Die bisherige Grünfläche am Höhenweg in Meßstetten wird bebaut – jetzt steht der Quadratmeterpreis fest. Foto: Karina Eyrich

Für 108,90 Euro pro Quadratmeter werden die Bauplätze in der Eck-Fläche des Höhenweges zu haben sein. Vergeben werden die Flächen nicht nach dem Windhundprinzip – wer zuerst kommt, bekommt zuerst – sondern nach einer Art Bewerbung.

Für 108 Euro und 90 Cent wird ein Quadratmeter eines Zankapfels zu haben sein: die Grundstücke auf dem Areal des Bebauungsplanes „Am Berg – Lautlinger Weg – Hinter dem Berg, 9. Änderung“. Die dortige Grünfläche hätten einige Anwohner lieber als Naherholungsfläche behalten, während die Stadtverwaltung – dem Prinzip Innenentwicklung vor Außenentwicklung folgend – Bauflächen daraus machen und somit dazu beitragen will, die Erweiterung der Siedlungsfläche einzudämmen.

 

Die Kriterien werden noch erarbeitet

Die neunte Änderung des Bebauungsplanes ist inzwischen rechtskräftig, berichtete Rika Koch von der Abteilung Beiträge und Liegenschaften. Schon bei den Baugebieten Wasserfuhr und Pfarrwiesen habe sich das Verfahren bewährt, die Bauplätze nach bestimmten Kriterien – einen Fragenkatalog müssen Interessierte ausfüllen – zu vergeben, anstatt nach dem Reservierungsverfahren, einer Art Windhundprinzip. An den Kriterien arbeitet die Verwaltung noch und wird dem Gemeinderat in der nächsten Sitzung den Fragenkatalog zur Beschlussfassung vorlegen.

Diese hatte freilich jetzt schon das Wort mit Blick auf den Quadratmeterpreis – und hat einstimmig den 108,90 Euro zugestimmt. Für eine voll erschlossene Fläche liegt der aktuelle Bodenrichtwert für das Areal bei 88 Euro pro Quadratmeter. Allerdings entstehen der Stadt 33 433 Euro an Kosten, um dort Baurecht zu schaffen: Ein Planungsbüro muss tätig werden, wofür 21 591 Euro einkalkuliert sind.

Anschluss für Wasser und Abwasser müssen die Käufer selbst tragen

Die Entwurfsvermessung schlägt mit 972 Euro zu Buche, der Einsatz eines Sachverständigen mit 2594 Euro, die Vermessung der Flurstücke mit 3024 Euro und der Rückbau der Asphaltwege mit 5250 Euro. Angesichts von 1600 Quadratmetern Fläche verteilt sich diese Summe und erhöht den Quadratmeterpreis um 20,90 Euro, was den Verkaufspreis von 108,90 Euro ergibt.

Zudem müssen Käufer eines Bauplatzes die Kosten für Anschlussleitungen wie Wasser und Abwasser auf dem Grundstück tragen. Mehrere Gemeinderäte und Bürgermeister Frank Schroft, die in der Nähe wohnen, mussten für diesen Tagesordnungspunkt den Sitzungstisch verlassen und durften nicht mitstimmen. Die Sitzung bei diesem Thema geleitet hat der stellvertretende Bürgermeister Thomas Holl.