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Freudenstadt Zirkus Alessio steckt in jeder Hinsicht fest

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In der Manege des Zirkus’ Alessio bleiben die Lichter aus. Menschen und Tiere müssen trotzdem versorgt werden. Foto: Reimer

Freudenstadt - Der Zirkus Alessio, der derzeit in Freudenstadt ist, steckt in der Klemme. Sein Geld ist aufgebraucht, die Artisten wollen nach Hause – in der Coronakrise ruht der Betrieb ohnehin.

Eigentlich haben sich die Betreiber des Zirkus Alessio auf ihren Aufenthalt in Freudenstadt gefreut. "Wir haben hier eine Stammkundschaft, und unsere Veranstaltungen sind immer gut besucht", erklärt Zirkuschefin Tina Quaiser. Doch wegen des Coronavirus’ läuft derzeit alles anders als geplant, was sie und ihre Familie in eine Existenzkrise bringt.

"Wir haben in den zurückliegenden sechs Wochen kein Geld verdienen können. Mit den letzten Rücklagen, die wir noch hatten, haben wir uns auf den Weg nach Freudenstadt gemacht", so Quaiser. Hier freute man sich auf einen Lichtblick. Vier Vorstellungen vom 12. bis 15. März waren auf einem Privatgrundstück, das in der Nähe der B 294 an der Wittlensweilerstraße liegt, geplant.

Immerhin der Standort kostet Betreiber nichts

Der Anfang war angesichts der aktuellen Lage auch verheißungsvoll. "Wir hatten am ersten Tag weniger Publikum als gewohnt, aber die Veranstaltung war dennoch recht gut besucht", sagt Quaiser. Doch am Freitag wurden die weiteren Veranstaltungen vom Ordnungsamt untersagt. Personen, die im Vorverkauf Tickets geholt hatten, haben das Geld für ihre Karten zurückbekommen.

Nach Freudenstadt sollte Loßburg die nächste Station sein, wo ebenfalls vier Veranstaltungen geplant waren. Auch diese wurden abgesagt. Ohne weitere Veranstaltungen und ohne Geld, um die Reisekosten zu bezahlen, sitzen die Betreiber in Freudenstadt fest. "Der Besitzer des Grundstücks ist glücklicherweise kulant und erlaubt uns vorerst hier zu bleiben", sagt Quaiser. Immerhin sei das großartig für die Tiere, da das Gelände viel Auslauf biete, erklärt sie. Insgesamt gehören zum Zirkus etwa 45 Tiere, darunter Kamele, Bisons, Wasserbüffel und Lamas.

Acht Personen sind noch auf Gelände

Allerdings herrsche weiterhin Ungewissheit. Wie lange sie auf dem Grundstück bleiben dürfen – oder müssen –­ ist noch unklar. Neben dem Grundstücksbesitzer ist auch die Stadt kulant und versorgt den Zirkus derzeit provisorisch mit Strom und Tierfutter. Quaiser zufolge haben auch einige Personen etwas Futter für ihre Tiere vorbeigebracht. Vor dem Zirkus steht ein Schild mit einer kleinen Spendenbox, wo Menschen auch etwas Geld für die Tiere eingeworfen haben.

Insgesamt acht Personen, nämlich Quaiser und ihre Familie, sind noch auf dem Gelände. Die letzten Einnahmen habe sie unter ihren Beschäftigten aufgeteilt, damit diese nach Hause reisen können. Die Artisten, die aus verschiedenen europäischen Ländern kommen, machten sich wegen den Grenzschließungen Sorgen und wollten schnellstmöglich zu ihren Familien zurück. Die restliche Gage, die noch aussteht, werde Quaiser nachträglich ausbezahlen, versichert sie.

Ihr Alltag ist zurzeit durch viel Leerlauf gekennzeichnet, der dafür sorgt, dass die Familie in erster Linie gedanklich beschäftigt ist. "Wir haben den Zirkus vor zwei Jahren gegründet, und er ist unser Leben. Jetzt wissen wir nicht, wie es weitergehen soll. Unsere Zukunft hängt in der Schwebe", schildert Quaiser ihre Sorgen.

Die Familie hofft nun auf Unterstützung vom Jobcenter, das sich laut Quaiser auch äußerst hilfsbereit zeige, ihnen telefonisch zur Seite stehe und kurzfristig noch Termine einschieben konnte. Das Ergebnis der Prüfung auf Anspruch stehe derzeit noch aus. Da sie ihre Familie versorgen muss, sei sie vorerst wohl auf Arbeitslosengeld angewiesen. Bisher sei man stets in der Lage gewesen, sich in schwierigen Phasen durch kleinere Auftritte in Kindergärten oder Schulen selbst zu helfen. Das ist aufgrund der gegenwärtigen Corona-Krise derzeit nicht möglich. n Der Zirkus ist erreichbar unter Telefon 01 52/ 07  97  34  99.

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