Anke Härtner (links) und Carla Janz vom Kaufhaus Peters haben dem Zirkus Alessio eine Spende überreicht. Foto: Schillaci

Unterhaltung: Kaufhaus spendet 4000 Euro und Mitbringsel

Freudenstadt -  Seit knapp sechs Monaten sitzen die Mitglieder des Zirkus Alessio in Freudenstadt fest. In der Nähe der Bundesstraße   294 an der Wittlensweiler Straße sind die Zelte nicht zu übersehen. Die Corona-Krise hat es der Zirkusfamilie nicht ermöglicht von dort aus weiterzuziehen.

Das Leid der Gestrandeten haben Bürger und Firmen aus Freudenstadt und Umgebung wahrgenommen. Der Zirkus Alessio erhielt eine Menge Spenden in Form von Heu oder auch Nahrung. Nun hat sich auch das Kaufhaus Peters angeschlossen. Insgesamt 4000 Euro sammelten sich in mehr als einem Jahr an Toilettengeld an. Die Besucher des Freudenstädter Kaufhauses zahlen 50 Cent pro Gang zum WC, erklärt Carla Janz vom Kaufhaus. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Anke Härtner brachte sie einen Karton mit verschiedenen Mitbringseln – darunter Vesperboxen, Trinkflaschen, T-Shirts und USB-Sticks – und den Geldumschlag mit.

"Ohne Spenden hätten wir das nie geschafft"

Härtner ist sich der vielen Probleme bewusst. Denn nicht nur die Zirkusleute benötigten Verpflegung. "Heuballen für die Tiere sind schnell weg. Dann brauchen wir auch einen Tierarzt und den Hufschmied", ergänzt Beatrix Nestelberger vom Zirkus Alessio. Die Spende soll Unterstützung bieten, "damit die bedürftigen Menschen über die Runden kommen", so Härtner. In der anfänglichen Zeit, als der Zirkus Alessio in Freudenstadt stecken blieb, habe es viele Spenden gegeben. "Ich war den Tränen nahe und bekomme heute noch Gänsehaut", berichtet Nestelberger. "Es ist schön, dass es so etwas gibt. Ohne Spenden hätten wir das nie geschafft", bedankt und freut sie sich über die gezeigte Solidarität.

Mitte August konnte der Vorhang im Zirkus wieder geöffnet werden. Doch der erhoffte Besucheransturm blieb aus. "Das verstehen wir nicht", rätselt Nestelberger. Sie könne sich die niedrigen Besucherzahlen unter anderem durch Angst und Ungewissheit in Verbindung mit der Pandemie erklären.

Angst und Ungewissheit, die nun auch die Zirkusleute weiter begleiten wird. Die nächste geplante Station wäre Wolfach, nach der in Freudenstadt letzten Show am 6. September. Dort werde Zirkus Alessio an zwei Wochenenden gastieren. Wenn bis dahin keine Absagen herbeiflattern. "Viele Kollegen mussten ihre Existenz aufgeben", gibt Nestelberger zu bedenken.

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