Zwei Kundgebungen in der Innenstadt: gegen Geflüchtete in der Kreissporthalle und gegen rechts-infiltrierte Demonstranten.
Mehrere hundert Personen, darunter zahlreiche AfD-Anhänger – erkennbar an Jacken respektive Utensilien mit dem Logo der Partei, die vom Verfassungsschutz beobachtet wird –, haben am Sonntag in der Innenstadt gegen die Unterbringung Geflüchteter in der Kreissporthalle demonstriert. Eine Gegendemonstration hatten Vertreter von Bündnis ’90/Die Grünen, dem kommunalpolitischen Wahlbündnis Z.U.G. und der MLPD dagegengesetzt.
Als Versammlungsleiter sprach Marco Stumpp und klärte die Teilnehmer zu Beginn über die Regeln darauf. Unter anderem wies er darauf hin, dass es nicht gestattet sei, andere zu beleidigen. Somit haben sich die „Sonntagsspaziergänger“, aus deren Reihen ein großer Teil der Demonstranten kam und die über viele Monate allsonntäglich während ihrer Kundgebungen die freie Presse beschimpft hatten, offenbar entschlossen, nun die Regeln einzuhalten, die für solche Veranstaltungen gelten.
Das Stadtoberhaupt sucht das Gespräch
Oberbürgermeister Roland Tralmer, Ordnungsamtsleiterin Michaela Maier und die Polizei Albstadt mit dem kommissarischen Leiter Kurt Schwalb an der Spitze beobachteten die Kundgebung, bei der es zu keinen Zwischenfällen kam.
Ab Herbst will der Landkreis Zollernalb mangels ausreichender Unterbringungsmöglichkeiten seine Immobilie in der Berliner Straße, die Kreissporthalle, nutzen, um dort Geflüchtete unterzubringen. Tralmer und die Stadtverwaltung arbeiten indes an Alternativen, um die Nutzung der Halle auf einen kurzen Zeitraum zu begrenzen, wird dort doch Schulsport unterrichtet. Außerdem halten mehrere Vereine dort Übungsstunden ab. Tralmer stellte klar, dass er keine Vergehen und keine Gewalt – weder seitens der Geflüchteten noch gegen diese – in Albstadt dulden werde.