Das syrische Restaurant zieht um – von der Buß in Horb auf den Unteren Marktplatz. Familie Khalaf hat das ganze Geld in die neuen Räumlichkeiten gesteckt. Und Tochter Leen wurde von Straubs Krone gastrofit gemacht.
Bald ist es soweit: Am Samstag, 2. März, macht das syrische Restaurant Morgenland den großen Schritt. Mit der Eröffnung am Unteren Marktplatz entsteht ein neuer Anziehungspunkt in der Kernstadt.
Abdul Rahim Khalaf geht erstmal in die Küche: „Die Schubladen hier müssen weg.“ Die Handwerker sind gerade dabei, in der ehemaligen Nähstube des Ritterspielvereins die Edelstahlteile zu richten. Noch genau sieben Tage zur Eröffnung.
Ehemaliger Flüchtling ist jetzt Chefkoch
Khalaf – ehemaliger syrischer Flüchtling jetzt Chefkoch und Inhaber des Morgenlands – war beim Pressetermin etwas angespannt: „An diesem Donnerstag muss der Umzug von der Buß fertig sein.“
2018 hatten sie das syrische Restaurant in der Buß in Horb eröffnet. Eine Crowdfunding-Kampagne durch Eva Michielin war der Start in die Selbstständigkeit und ein neues Leben der Flüchtlinge.
Räume haben sich „verwandelt“
Jetzt sitzt die Familie in den neuen Räumlichkeiten im ehemaligen Friseur Doormann. Wo es vorher weiß und hellweiß war, ist es jetzt grün, Kupfer-Lampen hängen an der Decke, das dunkle Holz der Theke ist Ton und Ton mit den klassischen Gastro-Stühlen.
Eva Michielin, die für das Styling zuständig ist, berichtet: „Abdul mag Kupfer. Das Grün ist die Farbe des Islam. Durch die Bezüge haben wir einen leichten arabischen Touch reingebracht.“
Tochter Leen (15): „Ich habe gerade ein Gastro-Praktikum bei Martin Straub in seiner Krone in Bildechingen gemacht. Ich finde, Eva hat es genau getroffen. Modern, hell, großzügig und gemütlich.“
Große finanzielle Investitionen
Chefkoch Abdul, seine Frau Heba Idriss, Leen und Abudi sind etwas angespannt vor dem Start. Eva Michielin sagt: „Er hat sein ganzes Geld, was er mit dem Morgenland verdient hat, hier reingesteckt. Allein das ist schon eine tolle Geschichte: Die Familie hat durch den Krieg alles verloren, hat sich in Deutschland etwas aufgebaut und kann jetzt expandieren. Jetzt sind natürlich alle gespannt, wie es anläuft und funktioniert.“
Dazu kommt noch, dass die Familie eine neue Wohnung suchen muss. Ihre alte wurde gekündigt, weil sie in kleinere Eigentumswohnungen aufgeteilt wird. Dafür wirkt die Gastro-Familie recht gelassen. Tochter Leen: „Mein Vater glaubt an Gott. Er hat uns das geschenkt und wird auch das andere richten.“
15-Jährige ist die rechte Hand des Vaters
Sie ist aufgeregt: „Das Praktikum in Straub’s Krone war sehr lehrreich für mich. Ich werde auf jeden Fall meinen Realschul-Abschluss machen und dann eine kaufmännische oder Büro-Lehre. Ich bin die rechte Hand meines Vaters und werde ihn unterstützen.“
Und Abudi? Der Sohn ist zwölf Jahre alt. Er lächelt: „Ich bin die linke Hand meines Vaters. Wenn ich 15 bin, werde ich das erste Praktikum hier machen. Wenn ich 16 bin, werde ich tatkräftig mithelfen und hier arbeiten.“
Das ist genau das Stichwort für Eva Michielin: „Mit dem Personal ist es gerade knapp. Wir suchen deshalb noch Mitarbeiter.“ Das neue Morgenland am Unteren Marktplatz in Horb. Auf was können sich die Gäste freuen?
Heba Idriss: „Wir werden auch einen Mittagstische anbieten. Mit vielen neuen Gerichten, frischen Salaten. Alles ist frisch zubereitet.“ Chefkoch Abdul Rahim Khalaf: „Beim Catering waren die Manakish sehr beliebt. Dank des neuen Pizzaofens können wir die jetzt auch unseren Gästen im Restaurant anbieten. Beispielsweise mit Lammfleisch, Zwiebeln und Granatapfel.“ Manakish ist die arabische Variante der Pizza. Eine Art Fladenbrot mit Belag.
Wann es losgeht
Dann kann es ja losgehen mit dem Morgenland. Eva Michilien: „Ab Samstag, 2. März, kann reserviert werden.“