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Horb a. N. Corona-Krise: Endlich wieder zum Trainieren gehen

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Die Ersten kehren bereits zum Training zurück. Im Häsler Vital Center beginnt Stück für Stück wieder der normale Betrieb. Foto: Schwarzwälder Bote

Horb - Viele haben darauf gewartet. Endlich – nach Gastronomie, Hotels, Camping-Plätzen und anderem – dürfen seit Dienstag Fitnessstudios, Tanzschulen, Jugendhäuser und Kneipen sowie Bars wieder öffnen. Wie verläuft der erste Tag?

Für die meisten ist es ein großer Schritt Richtung Normalität. Wie das eigene Training in Fitnessstudios aufnehmen, Tanzkurse besuchen oder einfach Freunde treffen in der Stammkneipe.

Fitness-Studios

Eine etwas ungewohnte Sicht bietet in den Fitnessstudios das rot-weiße Absperrband, das über so manchen Geräten hängt. Um die Vorschriften der Regierung einzuhalten und die Sicherheitsabstände zu gewährleisten, dürfen manche Gerät nicht genutzt werden. "Wir dürfen nur die Hälfte aller Geräte nutzen. Das nervt zwar, aber es funktioniert gut. Und es tut einfach gut wieder trainieren zu dürfen", pflichtet Stefan Summ, Kunde beim Häsler Vital Center, bei. Immerhin herrscht an den Geräten keine Maskenpflicht.

Insgesamt 56 Kunden dürfen in das Studio kommen, um gleichzeitig zu trainieren. Reiner Häsler schätzte den ersten Tag noch als recht verhalten ein: "Ich denke, dass das Ganze nun Stück für Stück wieder anfängt." Bis zum Mittag waren es deutliche weniger Kunden als gewohnt. aber der Beginn war "spannend". Zudem warte er noch ab, was die abendlichen Kurse zeigen. Er könne vieles anbieten, was ihn natürlich freue. So auch das Functionality Training, dass anstatt in einem Kursraum in der Außenanlage des Studios stattfinden wird.

Der Kursplan musste zwar optimiert, also kleinere Kurse angeboten werden. Aber er sehe darin kein Problem und seine Kunden zeigten bislang immer Verständnis.

Die Kunden des Studios werden dazu angehalten, bereits in Sportkleidung zu erscheinen. In die Umkleidekabinen dürfen maximal vier Personen gleichzeitig und sollten dort auch nur die Schuhe umziehen. Die Duschen, die Sauna und auch das Solarium bleiben vorerst geschlossen.

Die Theke des Studios muss auch vorerst geschlossen bleiben, damit sich in diesem Bereich keine Gruppen ansammeln und die Abstände eingehalten werden. "Außerdem benötigen wir das Thekenpersonal zur Desinfizierung der Geräte. Wir bieten stattdessen den Kunden einen Protein-/Eiweißshake an, der auch mitgenommen werden kann", führt Häsler aus.

"Schön zu sehen ist es, wie die Kunden sich über die Renovierung freuen", meint Häsler noch zum Abschluss. Die Arbeit in den letzten Wochen hat sich also gelohnt.

Bei Mrs. Sporty sind nur vier Kundinnen gleichzeitig im Studio erlaubt. Der Betrieb wurde demnach von acht auf vier Plätze reduziert. In einem Zirkel werden die vier Kundinnen von einer der vier Mitarbeiterinnen betreut.

"›Hands-on‹ ist leider nicht erlaubt, dass heißt, wir können es zwar richtig vormachen, aber wir können unsere Kundinnen nicht anfassen, um so eventuell zu korrigieren", erklärt Nicole Pessel, Inhaberin des Mrs. Sporty-Clubs in Horb. "Unser Kalender ist bereits gut gefüllt und viele Termine vergeben.

Durch das Online-Angebot wurde der Kontakt gut gehalten und die Kundinnen werden auch weiterhin Zugriff darauf haben. Es soll den reduzierten Betrieb ergänzen und den Kundinnen, die noch Bedenken haben in das Studio zu kommen weiterhin unterstützen.

Das vorbereitete Hygienekonzept des Clubs wurde bereits vergangene Woche online erklärt und so den Mitarbeiterinnen und Kundinnen mitgeteilt. Die Kunden müssen auch hier bereits umgezogen zum 30-minütigen Training erscheinen. Die Bereiche zum Waschen und die Umkleidekabinen mussten Corona-bedingt abgesperrt werden. Im Eingangsbereich des Studios können die Kundinnen ihre Schuhe wechseln, aber müssen nach dem Training das Studio sofort verlassen.

Rehabilitationssport

Der Verein Smarter Fit Bleiben (SFB) Horb hat bereits Konzepte erarbeitet, um gerade Rehabilitationssport wieder aufzunehmen. Sie warten jedoch noch auf eine Zusage der Gemeinden, die Hallen und Schwimmbäder zu benutzen, wie Matteo Ghilardi erklärt. Er rechnet mit einem Start nach den Pfingstferien. In Schwimmbädern sehe er keine großen Probleme. Durch das chlorhaltige Wasser und die Verteilung im Becken, sei die Umsetzung von Kursen recht einfach.

Schon schwieriger werde es in den Gemeindehallen. "Wir haben nicht die Kapazität, jedes Gerät, jeden Ball zu desinfizieren und können auch nicht die Gegenstände von Hand zu Hand geben. Wir sind aber dabei, Lösungen dafür zu finden", beteuert Ghilardi. Eine gut umsetzbare Möglichkeit sei es, die Teilnehmer aufzufordern, Alltagsgegenstände selbst mitzubringen – darunter Handtücher, Flaschen oder auch gegebenenfalls Igel- und Massagebälle. "Das hilft auch den Teilnehmern, wenn wir Übungen für zuhause mitgeben, da sie die Alltagsgegenstände ebenfalls dort benutzen können.

Bei den Seniorenheimkursen, der "Sitz/Hockergymnastik", sei man mit den einzelnen Häusern im Gespräch und warte nur auf den Startschuss der Regierung in geschlossen Räumen die Kurse wieder aufnehmen zu dürfen.

Bowlingcenter

Mehr als elf Wochen musste das Red Bow l & Lounge nun geschlossen bleiben. Ab Samstag, 6. Juni, darf auch diese wieder öffnen. Erstmals wird nur samstags und sonntags geöffnet. "Für uns ist nicht alles beim Alten", gibt Chef Philipp Schmodde zu bedenken. "Aber wir geben unser Bestes, dass sich die Gäste hier wohlfühlen." Er ist ein Macher. Stillsitzen liegt ihm nicht.

Kostengünstige Renovierungsarbeiten wurden in Eigenleistung während der geschlossenen Wochen gemacht, es wurde viel aus- und aufgeräumt. In einem Betrieb, der quasi 365 Tage im Jahr geöffnet hat, bleibt für solche Dinge während des Alltagsgeschäfts kaum Zeit.

"Am Donnerstag kommt ein Mitarbeiter des Ordnungsamtes vorbei, um das Hygienekonzept abzunehmen", erklärt Schmodde. Diese Hilfestellung nimmt der Chef des Red Bowl & Lounge dankend an, schließlich möchte auch er nicht, dass sich das Coronavirus in seinem Bowlingcenter weiter verbreitet. Angedacht ist, dass nur jede zweite Bowlingbahn belegt wird. Die Kugeln, Tische und Bänke werden nach jeder Gruppe desinfiziert. Auf dem Boden soll Klebeband signalisieren, wie groß der Abstand zur nächsten Gruppe sein muss. Desinfektionsmittel für Gäste und Mitarbeiter steht bereit.

Doch auch wenn Schmodde dankbar ist, dass sein Bowlingcenter wieder öffnen darf, bedeutet das nicht, dass Corona keine Spuren hinterlässt. Schließen musste er sein Geschäft während der Hauptsaison, geöffnet wird jetzt in der Nebensaison. "Klar fehlen da Einnahmen aus der Winterzeit. Diese Ausfälle lassen sich unmöglich wieder reinholen."

Tanzschulen

Die Tanzschule Gayer hat ihren Betrieb ebenfalls wieder in den vier Standorten Horb, Sulz, Oberndorf und Rottenburg aufgenommen. Sie bieten ihren Kunden mehr Kurse in kleineren Gruppen an.

In Horb können bis zu zehn Paare gleichzeitig in einem Kurs teilnehmen. Auf dem Boden wurden Markierungen angebracht, die den Paaren einen Platz zuweisen, um den nötigen Abstand einzuhalten. "Wir sind noch weit entfernt vom normalen Betrieb", meint Jasmin Gayer. "Da wir die Kurse geteilt haben, kommen wir zahlenmäßig gut hin."

Die Tanzschule stand im Kontakt mit jeglichen Ordnungsämtern und hat sich "den Segen für die Öffnung erteilen" lassen. Damit die eigenen Konzepte mit den Verordnungen des Landes auch übereinstimmen und es zu keinen Komplikationen im Nachhinein kommt.

Am meisten geändert hat sich die Flexibilität der Kurse. Konnte noch vor Corona spontan ein Kurs besucht oder auch danach noch geredet werden und war es möglich, sich vor Ort bei einem Getränk auszutauschen und bei einem "tollen Lied" wieder mit dem Tanzen einzusteigen, ist das nun nicht mehr möglich.

Doch einige Spontananmeldungen gab es auch bei der Tanzschule Gayer schon. Für Hochzeitspaare oder auch Neuanmeldungen sind ein paar "Extra-Spots" reserviert.

In Horb wird das Studio 15 Minuten vor Kursbeginn geöffnet. Die vorangemeldeten Teilnehmer können dann noch in der Galerie des Studios Platz nehmen und warten, bis der Kurs beginnt. Solange wird der laufende Kurs auf der Tanzfläche beendet, und die Teilnehmer müssen das Studio verlassen. Dann erst dürfen die nächsten von der Galerie nach unten auf die Tanzfläche kommen. "Da sich die Kurse nun nicht mehr überschneiden und durch die Voranmeldung in unserem Verwaltungssystem, können wir auch die möglichen Infektionsketten nachvollziehen", erklärt Gayer.

Trotz der Öffnung und der Sicherheit, die die Konzepte bieten, sind einige Kunden noch etwas zurückhaltend. Es kommen teils unsichere Rückfragen, bei denen das Team der Tanzschule jedoch stets zur Verfügung stehe und informiere. Worüber sich die Inhaberin der Tanzschule jedoch freut: Der Barbetrieb ist wie gewohnt gestattet.

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