Ein Dachstuhlbrand in einem Wohnhaus in Bisingen sorgt für einen Großeinsatz der Feuerwehr. Foto: Feuerwehr Bisingen

60 Einsatzkräfte sind vor Ort, um den Brand im Dachgeschoss eines Wohnhauses zu löschen. Die Feuerwehrleute kämpften nicht nur gegen die Flammen, sondern auch gegen extreme Hitze und extreme Kälte. Wie der Einsatz am Samstag ablief.

Es ist Samstag, 11.17 Uhr, als bei der Feuerwehr der Alarm tönt: In der Albstraße in Bisingen steht ein Dachstuhl in Flammen. Kommandant Marc Mayer ist zuerst vor Ort. Rauch dringt aus einem Fenster an der Giebelseite. Sein erster Gedanke: „Sind alle Personen raus aus dem Haus?“ Ja, zum Glück konnten alle Bewohner rechtzeitig und selbstständig das Gebäude verlassen.

 

Wenig später treffen weitere Fahrzeuge und weitere Feuerwehrleute ein. Mayer: „Wir sind mit viel Bedacht und Ruhe vorgegangen.“ Das Ziel: „Den Schaden am Gebäude so gering wie möglich halten“, erklärt Mayer.

Mit der Drehleiter wird der Brand auch von außen gelöscht. Das neue Fahrzeug hat sich aufgrund seiner Wendigkeit einmal mehr bewährt. Foto: Feuerwehr Bisingen

Bewährt hat sich bei dem Großeinsatz einmal mehr die neue Drehleiter, die mit einer speziellen Lenkung auch schmale Stellen erreicht, wie es sie rund um den Einsatzort gibt. Die Drehleiter steht so „ad hoc am richtigen Platz“, und ermöglicht einen einwandfreien Einsatz.

Viel Qualm in den Räumen unter dem Dach

Mayer spricht von „enormen Wassermengen“, die beim Dachstuhlbrand verwendet worden sind. Und das nicht nur von der Drehleiter, sondern auch im Haus: „Wir starteten einen massiven Innenangriff.“ Es müssen zwölf bis 14 Löschtrupps gewesen sein, die in Hitze und Qualm in den verhältnismäßig kleinen Zimmern ihren Dienst getan haben. Mayer: „Der erste Trupp war im Rauch eingeschlossen.“ Wer diese lebensfeindliche Umgebung betritt, braucht Atemschutzmaske, Sauerstoffflasche auf dem Rücken, spezielle Kleidung und, nicht zu vergessen, die entsprechende Ausbildung. Mayer über die Zahl der Atemschutzträger: „Wir sind auf jeden Fall sehr gut aufgestellt.“

Flammen schlagen aus dem Giebelfenster. Foto: Feuerwehr Bisingen

Es gibt noch einen weiteren Faktor, der den Einsatz mitbestimmt hat, nämlich das Wetter. Drin die Hitze des Feuers, draußen frostige Minustemperaturen. Sobald die Feuerwehrleute das Haus verlassen haben, sind sie in eine Feuerwehrfahrzeug gestiegen, das sie zum Feuerwehrhaus zum Duschen gebracht hat.

So folgt Trupp auf Trupp, der das Haus zum Löschen betritt. Die eisigen Temperaturen bringen noch eine weitere Herausforderung: Das Wasser in den Schläuchen muss bei solchen Wetterlagen zirkulieren, damit es nicht gefriert. Darüber hinaus ist rund um das Haus Salz gestreut worden, damit herabfließendes Wasser nicht gefrieren und Glätte verursachen kann.

Viel Qualm entsteht beim Brand im Wohnhaus in Bisingen. Foto: Feuerwehr Bisingen

Damit nicht genug: Die Feuerwehr hat später noch nach Glutnestern gesucht, die sich in der Dachkonstruktion gebildet haben könnten. Dazu haben die Feuerwehrleute das Dach teilweise abgedeckt und später wieder verschlossen. Mayer: „Wir haben geschaut, dass die Wasserleitungen im Haus leer sind.“ Dies vermeidet Schäden an den Leitungen durch Frost.

Der Einsatz endet erst gegen 17 Uhr

Gegen 17 Uhr, nach mehr als sechs Stunden Einsatz in der Gluthitze und eisiger Kälte ist der Einsatz beendet. Tags darauf ist augenscheinlich kaum noch etwas von dem Brand im Dachstuhl des Hauses zu sehen. Den Sachschaden an dem, bis auf Weiteres nicht mehr bewohnbaren Gebäude, beläuft sich nach ersten Schätzungen der Polizei auf mindestens 300 000 Euro. Die Bewohner des Einfamilienhauses konnten, wie es von der Polizei weiter heißt, bei Nachbarn untergebracht werden.

Was ist die Ursache des Brands?

Lauter Knall
 „Zu einem Dachstuhlbrand in der Albstraße ist am Samstagvormittag ein Großaufgebot von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei ausgerückt“, berichtet die Polizei. Ein Bewohner des Einfamilienhauses meldete der Rettungsleitstelle demnach Stichflammen und Rauchentwicklung in einem Dachgeschoss-Zimmer, nachdem er aus diesem einen lauten Knall vernommen hatte.

Keine Verletzten
Noch bevor der Dachstuhl des Gebäudes in Vollbrand geriet, konnten sich alle Bewohner selbstständig und unverletzt ins Freie begeben, berichtet die Polizei.

Es wird ermittelt
Die Feuerwehr war mit rund zwölf Fahrzeugen und 60 Einsatzkräften, der Rettungsdienst mit zwei Fahrzeugen und vier Einsatzkräften vor Ort. Die Ermittlungen der Polizei zur genauen Brandursache wurden vom Polizeirevier Hechingen übernommen.