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Horb a. N. Hochbrücke: drei Jahre Vollsperrung

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Die Verkehrssituation in Nordstetten ist bereits jetzt, mit der einseitigen Sperrung angespannt. Was passiert, wenn dieser Bereich zwei Jahre voll gesperrt ist? Foto: Lück

Horb - Das ist ein Schock! Wird die Hochbrücke zur Stau-Brücke? Für den Bau müssen Vollsperrungen eingerichtet werden. Ab Juli kommenden Jahres in Nordstetten. Wenn diese Vollsperrung rum ist, geht es gleich am "Rauschbart" für ein Jahr weiter. Bedeutet das den dreijährigen Stau-Gau für Horb?

Es geht ein Geraune durch den Gemeinderat, als Jörg Pfleifle und Rainer Gumz die Schock-Nachricht im Feuerwehrhaus verkünden: Schon im Juli kommenden Jahres braucht die Baustelle für die Hochbrücke in Nordstetten eine Vollsperrung – für zwei Jahre.

Keine Möglichkeit zur Umfahrung

Gumz und Pfeifle sind die Projektleiter der Hochbrücken-Baustelle. Pfeifle: "Ab Juli soll nach unseren Zeitplanungen der Bauabschnitt zwei bei Nordstetten starten. Wir müssen hier einen Dammfuß herstellen in einer Tiefe von zwei Metern. Dann müssen wir Schicht für Schicht aufbauen, um den geplanten Straßenquerschnitt herzustellen. Dabei können wir keinen Verkehr gebrauchen. Das heißt: Wir benötigen hier zwei Jahre Vollsperrung." Gumz: "Wenn wir damit einmal anfangen, ist keine Straße mehr da. Wir haben vor Ort auch keine Möglichkeiten mehr zur Umfahrung. Es gibt nichts anderes."

Und diese Vollsperrung für die Bauten, die zwischen Juli 2020 und Juli 2022 angesetzt ist, ist ein Schock für die Gemeinderäte, wie das Stöhnen und Raunen im Gremium beweist.

Doch das war noch längst nicht alles: Im Juli 2022 soll der Bauabschnitt vier am "Rauschbart" beginnen. Dabei werde die "Rauschbart-Kreuzung" gemacht. Unter anderem muss die Felsnase gekappt werden. "Wegen Steinschlag und anderer Umstände geht auch diese Baumaßnahme nicht ohne Vollsperrung", erklärt Gumz. Und für den Bauabschnitt vier setzen die Projektleiter noch einmal ein Jahr an. Deswegen rechnen die beiden Projektleiter mit einer Fertigstellung der Hochbrücke im April 2024.

"Müssen richtig vorbereitet sein"

Warum dauert die Vollsperrung so lange? Projektleiter Pfeifle: "Wir haben massive Probleme in Nordstetten mit der Geologie. Dort gibt es Hohlräume, die sind teilweise so groß wie ein Bus. Wir haben Hohlräume von 80 Kubikmeter in 15 Meter Tiefe gefunden. Wir müssen uns richtig auf diese Situation vorbereiten. Wenn wir hektisch ausschreiben, könnte es sein, dass böse Überraschungen kommen. Seit Juni haben wir deshalb eine Bohrfirma draußen, die Probebohrungen bis zu 80 Meter Tiefe macht. Wir wollen sicherstellen, wie der Baugrund aussieht, ehe wir ausschreiben."

Es wird Horb empfindlich treffen: "Wie die Umleitung für Nordstetten sein wird, da wird es noch Gespräche geben. Die Umleitung über Mühlen hat sich bewährt. Wir können aber noch nicht zu 100 Prozent sagen, wie umgeleitet wird", erklärt Gumz. Laut dem Projektleiter sind schon optimierte Ampelschaltungen in Arbeit, die dafür sorgen sollen, dass der Verkehr ab dem Hallenbad zur Kreuzung beim Weinhaus Dörr dann reibungsloser abfließen wird. Insgesamt hat die Bundesrepublik als Auftraggeber schon zehn Programme in Auftrag gegeben. Sie sollen auch die "Rauschbart-Vollsperrung" optimieren.

Totales Chaos auf Umleitungsstrecke

Mühlens Ortsvorsteher Michael Eitelbuß: "Mich hat schon der Satz gewundert, dass sich die Umleitung über Mühlen bewährt hat. Auf der Umleitungsstrecke herrscht totales Chaos. Gefälle, der Bahnübergang und die Kreuzung am Neckar – hier hat es in der Vergangenheit massive Störungen gegeben. Unabhängig mal von den Fahrzeugen, die durch Mühlen weiter nach Bildechingen fahren ." Die Situation sei den Projektleitern so nicht bekannt gewesen. Oberbürgermeister Peter Rosenberger verspricht, dass Mühlens Ortsvorsteher in die konkreten Planungen der Umleitung mit eingebunden wird. Rosenberger erklärt: "Wir haben noch die alte Nordstetter Steige. Wir führen gerade hausintern eine Diskussion, wie wir die nutzen könnten. Als Einbahnstraße oder nur für Taxis und Busse. Wenn wir die Straße wieder zur Verfügung stellen, wissen wir, dass es wieder Ärger geben wird, weil auch andere Fahrzeuge die Straße nutzen werden."

CDU-Fraktionschef Michael Keßler: "Der Ausbau der Kreisstraße zwischen Empfingen und Betra soll im gleichen Zeitraum in Angriff genommen werden. Man sollte unbedingt prüfen, ob man diese Route als Ausweichstrecke für den Verkehr nach Horb benötigt." Da sei man gerade in Abstimmungen, welchen Einfluss das auf die Umleitungsstrecke haben wird.

Sperrungen werden auch Ortschaften treffen

Versinkt mit der Vollsperrung bei Nordstetten Horb im Stau-Gau? Bis Dezember 2020 soll ja auch die Baustelle am Aldi-Kreisel mit der halbseitigen Sperrung dauern. Rosenberger: "Wir drängen darauf, dass diese Maßnahme in dieser Zeit unterbrochen wird." Rosa Flaig, Pressesprecherin des Regierungspräsidiums Karlsruhe, sagt dazu: "Eine Aufhebung der halbseitigen Sperrung an der Dammstraßenbrücke wäre technisch nicht möglich, da sich die Sanierung der Dammstraßenbrücke im Bau befindet und nicht sinnvoll unterbrochen werden kann."

Rosenberger ist eins klar: Diese Vollsperrungen werden auch die Ortschaften treffen. Etwas verwunderlich: In der Debatte des Gemeinderats wurde die Vollsperrung am "Rauschbart" nicht diskutiert. Doch klar ist: Wenn Nordstetten wieder frei ist, stellt sich die Frage: Wie kommen die Fahrzeuge dann von der Christophorus-Brücke hoch Richtung Freudenstadt oder Nordstetten? Die eigentliche Hochbrücke soll ja erst im April 2024 fertig sein. Stauen sich die Autos dann über die Gutermannstraße hoch die Bildechinger Steige und zurück? Oder drängen – zumindest die Autos – dann alle durch die Altheimer Straße?

Michael Keßler fordert, dass auch die Anschlussstellen Rottenburg, Empfingen und Sulz in die Überlegungen der Umleitung mit einbezogen werden. Das heißt aber auch: Viele Autofahrer und Lastwagen aus Richtung Stuttgart werden dann natürlich gleich in Rottenburg abfahren. Das wird auch Eutingen und Bildechingen beeinträchtigen. Und auch auf Rexingen dürfte eine neue Verkehrswelle zukommen. Rosenberger: "Es ist eine Riesen-Herausforderung, dass die vielen Baustellen, die endlich kommen, nicht zum Kollaps führen.

Weitere Informationen:

Die Präsentation zur Hochbrücke kann im Bürgerinformationssystem auf horb.de abgerufen werden. Einfach Top eins der Gemeinderatssitzung vom 17. Dezember aufrufen und downloaden.

Ihre Redaktion vor Ort Horb

Florian Ganswind

Fax: 07451 9003-29

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