Die Hechinger Regionalgruppe der Teckwerke-Genossenschaft ist gegründet. Die 24 Gründungsmitglieder wollen sich auch für die Beteiligung an den Solar- und Windkraftprojekten des Fürstenhauses einsetzen. Warum sie sich dafür Chancen ausrechnen.
Almut Petersen hat die Gründung der Hechinger Regionalgruppe der Teckwerke maßgebend vorangetrieben. „Wir sind etwas baff wie viele hier sind“, sagte sie zur Eröffnung. Gemessen an der Bereitschaft, sich für die Energiewende zu engagieren, ist das Projekt bisher ein voller Erfolg.
100 Euro pro Monat 24 Personen haben am Montagabend Sprecher der Regionalgruppe gewählt, Arbeitsgruppen gebildet und den Mitgliedsantrag unterschrieben. Es sind vorwiegend Bürger aus Hechingen im besten Alter, obwohl das Projekt ja Potenzial hat, Mitglieder jüngerer Altersgruppen zu begeistern: Ab einem Betrag von 100 Euro könnten Interessierte schon Anteile zeichnen, erklärt Pedro da Silva, Professor an der Universität Konstanz und Vorstand der genossenschaftlich organisierten „Teckwerke Bürgerenergie“ mit Hauptsitz in Kirchheim unter Teck, die mit einer weiteren Regionalgruppe nun einen Ableger in Hechingen hat.
Bürgerwindpark im Visier Die Hechinger Gruppe hat sich gleich bei der Gründung ambitionierte Ziele gesteckt. Sie will den Bau von Photovoltaikanlagen auf öffentlichen, gewerblichen und privaten Dächern vorantreiben; Beratung dazu für interessierte Bürger anbieten; einen Bürgerwindpark im Mittelbereich Hechingen projektieren und weitere Vorhaben umsetzen, etwa im Hinblick auf Nahwärmenetze, E-Ladesäulen und Solarthermie.
Beteiligung an Projekten Aufhorchen ließ bei der Versammlung der Hinweis, dass sich die Regionalgruppe für Bürgerbeteiligung an den geplanten Solar- und Windparks des Sigmaringer Fürstenhauses einsetzen will. Petersen: „Wir wollen mit ins Boot genommen werden.“ Möglicherweise ist eine solche Beteiligung über Bebauungspläne möglich, erklärte Pedro da Silva. Darin könnten Kommunen die Voraussetzungen für Genehmigungen solcher Projekte festlegen. Und eine dieser Voraussetzungen könnte die Beteiligung der Bürger sein. Petersen: „Wir wollen versuchen, in die Projekte reinzukommen.“ Wie sie berichtete, bestehe bereits Kontakt zu den Stadtwerken Stuttgart, die die Windkraftanlagen auf dem Gelände des Fürstenhauses errichten möchte.
Derweil verfolgt die Regionalgruppe einen ganzheitlicheren Ansatz, bei dem es nicht nur um Windkraft- und Photovoltaikanlagen geht. In Arbeitsgruppen tauschen sich die Mitglieder unter anderem über Solaranlagen auf Dächern von Häusern privater Eigentümer aus, über Car- und Bikesharing.
Nicht reden, Beitrag leisten Die Gründe, sich in der Genossenschaft zu organisieren, sind ganz unterschiedlich. Mehrere Mitglieder brachten in Redebeiträgen zum Ausdruck, dass sie nicht nur über die Energiewende reden, sondern einen Beitrag dazu leisten wollen; dass sie den Gedanken an erneuerbare Energien in die Bevölkerung tragen wollen; dass sie die Energiewende regional mitgestalten wollen und dass nicht nur Firmen davon profitieren sollen, sondern auch Menschen, die vor Ort leben.
Drei Sprecher gewählt Die Mitglieder der Gründungsversammlung haben drei gleichberechtigte Sprecher der Regionalgruppe gewählt. Das sind nach einstimmigem Votum der Mitglieder: Reinhold Robertz, Almut Petersen und Rolf Ege.
Man kann noch Mitglied werden
Anmeldung
Wer noch nicht Mitglied in der Regionalgruppe Hechingen der Teckwerke ist, es aber gerne sein möchte, kann jederzeit noch mitmachen. Weitere Infos gibt es unter der E-Mail-Adresse hechingen@teckwerke.de.
Teckwerke
Die Regionalgruppe Hechingen ist keine eigenständige Genossenschaft, sondern ein Teil der 2011 gegründeten „Teckwerke Bürger Energie“-Genossenschaft. Die Teckwerke zählen rund 1000 Mitglieder, und weitere Regionalgruppen andernorts wurden in der Vergangenheit gegründet. Die Teckwerke sind daher ein überaus erfahrener Partner, wenn es um Themen rund um Energiewende in Bürgerhand geht.