Teils mit hervorragenden Ergebnissen hatten Dollenberg-Mitarbeiter den Abschluss ihrer Ausbildung erreicht. Patron Meinrad Schmiederer (von links) gratuliert Tom Staats, Mariia Maksimchuk, Anastasia Dziuba, Jannika Serrer und Alina Kruse . Foto: Hannes Kuhnert

Hotel-Inhaber Meinrad Schmiederer erwartet ein schwieriges Jahr. Die Gastrobranche hat energisch gegen die Mehrwertsteuererhöhung gekämpft – jedoch vergebens. Nun werden die Folgen der Niederlage sichtbar.

Das Relais & Châteaux-Hotel Dollenberg wird den Neubau des Schwarzwaldhotels in unmittelbarer Nähe des Haupthauses vorerst auf Eis legen. Auslöser zu diesem Schritt ist auch die Entscheidung der Bundesregierung, die Mehrwertsteuer für Speisen wieder auf 19 Prozent anzuheben. Dies erklärte Inhaber Meinrad Schmiederer bei der Jahresfeier für die Mitarbeiter des Unternehmens.

 

Die Gastrobranche und er selbst, so erklärte Schmiederer, hätten engagiert für ein Beibehalten des Steuersatzes bei sieben Prozent gekämpft. Letztendlich hätte wohl das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Bundeshaushalt den Ausschlag gegeben, zum alten Steuersatz zurückzukehren. Die Bundesregierung hätte auch nach einer anderen Lösung suchen müssen, zum Beispiel den unteren Mehrwertsteuersatz um zwei Prozentpunkte zu erhöhen, findet Schmiederer.

Branche verunsichert

Die Branche, sagte er, zeige sich zum Jahreswechsel verunsichert darüber, wie der Gast auf zu erwartende Preiserhöhungen in den Lokalen reagieren werde. Hinzu kämen für den Verbraucher weitere Kostenbelastungen wie Inflation, steigende Energiepreise, Maut und anderes mehr.

Dies sei auch für den Dollenberg eine schwierige Situation, der unter anderem mit neuen Angeboten für Langzeitgäste begegnet werden soll. Dazu versuche die Betriebsführung mit der Belegschaft, sich noch effektiver, engagierter und leistungsbereiter einzusetzen.

Trotz allem werden auch 2024 die Baumaschinen nicht still stehen. Das Hotel wird 15 weitere Personalwohnungen bauen und die Energiegewinnung durch zusätzliche Photovoltaik-Anlagen steigern. Im Spiegelsaal des Hotels hatte sich die Belegschaft zu einem festlichen Jahresabschluss bei einem Menü aus der Zwei-Sterne-Küche von Martin Herrmann und erlesenen badischen Weinen eingefunden, stimmungsvoll unterhalten von der Tom-Robin Band.

Einsatz der Belegschaft

In seinem Rückblick ging Schmiederer auf ein „kompliziertes Geschäftsjahr“ ein, in dem es erst gegen Jahresende gelungen sei, die erwarteten Belegungszahlen zu erreichen. „So sind wir zum guten Schluss noch mal richtig gut rausgekommen“, schilderte Schmiederer. Dies sei nur dem großartigen Einsatz der gesamten Belegschaft zu verdanken.

Schmiederer erinnerte an die zahlreichen Auszeichnungen, die Mitarbeiter und Leitung des Hotels im Lauf des Jahres erhalten hatten. Er appellierte an Mitarbeiter aus 16 Nationen, weiterhin das Miteinander mit Toleranz und Anpassungsbereitschaft zu pflegen und gemeinsam die täglichen Herausforderungen anzunehmen.

Abschluss mit hervorragenden Ergebnissen

Mit sehr persönlichen Worten dankte Schmiederer bewährten Begleitern für zehn- und 20-jährige Betriebszugehörigkeit und zeichnete Mitarbeiter für besondere Verdienste aus. Ein großes Lob gab es für Auszubildende, die in diesem Jahr ihren Abschluss teils mit hervorragenden Ergebnissen geschafft hatten. Ihre Ausbilder und Kollegen spendeten ihnen Sonderapplaus.