir uns da jedem Argument hingeben wollen, kann das lange dauern. Wir schlagen nur vor, an dieser Stelle im Bebauungsplan ein Mischgebiet aufzunehmen, was vieles erlaubt. Die Bürgerbeteiligung kann an dieser Stelle weiterhin fundiert stattfinden." Helber verwies in seiner Präsentation darauf, dass in der Bürgerbeteiligung bisher ein Café und Übernachtungs- sowie Kongress-Möglichkeiten gefordert wurden. 

Mit großer Mehrheit wurde dem Vorschlag letztlich zugestimmt. 

Sucht Architekt Jarcke neue Partner für das Projekt?

Das ist die gute Nachricht von der Kaserne. Die schlechte: Das geplante altengerechte Wohnen, welches der Architekt Matthias Jarcke (Mannheim/Freudenstadt) vor mehr als einem Jahr vorgestellt hatte, kommt nicht voran. Der städtebauliche Vertrag wurde zwar geschlossen, um beim ehemaligen medizinischen Versorgungszentrum 32 Wohnungen zu bauen. Mit Blick runter in die Stadt. In der 96/2016 heißt es: "Aufgrund des aktuellen Verhandlungsstandes erscheint es nicht realistisch, ein tragfähiges Gesamtkonzept unter Führung dieses Bauträgers entwickeln zu können. Ursächlich für diese Annahmen sind unterschiedliche Bewertungen der Wirtschaftlichkeit beziehungsweise der Bodenwerte…"

Wie zu hören ist, sucht Architekt Jarcke neue Partner für das Projekt, welches in der Bürgerbeteiligung regen Zuspruch bekommen hatte (wir berichteten).

Die Stadt hatte außerdem versucht, den Hochschulcampus Nordschwarzwald auf das Kasernenareal zu bekommen. Freudenstadt hatte den Zuschlag bekommen (wir berichteten).

Statt Uni gibt es also vielleicht ab März 2018 das Hohenberg-Hotel. 

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