Strom statt Sprit: Mit steigender Zahl an "Stromern" nehmen auch die Schnellladestationen zu, wie hier in Sulz. Foto: Heidepriem

Auf den Straßen fallen immer mehr Elektroautos auf und die Bundesregierung setzt voll auf Elektromobilität. Doch wie viele müssten für das Regierungs-Ziel noch zum "Stromer" wechseln? Und wie viele sind in Ihrer Nachbarschaft bereits elektrisch unterwegs?

Wenn man das 15 Millionen-Ziel anhand des Bevölkerungsanteils auf die Bundesländer aufteilt, müssten in Baden-Württemberg mit seinen 13,3 Prozent Anteil insgesamt rund 1.995.000 Elektrofahrzeuge bis 2030 zugelassen werden. Bis jetzt - Stand Anfang 2023 - sind es aber erst 165.383 rein elektrisch betriebene Autos im Land. Anfang 2022 waren es noch 105.964 Fahrzeuge.

 

Mehr als jeder Vierte müsste zu Elektroauto wechseln

Demnach - bei rund 11.070.000 Einwohnern im Ländle (Stand 04/2020) und 6.867.358 zugelassenen Fahrzeugen - müsste sich in den nächsten sieben Jahren knapp mehr als jeder vierte Autobesitzer für die Elektromobilität entscheiden.

Hier sind laut Kraftfahrtbundesamt in Baden-Württemberg die meisten Elektroautos unterwegs: 

In Baden-Württemberg wurden bislang 165.383 Fahrzeuge mit rein elektrischem Antrieb zugelassen. Um das Ziel von 1.995.000 Elektrofahrzeugen in BW bis 2030 zu erreichen, müssten somit in den folgenden Jahren jeweils 261.373 E-Autos zugelassen werden.

Im Jahr 2022 hat sich der Bestand aber nur um 59.419 Elektroautos erhöht, obwohl 71.328 Elektroautos zugelassen wurden. Ein Grund hierfür war wohl unter anderem die legale, aber fragwürdige Handhabe mancher Autokäufer im Umgang mit der BAFA-Förderung. Sie strichen die bis Ende 2022 noch hohe Fördersumme ein und verkauften ihr Auto kurz nach der Mindeshaltedauer ins Ausland. 11.909 Elektrofahrzeuge sind aus Baden-Württemberg weggegangen.

Anteil der E-Autos an Gesamtzahl

Der Anteil batterie-elektrischer Autos an der Gesamtzahl der zugelassenen Autos zeigt, wo Autofahrer und Autofahrerinnen sich eher für ein Elektroauto entschieden haben:

Mittlerweile gibt es nur noch in vier Postleitzahlbereichen laut Kraftfahrtbundesamt (KBA) keine Elektroautos: In 72299 Wörnersberg (Kreis Freudenstadt), 72356 Dautmergen (Zollernalbkreis), 78592 Egesheim (Kreis Tuttlingen), 89605 Altheim (Alb-Donau-Kreis).

Den höchsten Elektro-Anteil gibt es in 73728 Esslingen am Neckar mit 19,41 Prozent. Die höchste Anzahl an E-Autos ist in Walldorf (2141), Esslingen (2077) und Neckarsulm (1017) zu finden.

So viel Geld bekommt man noch vom Staat

Mit Ende des Jahres 2022 wurde die BAFA-Förderung von bis zu 6000 Euro pro Auto auf maximal 4500 Euro reduziert. Für Plug-In-Hybride wurde die Förderung gänzlich gestrichen. Und ab dem 1. September 2023 gilt die Förderung nur noch für Privatpersonen und nicht mehr für Firmen.

Ab dem 1. Januar 2024 werden dann nur noch Elektrofahrzeuge mit einem Nettolistenpreis des Basismodells bis zu 45.000 Euro gefördert. Bis dahin sind Autos mit Nettolistenpreis bis zu 65.000 Euro noch förderfähig und erhalten 3000 Euro Zuschuss.

Diese Autos sind am beliebtesten 

In Deutschland sind aktuell drei Marken mit mehr als 100.000 batterielektrischen Autos vertreten: VW (181.525), Tesla (118.803) und Renault (111.629). 

Weiter sind in den Top 10 der Elektroautohersteller Hyundai (72.937), Smart (67.511), BMW (54.161), Opel (52.567), Audi (42.333), Fiat (41.072) und Mercedes (36.211) gelandet.

Und was ist mit Wasserstoff?

Fahrzeuge mit Wasserstoff-Brennstoffzelle fallen zahlenmäßig derweil nicht auf. Zwei Marken bieten in Deutschland Serienmodelle an, die zu kaufen sind: Der Hyundai Nexo und der Toyota Mirai. 

Hyundai kommt in der Bundesrepublik auf 1.049 zugelassene Wasserstoffautos. Toyota nur auf 644. Das Kraftfahrtbundesamt listet noch 258 "sonstige" Wasserstofffahrzeuge auf. Und dann folgen noch 17 BMWs, zwölf Hondas, acht Mercedes und ein VW-Wasserstoffauto.

Wie viele davon in Baden-Württemberg unterwegs sind, lässt sich nicht sagen: Das KBA listet Wasserstoff-Pkw noch unter "Sonstige". Autos mit "sonstigem" Antrieb sind 1270 im Ländle unterwegs. Also weniger, als es welche mit Gas-Antrieb (43.195) sind.

Der Mirai von Toyota ist als einziges Wasserstoffauto laut Förderungs-Liste des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) in acht Ausführungen förderfähig.