Der 80-Jährige hatte eingeräumt, Bankhäuser in Villingen-Schwenningen (2009), Rastatt (2012) und Balingen (2019) überfallen zu haben. Foto: (dpa)

Senior sagt vor Landgericht Hehchingen aus. Staatsanwaltschaft fordert sieben Jahre Haft.

Hechingen/Balingen/Villingen-Schwenningen - Das Urteil fällt am frühen Nachmittag, die Forderung ist klar: Der 80-Jährige, der zwischen den Jahren 2009 und 2019 mehrere Banken im Südwesten überfallen hat, soll für sieben Jahre ins Gefängnis.

Diese Strafe sieht Staatsanwalt Schneider als tat-, schuld- und altersangemessen an, sagte er am Donnerstag in seinem Plädoyer am Landgericht Hechingen. Verteidiger Westphal, Rechtsbeistand des Angeklagten, nannte keinen konkreten Strafrahmen, sagte aber, dass angesichts der Gesamtumstände auch eine niedrigere Strafe in Betracht kommt. Die Strafkammer unter dem Vorsitz von Richter Breucker will um 14 Uhr das Urteil verkünden. Der Angeklagte sagte zum Abschluss des Verfahrens, dass die Taten "große Fehler" gewesen seien. Für eine Entschuldigung sei es wohl zu spät.

Der 80-Jährige hatte eingeräumt, Bankhäuser in Villingen-Schwenningen (2009), Rastatt (2012) und Balingen (2019) überfallen zu haben; in weiteren Fällen soll er dies - so etwa in Waldkirch, Staufen, Waldshut und Freiburg  - versucht haben. Das Vorgehen war überall ähnlich: Verkleidet mit Perücke, Sonnenbrille und Mantel, forderte der Mann Geld und drohte den Bankangestellten mit "Bomben", die sich im nachhinein als Attrappen herausstellten. Insgesamt machte der Räuber eine Beute von mehr als 370.000 Euro - wobei er nach dem letzten seiner Überfälle auf die Sparkasse Zollernalb in Balingen im Mai dieses Jahres noch am Tatort festgenommen werden konnte. Als Motiv nannte der 80-Jährige finanzielle Schwierigkeiten, die sich im Zusammenhang mit Spekulationsgeschäften ergeben hätten.

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