Geschützte Flächen: Werden die traditionellen Veranstaltungen auf der Sonneninsel dieses Jahr stattfinden?
Grünes Licht für die großen Dobler Traditionsfeste: Das Höhenfeuer kann am 20. Juli stattfinden und das 11. Dobler Spectaculum vom 16. bis 18. August. Selbst das Bergglühen-Event am Wasserturm wird wie ursprünglich geplant vom 21. bis 23. Juni am gewohnten Platz veranstaltet – wenn es zeitlich auch „extrem sportlich“ wird, wie Veranstalter Stefan Kling sagt.
Wiesenflächen im Fokus Es war eine Hiobsbotschaft, die Bürgermeister Christoph Schaack zum Ende der Gemeinderatssitzung im Februar auf die Nachfrage aus der Bürgerschaft verkünden musste: Eine nicht näher bekannte Person hatte beim Regierungspräsidium (RP) in Karlsruhe Bedenken angemeldet, dass durch Großveranstaltungen – konkret wurde das Spectaculum genannt – die FFH (Flora Fauna Habitat)-Wiesenflächen am Dobler Turm dauerhaft in Mitleidenschaft gezogen würden. Daraufhin waren RP und die Untere Naturschutzbehörde am Landratsamt im Calw tätig geworden.
Stellungnahme und Fotos
Fingerspitzengefühl Die Dobler Verwaltung war zu jeglicher Kooperation bereit, wie der Rathauschef schon im Februar erklärte, hatte sofort eine Stellungnahme abgegeben und Material wie Fotos zur Verfügung gestellt. Schaack und seinem Team war bewusst, dass eine diplomatische, defensive Kommunikation der Sache am zuträglichsten ist.
Geduld gefragt
Ein unabhängiger Gutachter wurde eingeschaltet, der für die Gemeinde Dobel mit dem Landratsamt in Kontakt trat. Und dann war Geduld gefragt. Die Vereine mit ihren Ehrenamtlichen und weitere Veranstalter saßen auf Kohlen.
Drei wesentliche Auflagen Jetzt, so informierte Schaack auf Nachfrage unserer Redaktion, hat das Landratsamt in Abstimmung mit dem RP ein grundsätzliches Okay zu den kommenden Festen am Wasserturm gegeben.
Allerdings unter drei wesentlichen Auflagen: Erstens sollen Standplätze so weit als möglich nach Osten, weg von den FFH-Flächen, wenn möglich sogar nach links des Teerwegs, der vom Kurhaus hoch zum Turm führt, verschoben werden. Zweitens soll das Befahren der Wiesenflächen zur Standaufstellung außerhalb des Teerweges weitestgehend reduziert werden, etwa auch durch Platzierung aufbautenintensiver Stände in unmittelbarer Wegnähe.
Dichter an den Teerweg
Die Holzstoßfläche fürs Höhenfeuer muss ebenfalls dichter an den Teerweg heranrücken, weg von den FFH-Flächen. Drittens wird das eingeschaltete Fachbüro über die kommenden Jahre ein Monitoring der Wiesen zu jeweils gleichen Zeitpunkten im Jahr durchführen und die Ergebnisse rückmelden. Kein unerheblicher Aufwand, den die Gemeinde Dobel aber gerne in Kauf nimmt dafür, dass die Feste, Mittelpunkte für Gemeinschaft im Ort und Publikumsmagnete für die Region, weiterhin stattfinden können.
Dank für das Startsignal Auf Hochtouren werden jetzt die vorbereitenden Arbeiten der vielen Dobler Ehrenamtlichen und weiterer Organisatoren für die Traditionsfeste anlaufen. So wurde bei den Sportfreunden Dobel, die mit ihren Höhenfeuer-Vorbereitungen in den Startlöchern stehen, die gute Nachricht bei der Hauptversammlung vorige Woche mit großer Freude aufgenommen. Vorsitzender Markus Treiber bedankte sich beim Bürgermeister für sein besonnenes Handeln und Kommunizieren.