Verleihung der „Michelin“-Sterne 2024 für deutsche Restaurants in der Hamburger Handelskammer. Foto: dpa/Marcus Brandt

Die Verleihung der Sterne und Auszeichnungen des „Guide Michelin“ könnte man als die Oscars der Spitzengastronomie bezeichnen. Diese wurden für das Jahr 2024 in Hamburg vergeben. Dabei wurde wieder einmal klar: In Baden-Württemberg lässt es sich gut leben.

Die Zahl der Feinschmecker-Restaurants im Südwesten bleibt auf einem hohen Niveau – doch Bayern löst Baden-Württemberg in diesem Jahr bei der Zahl der meisten Sterne-Restaurants ab. In der neuen Ausgabe des „Guide Michelin“ werden im Südwesten 73 Adressen aufgelistet, im größeren Nachbarland sind es 79, wie am Dienstagabend in Hamburg bekannt gegeben wurde.

 

Fünf Häuser werden neu ausgezeichnet

Die neue Ausgabe dürfte in fünf Häusern im Südwesten besonders lauten Jubel auslösen – denn sie werden neu ausgezeichnet. In der Liga der Zwei-Sterne-Lokale kocht ab sofort das Team des SEO Küchenhandwerk in Langenargen am Bodensee. Vier weitere Restaurants können sich über einen neuen Stern freuen: das Restaurant 1950 in Hayingen (Kreis Reutlingen), Zur Weinsteige in Stuttgart, Cédric in Weinstadt (Rems-Murr-Kreis) und das Jacobi in Freiburg.

Das Jacobi im altehrwürdigen Schwarzwälder Hof in der Freiburger Altstadt hat einen rasanten Aufstieg hingelegt und wird gut ein Jahr nach seiner Eröffnung im Dezember 2022 bereits mit einem „Michelin“-Stern geehrt. Zudem bekommt das Restaurant einen grünen Stern für seine besonders nachhaltige regionale und saisonale Küche, in der Küchenchef Christoph Kaiser viele Produkte direkt vom Freiburger Münstermarkt vor der Haustür verarbeitet.

Sommelier aus Schwarzwaldstube einer der besten Weinexperten

In Baiersbronn (Kreis Freudenstadt) bleibt die Sterne-Dichte besonders hoch. Das Restaurant Bareiss im Ortsteil Mitteltal und die Schwarzwaldstube im Hotel Traube Tonbach verteidigen dort erwartungsgemäß ihre drei Sterne. Das 1789 in der Traube Tonbach und das Schlossberg des Hotels Sackmann im Ortsteil Schwarzenberg dürfen weiterhin jeweils einen Stern führen. Eine weitere Auszeichnung geht in die Schwarzwaldstube: Sommelier Stéphane Gass wird für sein „fundiertes Weinwissen“ geehrt und gehört damit auch aus Sicht der Michelin-Inspektoren zu den besten Weinexperten des Landes. Gass sagte in Hamburg: „Das ist ein besonderer und verrückter Moment. Ich habe nicht damit gerechnet. Ich bin sehr stolz auf diese Auszeichnung.“ Er wolle Gäste auf eine Reise mit Neuentdeckungen mitnehmen.

Sieben Restaurants werden von der Liste gestrichen

Gestrichen von der Sterne-Liste wurden in Baden-Württemberg sieben Restaurants – so viele wie in keinem anderen Bundesland in diesem Jahr. In den meisten Fällen gab es einen einfachen Grund: Die Restaurants in Bodman-Ludwigshafen im Kreis Konstanz, Heidelberg, Horben bei Freiburg, Konstanz, Mannheim und Ulm wurden im Laufe des vergangenen Jahres geschlossen. Das Zeitgeist in Weingarten (Kreis Karlsruhe) hat seinen Stern aberkannt bekommen, weil es inzwischen ein anderes Konzept gibt. 

Landeshauptstadt vorne dabei – Top-Restaurants vorwiegend im Badischen

In Stuttgart sammeln sich mit neun Adressen weiter die meisten Sterne-Restaurants in einer Stadt im Südwesten. Die Speisemeisterei behält ihre zwei Sterne. Zur Weinsteige erhält in diesem Jahr neu einen Stern, sieben weitere verteidigen ihre Auszeichnung. Übrigens: Die Inspektoren haben die Restaurants mit einem Stern nahezu gleich auf Baden und Württemberg verteilt. Nur bei den noch edleren Zwei- und Drei-Sterne-Lokalen gibt es einen klaren Schwerpunkt im Badischen.

So viele Sterne-Restaurants wie nie zuvor in Deutschland

Obwohl auch die Gastro-Branche mit Fachkräftemangel, steigenden Einkaufspreisen, Inflation und höheren Energiekosten zu kämpfen hat, gibt es in Deutschland so viele Sterne-Restaurants wie nie zuvor. Insgesamt 340 Betriebe können sich in diesem Jahr mit mindestens einem Stern des Gourmetführers „Guide Michelin“ schmücken.

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