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Biogas Für die Energiewende sind neue Ideen gefragt

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Klein, aber fein: Walter Trösch vor seiner Biogas-Demonstrationsanlage. Foto: Leif Piechowski

Stuttgart - Bisher landen welke Salatblätter, Avocadokerne, angematschte Äpfel, schimmlige Orangen und alle anderen Bioabfälle aus dem Großmarkt auf dem Kompost und später irgendwo in einem Blumenbeet. Doch die 3000 Tonnen Bioabfall, die im Großmarkt in Wangen Jahr für Jahr anfallen, sind dafür viel zu schade. Denn sie können in das Biogas Methan umgewandelt werden, das als Treibstoff Autos in Bewegung bringt.

Auf dem Gelände des EnBW-Heizkraftwerks in Gaisburg, in unmittelbarer Nähe zum Großmarkt, ist am Donnerstag im Beisein von Landesumweltminister Frank Un­tersteller eine Demonstrationsanlage zur Ge­winnung von Methan aus Bioabfällen in Betrieb genommen worden.

Pro Jahr können in der Anlage 160 Tonnen Rohbioabfälle vergoren werden. Daraus lassen sich etwa 5500 Kilogramm Biomethan gewinnen. Das reicht für eine Fahrstrecke von 130.000 Kilometer für ein Auto aus.

Warum so viel Aufhebens um eine so ­kleine Anlage? „Es gibt Tausende von Biogasanlagen, viele davon sind schlecht“, sagt Walter Trösch vom Stuttgarter Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik (IGB), der sich als „Vater des Verfahrens“, das in Gaisburg realisiert wurde, bezeichnet. „Außerdem bin ich ein Gegner des Vergasens von Maissilage“, sagt Trösch mit Blick auf das umstrittene Thema, Nahrungsmittel für Bioenergieerzeugung zu benutzen.

EnBW steuert 700.000 Euro bei

Die Besonderheit der Demonstrationsanlage in Gaisburg lässt sich aus ihrem Namen Etamax ablesen. Der griechische Buchstabe Eta steht in der Physik für den Wirkungsgrad. Neben der maximalen Energieausbeute der eingespeisten Bioabfälle wird mit der Anlage als zweites Ziel „ein möglichst vollständig geschlossener Stoffkreislauf“ angestrebt, sagt Trösch. Weil insbesondere kein klimaschädliches CO2 freigesetzt wird, fördert das Bundesforschungsministerium Bau, Betrieb und wissenschaftliche Begleitung der Anlage über fünf Jahr mit einer Gesamtsumme von 4,3 Millionen Euro. Die EnBW steuert 700.000 Euro bei.

Von der Totalverwertung der Abfälle und vom Fehlen jeglicher Schadstoffemission zeigte sich der Umweltminister beeindruckt. „Es ist erfreulich, dass die Forscher nicht nur im Labor arbeiten, sondern an der Entwicklung und Anwendung zukunftweisender Technologien arbeiten“, sagte Franz Untersteller. Auch hoffe er, „schon bald mit Biogas betriebene Müllfahrzeuge im feinstaubgeplagten Stuttgart zu sehen“.

Auch Professor Thomas Hirth, der Leiter des Fraunhofer-Instituts IGB, verbindet mit der Demonstrationsanlage große Wachstumserwartungen: „In zehn Jahren sollten alle Großmärkte in Deutschland eine solche Anlage haben.“ Auch Ines Aufrecht, die Stuttgarter Wirtschaftsförderin, betonte ausdrücklich, dass Großanwendungen dieser Biogasanlage wünschenswert seien. Neben den 3000 Tonnen Biomüll aus dem Großmarkt sprach sie von weiteren 5000 Tonnen, die in Gewerbebetrieben anfallen.

„Energieeffizienz wird stiefmütterlich behandelt“

Mit einem ganz anderen Ansatz für die Energiewende ist am Donnerstag ein weiteres Projekt an den Start gegangen. An der Universität Stuttgart wurde ein Institut für Energieeffizienz in der Produktion (EEP) gegründet. Die Grundfinanzierung für fünf Jahre in Höhe von 2,5 Millionen Euro übernehmen die Heinz-und-Heide-Dürr-Stiftung und die Karl-Schlecht-Stiftung gemeinsam. „Die Energiewende geht ohne Energieeffizienz nicht“, sagt der frühere Bahn-Chef Heinz Dürr. Doch verglichen mit den Themen erneuerbare Energien und Dezentralisierung „wird die Energieeffizienz stiefmütterlich behandelt“.

Bei einem Gesamtenergieverbrauch von 28 Prozent in der Industrie sieht das EEP hier großes Einsparpotenzial. „Technologie statt Verzicht“, lautet dabei das Motto von Professor Thomas Bauernhansl, der das EEP kommissarisch leitet. Möglichst rasch soll sich das neue Institut durch Drittmittel aus der Industrie selbst finanzieren. „Energieeffizienz ist ein Topthema, das sich selbst trägt“, sagt Bauernhansl.

 
 

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