Die gefundene Granate hatte sich im Greifarm des Amphibienfahrzeugs verkantet. Foto: Svendsen

Drei Weltkriegsgranaten wurden 2023 im St. Georgener Klosterweiher gefunden. Nun sollten Spezialtaucher herausfinden, ob weitere Munition im See liegt. Die klare Antwort: ja. Noch bevor der erste Taucher im Wasser war, wurde eine Granate geborgen.

Eine Überraschung wartete am Mittwochmorgen auf die Einsatzkräfte des Kampfmittelbeseitigungsdiensts (KMBD). Sie waren am Klosterweiher angerückt, um den Badesee nach dem Granatenfund im vergangenen August bereits zum zweiten Mal nach weiterer Munition zu durchkämmen. Doch eine Granate wartete bereits an Land auf den KMBD: Sie hatte sich, wohl bei Absaugarbeiten im Verlauf des Dienstags, im Greifarm des Amphibienfahrzeugs, mit dem der Schlamm vom Grund des Klosterweihers abgesaugt wird, verkantet.

 

Es ist ein Zufall, dass direkt am nächsten Morgen der KMBD anrückte – denn dieser Einsatz war schon seit längerer Zeit geplant gewesen, sagt Giovanni Costantino, Leiter Steuerung und Zentrale Dienste bei der Stadtverwaltung St. Georgen, im Gespräch mit unserer Redaktion. Bereits bei dem Einsatz im vergangenen August hatte man einen zweiten Besuch der Einsatztaucher am Klosterweiher ins Auge gefasst.

Vermutlich stammt die nun gefundene Granate – die vierte, die im See gefunden wurde – etwa aus dem Bereich des Klosterweihers, in dem die Taucher bereits bei ihrem Einsatz Mitte August fündig geworden waren, erklärt Costantino – und genau diesen Bereich suchten die Einsatztaucher in den kommenden Stunden noch einmal gründlich ab.

Eine Frage bleibt: Wie wird die Badesaison ablaufen?

Metalldetektor hilft bei der Suche

Eine Herausforderung dabei – wie schon beim Einsatz im August: die äußerst schlechte Sicht am Grund des Klosterweihers. Ein Metalldetektor erleichterte die Suche am Grund des Badesees. Dennoch sei der Taucheinsatz unter diesen Bedingungen mühsam, sagte Christoph Rottner vom KMBD, da man sich fast ausschließlich nach dem akustischen Signal des Geräts richten könne.

Trotz dieser widrigen Bedingungen waren die Taucher mehrere Stunden im Klosterweiher im Einsatz – erst am Nachmittag brach der KMBD seine Zelte in St. Georgen ab. Fündig wurden die Taucher an diesem Tag aber nicht mehr. Eine Garantie, dass nun keine Munition mehr am Grund des Klosterweihers liegt, ist das allerdings nicht, gab Costantino zu bedenken – das hatte auch Rottner vom KMBD schon nach dem Einsatz im August betont.

Mehrere Stunden ist der Kampfmittelbeseitigungsdienst (KMBD) am Klosterweiher im Einsatz. Foto: Helen Moser

Wie wird die Badesaison ablaufen?

Noch unklar ist, wie genau die nächste Badesaison am Klosterweiher aussehen wird. Die Entschlammung des Sees geht weiter – und angesichts der Verzögerungen, auch durch den Granatenfund im vergangenen Jahr, wird diese auch nicht vor dem Start der Saison abgeschlossen sein, wie Costantino erklärt. Denn bislang ist nur rund die Hälfte des Schlamms aus dem Weiher abgesaugt. „Da wird man einen Kompromiss finden müssen“, sagt Costantino. Denn Badesaison und Absaug-Maßnahme parallel laufen zu lassen – das scheint keine Option mehr zu sein. Der Gemeinderat werde die Möglichkeiten in einer seiner nächsten Sitzungen diskutieren, sagt Costantino.

Bereits nach den Granatenfunden im August hatte das Unternehmen Amodes, das die Arbeiten ausführt, einige technische Umbauten vorgenommen. Das Amphibienfahrzeug, mit dessen Hilfe der Schlamm vom Grund des Sees angesaugt wird, durfte nach den Munitionsfunden nicht mehr bemannt auf dem Klosterweiher unterwegs sein. Seitdem wird es von Land aus ferngesteuert – und, solange ein Mindestabstand eingehalten wird, künftig vielleicht auch von einem Ponton aus.