Der Standortübungsplatz der Bundeswehr ist umstritten, wie dieses Plakat in Brigachtal zeigt. Foto: Hahnel

Der geplante Standortübungsplatz in der Nähe der Tannheimer Nachsorgeklinik steht weiterhin in der Kritik. Im Zuge einer Schau-Übung stattet der Generalinspekteur auch der Klinik einen Besuch ab.

Schwarzwald-Baar-Kreis - An diesem Donnerstag rückt das Militär erstmals in den Weißwald ein. Seit vielen Monaten wird über den geplanten Übungsplatz oberhalb von Tannheim diskutiert. Vor allem die nahegelegene Tannheimer Nachsorgeklinik fürchtet die Folgen eines Einzugs der Bundeswehr in das Waldgebiet.

Am Donnerstagvormittag soll nun eine mehrtägige Schau-Übung des Jägerbataillons beginnen – vorerst nur zu Demonstrationszwecken. Der Landkreis habe die Genehmigung für dieses Vorhaben erteilt. Die Nachsorgeklinik habe von diesen Plänen von der Bundeswehr erfahren, teilt Thomas Müller, einer der beiden Geschäftsführer der Klinik mit. In Zuge dessen wird Eberhard Zorn, General­inspekteur der Bundeswehr, vor Ort sein.

Auch ein Besuch bei der Tannheimer Klinik sei geplant, so Müller. "Wir wollen den Generalinspekteur freundlich bei uns begrüßen", erzählt er im Gespräch mit dem Schwarzwälder Boten. Trotzdem stehe das Ziel des Gesprächs fest: "Wir suchen keinen Kompromiss", stellt Müller fest. Die Geschäftsführung sei weiterhin überzeugt davon, dass die Bundeswehr genügend Möglichkeiten hätte, sich einen alternativen Standort zu suchen, während die Klinik auf die Ruhe in dem Gebiet angewiesen sei.

Intention der Klinik ist klar

Wie genau die Schau-Übungen der Bundeswehr ablaufen werde, könne Müller nicht voraussagen. Angekündigt sei eine Demonstration dessen, was zukünftig an dem potenziellen Übungsplatz möglich sein wird.

"Unsere Intention ist ganz klar", betont Thomas Müller gegenüber dem Schwarzwälder Boten. Die Klinik wolle den Generalinspekteur bei seinem Besuch von der Notwendigkeit der Ruhe für die Patienten überzeugen. Begrüßt werden soll Zorn von einigen Kindern der Klinik, im Anschluss werden einige Arbeiten präsentiert, erklärt Müller. Insbesondere für die Reittherapie sei die Ruhe in dem naheliegenden Waldgebiet äußerst wichtig.

Petition soll überzeugen

Formal wird dem General­inspekteur auch eine Petition gegen den geplanten Bundeswehrübungsplatz überreicht, die in der Vergangenheit auch schon beim Petitionsausschuss des Bundestags eingereicht wurde.

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In einer vergangenen Kreistagssitzung haben sich unter anderem die Grünen für den Vorschlag ausgesprochen, die Erweiterungspläne der Bundeswehr komplett aufzugeben. Der Übungsort solle stattdessen in Stetten am kalten Markt bleiben, wo die Einheit zum jetzigen Zeitpunkt trainiert. Im Resolutionsbeschluss des Kreistags setzte sich jedoch die CDU durch – das Vorhaben der Bundeswehr sei nicht grundsätzlich abzulehnen. Sollten die Pläne zur Erweiterung bestehen bleiben, seien jedoch auf die Belange der Region und der Nachsorgeklinik größtmögliche Rücksicht zu nehmen.

Trotz dieser Ernüchterung sehe die Klinik weiterhin eine Chance, teilt Geschäftsführer Müller mit. Zumal die Petition gegen die Pläne der Bundeswehr, durch den engagierten Einsatz vieler Unterstützer, bei der Bundestagsfraktion vorgelegt werden konnte. "Das war uns das Wichtigste", so die Geschäftsführung der Klinik. Wie das Gespräch am Donnerstag mit dem Generalinspekteur der Bundeswehr ablaufen wird, bleibt also noch spannend.